Kunstpreis verliehen

Düren: Klaus Dauvens minimalistische Monumentalkunst gewürdigt
Von Josef Kreutzer [04.06.2013, 17.41 Uhr]

Der Kreuzauer Klaus Dauven ist mit dem Kunstpreis des Kreises Düren 2013 ausgezeichnet worden. Landrat Wolfgang Spelthahn überreichte dem 46-jährigen jetzt die Skulptur und einen augenfälligen Scheck über das Preisgeld von 5000 Euro. Weitere 5000 Euro – ebenfalls zur Verfügung gestellt von der Sparkasse Düren – gibt es als Zuschuss zum Druck eines Katalogs für eine Einzelausstellung Dauvens, die im Leopold Hoesch-Museum stattfinden wird.

Den mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Kunstpreis des Kreises Düren 2013 nahm Klaus Dauven aus den Händen von Landrat Wolfgang Spelthahn entgegen. Blumen gab es für Ehefrau Stephanie.

Den mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Kunstpreis des Kreises Düren 2013 nahm Klaus Dauven aus den Händen von Landrat Wolfgang Spelthahn entgegen. Blumen gab es für Ehefrau Stephanie.

"Klaus Dauven hat die Jury mit seinen Werken überzeugt, das Urteil war einstimmig. Er hat sich gegen rund 40 Mitbewerber durchgesetzt", gab Landrat Wolfgang Spelthahn der familiären Runde im Kreishaus Düren einen Einblick in den Findungsprozess des Gremiums, dem Vertreter der Kreistagsfraktionen, Künstler und Kunstexperten angehören. "Auch wir im ländlichen Raum haben in punkto Kunst und Kultur Großes zu bieten", stellte der Landrat mit Blick auf die vielen hochkarätigen Kandidaten und die Bewerbung Maastrichts und der Euregio um den Titel "Kulturhauptstadt Europa 2018" fest.

Klaus Dauven, seit 2003 der sechste Träger des Kunstpreises des Kreises Düren, schafft im wahrsten Sinne des Wortes Großes. Der Künstler und Lehrer kreiert mit Drahtbürste und Hochdruckreiniger vergängliche Werke, wenn er Flächen im öffentlichen Raum gezielt von ihrer Patina befreit. So schuf er 2005 mit dem Projekt "Wild-Wechsel" eine rund 8000 Quadratmeter große Reinigungszeichnung an der Staumauer der Oleftalsperre. Zu sehen waren Tiere des Waldes und Fische, allesamt herausgearbeitet mit starkem Wasserstrahl.

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Diesem Monumentalbild folgten drei weitere Großkunstwerke an Talsperren in Japan, Korea und Sachsen. "Damit haben Sie weltweit für Furore gesorgt", stellte Landrat Wolfgang Spelthahn fest. Das Prinzip, Verdrecktes so gezielt zu säubern, dass Bilder entstehen, funktioniert natürlich auch im Kleinen auf Brückenpfeilern, Verkehrsschildern und Stromkästen.

Prof. Dr. Frank Günter Zehnder, Direktor der Internationalen Kunstakademie Heimbach, würdigte das Einzigartige, Unverwechselbare der Kunst Dauvens. Dabei beleuchtete er sowohl den schöpferischen Prozess ("Ihre Kunst erfordert mitunter eine ungeheure Logistik") als auch das Produkt ("Der Minimalismus der Motive steht in einem außerordentlichen Gegensatz zur Monumentalität der Werke"). Dauvens "Kunst auf Zeit" sorge für Überraschungen und sei immer Gesprächstoff, etwa bei der Klärung der Frage, was Kunst ist. "Der Kreis Düren darf sich glücklich schätzen, Sie zu ehren", schloss Zehnder seine Laudatio.

Der gebürtige Dürener Dauven erwarb Mitte der 1980er Jahre sein Abitur in Düren. Es folgte ein Studium der Freien Kunst und des künstlerischen Lehramtes an den Kunstakademien Düsseldorf und Münster. Schon Mitte der 1990er Jahre entdeckte der Zeichner die Möglichkeit, mit einem Staubsauger Papierbahnen, die er zuvor mit Zeichenkohle eingefärbt hatte, teilweise abzusaugen und so Strukturen zu schaffen, wusste Käthe Rolfink, Vorsitzende des Kreiskulturausschusses, zu berichten. Das war die Grundlage für die Gestaltung von Flächen mit Bürste und Hochdruckreiniger.

Der Preisträger dankte abschließend an erster Stelle seiner Familie und seinem Vater für die Unterstützung, sich als Künstler entfalten zu können. Das galt in gleicher Weise für Dr. h.c. Herbert Falken, der den Kunstpreis des Kreises Düren in Anerkennung seines Lebenswerkes erhalten hatte. Er war der erste Mentor des noch jungen Klaus Dauven.


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