Düren: Trockenübungen zum Händewaschen
Von Redaktion [04.06.2013, 07.39 Uhr]

Trockenübung am Bildschirm: Stefan Horbach  (links) vom ZIK des Krankenhauses Düren erklärt, wie Händehygiene richtig geht.

Trockenübung am Bildschirm: Stefan Horbach (links) vom ZIK des Krankenhauses Düren erklärt, wie Händehygiene richtig geht.

Mache ich wirklich alles richtig bei der Händehygiene? Die Antwort auf diese Frage gab es für die Mitarbeiter des Krankenhauses Düren jetzt in der Eingangshalle der Klinik an der Roonstraße. Am Aktionstag zur Händehygiene hatte das gerade aus der Hygiene-Abteilung des Hauses hervorgegangene Zentrum für Infektiologie und Krankenhaushygiene (ZIK) für die Kolleginnen und Kollegen, Patienten und Besucher neben umfangreichem Informationsmaterial auch einen kleinen Testparcours im Angebot. Da standen zunächst Trockenübungen mit den Händen an, die von einer Hightec-Konsole aufgenommen und bewertet wurden. Anschließend kam der Desinfektionsmittelspender zum Einsatz und in einer Blackbox hatte jeder selber die Gelegenheit, seine Hände genau auf Stellen zu untersuchen, die vom Mittel nichts abbekommen hatten.

„Diese Tests sind für unserer Mitarbeiter sicher sinnvoll, um noch einmal zu sehen, ob die täglich zigfach geübte Hände-desinfektion auch akribisch genug vorgenommen wird“, sagt Stefan Horbach vom ZIK, der den Aktionstag federführend organisiert hat. In erster Linie sei die Veranstaltung aber dazu da, das Bewusstsein für das immens wichtige Thema Händehygiene weiter zu stärken. „Konsequente Händehygiene ist einer der wichtigsten Schlüssel zur Vermeidung von Infektionen im Krankenhaus“, erklärt Stefan Horbach. Deshalb stehe das Thema an der Roonstraße auch ganz oben auf der Agenda.

Bewusst nehme man am Aktionstag auch interessierte Patienten und Besucher mit ins Boot, denn auch sie könnten ihren Beitrag dazu leisten, die Infektionsgefahr mit gefährlichen so genannten multiresistenten Keimen wie beispielsweise MRSA im Krankenhaus so gering wie möglich zu halten. Rund 500.000 Patienten infizieren sich damit jährlich in Deutschland, etwa 15.000 Menschen sterben daran.

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Das Krankenhaus Düren ist als vorbildliches Krankenhaus in Sachen Hygiene bekannt und wurde zuletzt auch als Vorzeige-Klinik für einen Beitrag zum Thema in den „heute“-Nachrichten des ZDF ausgewählt. Die Klinik an der Roonstraße beteiligt sich an der bundesweiten Kampagne „AKTION Saubere Hände“. Im April konnte sich das Dürener Krankenhaus als erste Klinik in Düren über eine Auszeichnung mit dem Zertifikat in Bronze freuen. „Ich bin sicher, dass wir schon im nächsten Jahr das Zertifikat in Silber erreichen werden“, sagt Stefan Horbach. Schon seit längerem trägt die Klinik das euregionale Qualitätssiegel „euPrevent MRSA“.

Durch die Gründung des Zentrums für Infektiologie und Krankenhaushygiene wird das Thema Krankenhaushygiene noch weiter aufgewertet. Neben zwei Hygienefachkräften gehört Dr. Bernhard Heising als hygienebeauftragter Arzt zum ZIK-Team. Er absolviert derzeit Zusatzausbildungen zum Infektiologen bei der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie sowie zum Krankenhaushygieniker nach den neuen Vorgaben der Ärztekammer. Damit kann das Dürener Krankenhaus schon sehr bald die neue gesetzliche Forderung an alle Krankenhäuser ab 400 Betten nach einem eigenen Krankenhaushygieniker erfüllen. Für rund 500 größere Kliniken stehen bundesweit derzeit weniger als 100 Krankenhaushygieniker zur Verfügung, da in den vergangenen Jahrzehnten nur wenige Krankenhaushygieniker und Infektiologen ausgebildet wurden. Nach einer ganzen Reihe von Hygieneskandalen haben die deutschen Gesundheitspolitiker einen Nachholbedarf erkannt, dem sich das Krankenhaus Düren mit der Gründung des ZIK und der Freistellung von Dr. Heising als erster Schwerpunktversorger der Region annimmt.


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