Aus dem Polizeibericht

Überregionale Einbrecherbande gefasst
Von Redaktion [21.04.2013, 08.34 Uhr]

Zwei Einbrüche in Düren, einer in Jülich und Inden sowie vier in Baesweiler sind die Straftaten, die alleine in der Region einer Bande zur Last gelegt werden, die jetzt im Rheinisch-Bergischer Kreis festgenommen werden konnte. Insgesamt verübte das inhaftierte Quartett 171 Straftaten mit einer Schadenshöhe von über 500.000 Euro.

Ausgangspunkt für die monatelangen Ermittlungen war ein am 21.11.2012 begangener Tageswohnungseinbruch in Leichlingen. Zwei aufmerksame Zeuginnen beobachteten unabhängig voneinander, in etwa zeitgleich zur Entdeckung des Einbruchs durch die Geschädigten, drei hastig die Straße entlang laufende Personen, welche in einen dunklen Pkw Kombi mit auswärtigem Kennzeichen einstiegen. Das Fahrzeug verließ die Straße anschließend in zügigem Tempo. Die Männer, welche an der Zeugin vorbeiliefen, sprachen eine ihr unbekannte Sprache. Eine eingeleitete Fahndung nach dem Fahrzeug, dessen Kennzeichen abgelesen werden konnte, verlief zunächst erfolglos.

Im Zuge der ersten Ermittlungen zu dem Fahrzeug wurde festgestellt, dass der Pkw über ein Internetportal zum Verkauf angeboten und bereits zwei Wochen zuvor, mit den original Kennzeichen ausgestattet, verkauft worden war. Der Fahrzeugkäufer hatte zur Abwicklung des Geschäftes einen gefälschten, italienischen Reisepass vorgelegt. Das Fahrzeug wurde erst nach der Tat in Leichlingen auf einen ‚Scheinhalter’ zugelassen und mit Kennzeichen eines anderen Zulassungsbezirkes versehen. Die sich hieran anschließenden Ermittlungen in den Kreispolizeibehörden deuteten auf einen Serienzusammenhang einer überörtlich agierenden Tätergruppe hin.

Im Februar 2013 wurde daraufhin in der hiesigen Behörde die Ermittlungsgruppe „Nonne“ eingesetzt.

Die Ermittlungen führten schließlich zur Identifizierung einer Bande, deren Mitglieder aus Serbien stammen. Ein 17-jähriges Mitglied hatte seinen Wohnsitz in Köln und mindestens vier weitere hielten sich als Touristen in Köln auf, wo sie bei Verwandten unterkamen.

In Zusammenhang mit zwei Wohnungseinbrüchen in Langenfeld am 20.12.2012 wurde am Täterfahrzeug ebenfalls ein auswärtiges Kennzeichen abgelesen.

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Durch entsprechende Ermittlungen hierzu konnten in Pulheim lebende Eheleute als weitere Bandenmitglieder identifiziert werden. Es handelt sich dabei um einen 60-jährigen in Köln geborenen Deutschen und seine 40-jährige Ehefrau, welche aus Serbien stammt. Der 60-jährige fuhr die Männer aus Serbien mit seinem Fahrzeug in unterschiedliche Tatortgemeinden. Dort begingen die Beschuldigten Wohnungseinbrüche.

Bereits im März 2013 wurden mit starken Polizeikräften sieben Personen bei dem Betreten ihres Unterschlupfes in Köln festgenommen. Vier Beschuldigte wurden dem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete. Hierbei handelt es sich um drei der oben genannten serbischen Touristen und den 17-Jährigen. Die drei weiteren Personen, darunter eine Frau, wurden mangels Tatverdachts und aufgrund fehlender Haftgründe auf freien Fuß gesetzt.

Im Anschluss an die Festnahme wurden die genutzten Wohnungen durchsucht. Es wurde Tatbeute (Schmuck, Armbanduhren, Mobiltelefone, Laptops, Tablet-PCs) sichergestellt.

Mitte April 2013 wurden Durchsuchungsbeschlüsse in weiteren Wohnobjekten vollstreckt. Auch hier konnte umfangreiche Tatbeute sichergestellt werden. Darunter befinden sich zwölf Armbanduhren, Mobiltelefone, insgesamt 19 Laptops, Netbooks und Tablet-PCs, mehrere Spielekonsolen sowie diverser Schmuck. Mehrere dieser Asservate wurden bereits aus Wohnungseinbruchsdiebstählen stammend identifiziert und geschädigten Eigentümern zugeordnet.

Die festgenommenen Bandenmitglieder haben keine Aussagen bei der Polizei gemacht.
Sie sind dringend verdächtig im Rheinisch-Bergischen Kreis Einbrüche in Bergisch Gladbach (11), Rösrath (7), Overath (1), Odenthal (1), Burscheid (1) und Leichlingen (1) begangen zu haben.
Überregional aktiv waren sie in Troisdorf (2), Siegburg (6), Hennef (7), Sankt Augustin (9), Hürth (2), Pulheim (8), Erftstadt (2), Frechen (1), Meerbusch (4), Dormagen (2), Grevenbroich (1), Langenfeld (8), Mettmann (6), Ratingen (5), Weilerswist (2), Euskirchen (3), Düren (2), Jülich (1), Inden (1), Baesweiler (4), Bonn (28), Bornheim (4), Köln (29), Leverkusen (3), Düsseldorf (2) und Remscheid (7).

Da die einzelnen Taten bereits ermittelt wurden, stehen die Geschädigten fest. Sie werden zeitnah angeschrieben. Ihnen wird eine CD mit Fotos der sichergestellten Sachen zugesandt, um ihnen auf dieser Grundlage zu ermöglichen, ihr Eigentum zu identifizieren.


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