SkF Düren organisiert Zirkusprojekt als Ferienspiele

In Düren werden Kinder Zapp Zarapp zu Akrobaten
Von Dorothée Schenk [18.04.2013, 08.11 Uhr]

Wer wird der Feuerspucker? Wer fährt mit dem Crossrad durchs Zirkuszelt? Mit diesen Fragen beschäftigten sich 100 Sechs- bis Elfjährige jetzt in Düren. Sie gehen in die Offenen Ganztagsgrundschulen (OGS), die der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) betreut, und dürfen an den Ferienspielen teilnehmen.

Die Mitarbeiter der Offenen Ganztagsgrundschulen in der Trägerschaft des SkF stehen mit Schirmherrn Thomas Floßdorf (l) hinter dem Projekt „Zapp Zarapp“, dessen Fäden bei Petra Scholl-Jansker,Fachbereichskoordinatorin OGS (v.r.), zusammenlaufen.

Die Mitarbeiter der Offenen Ganztagsgrundschulen in der Trägerschaft des SkF stehen mit Schirmherrn Thomas Floßdorf (l) hinter dem Projekt „Zapp Zarapp“, dessen Fäden bei Petra Scholl-Jansker,Fachbereichskoordinatorin OGS (v.r.), zusammenlaufen.

Ein großes Zirkuszelt wird in der ersten Ferienhälfte im Volkspark, Stadtteil Rölsdorf, eine Wochen lang das Bild bestimmen. Mit dem Zirkus Zapp Zarapp gewinnt die Stadt Dü-
ren 100 kleine Stars in der Manege dazu – denn hier geht es nicht ums Zugucken, sondern Mitmachen, Einüben und selbst Auf- führen. „Kannst Du nicht war gestern“ lautet der Slogan des Opladener Kinder- und Jugendarbeits-Exportschlagers mit dem klaren Ziel „Neues probieren – Grenzen überwinden“.

Das trifft beim SkF auf weit offene Ohren. Der Benachteiligung entgegenzuwirken sei ein großes Ziel des Fachverbandes, erklärt Geschäftsführer Ulrich Lennartz. In Düren, wo jedes dritte Kind von Armut bedroht sei, „wollen wir etwas anbieten, das Kindern dauerhaft in ihrer Entwicklung hilft.“ „Da werden Daheimgebliebene auf einmal zu Stars – der psychologische Effekt ist nicht zu unterschätzen“, freut sich Schirmherr Thomas Floßdorf, im politischen Leben Jugendhilfeausschuss-Vorsitzender.

Diese Grundidee begeistert auch Barbara Himmler, Schulleiterin der Mutter Teresa Grundschule. „In einer oft erlebniseingeschränkten Welt haben hier Kinder die Möglichkeit, ihre Talente zu entdecken.“ Gerade das Gefühl, sich überwunden zu haben, etwas zu wagen, habe eine große Wirkung, so Himmler. Inklusion bleibt bei diesen Fereinspielen nicht nur ein Schlagwort: Die Förderschule Erich Kästner ist mit im Boot, so dass spielerisch die Kinder mit Vorurteilen aufräumen und zusammenwachsen können. Barbara Himmler: „Unterstützung und Hilfe werden bei diesem Ferienprojekt täglich gelebt und nicht angeordnet.“

Dass das Projekt keine Momentaufnahme sein soll, darin sind sich alle Mitarbeiterinnen der beteiligten OGS’ von Mutter Teresa, Paul-Gerhardt, Nikolaus Grundschule Rölsdorf und Grundschule in Derichsweiler sowie der Förder- schule Erich Kästner einig. Schließlich bringen die Frauen einen hohen Einsatz.

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Die Vorbereitung geht weit über die normale Arbeitszeit hinaus. In einer Fortbildung werden die Erzieherinnen von Zapp-Zarapp-Mitarbeitern geschult, weil sie in den Ferien weitgehend selbständig die Kinder anleiten und das Programm entwickeln werden. „Wenn wir dann die Experten sind, dann kann das Projekt als Zirkus-AG im Schulalltag weitergehen“, ist Elena Maier von der Paul-Gerhard-OGS überzeugt.

Lange gespart haben die Schulen und der Träger SkF für diese besonderen Ferienspiele. „Das Zirkusprojekt ist finanziert“, betont Ulrich Lennartz. Allerdings fehlen noch Kooperationspartner als Sponsoren etwa für den Transport der Kinder. Viele Eltern haben kein eigenes Auto. Daher werden die Kinder an den Schulen in Empfang genommen und nutzen von dort Linienbusse – zum Kaiserplatz, von dort gesammelt zum Volkspark. Kosten: 80 x 27 Euro für die Ferientickets der sechs- bis elfjährigen Teilnehmer. Ideal wäre natürlich, wenn sich ein Bus-Unternehmer finden würde, der die Nachwuchsartisten befördert, hofft Lennartz. Schirmherr Floßdorf will sich bei der Dürener Kreisbahn noch einmal dafür einsetzen.


Unterstützer werden ebenfalls noch für Getränke und das Mittagessen sowie verschiedene Materialien gesucht sowie ehrenamtliche Helfer, für den Ab- und Aufbau des Zirkuszeltes und helfende Hände bei der Zirkusaufführung. „Toll wäre es natürlich, wenn wir auch für alle ein gemeinsames T-Shirt hätten“, erklärt Scholl-Janster – nicht nur wegen der Optik, sondern wegen des verbindenden Charakters. Hier komme der Gedanke der Inklusion zum Tragen, und ganz profan zur Erinnerung. „Die ersten zehn übernehme ich“, zeigt sich Schirmherr Thomas Floßdorf spontan spendabel. SkF-Vorstandsfrau Ruth Tempelaars legte gleich noch zehn obendrauf. Ein Anfang ist gemacht.
Am Abschlusstag finden zwei öffentliche Aufführungen für Eltern, Geschwister und Gäste statt. 300 Sitzplätze stehen zur Verfügung.

Info
Der Zirkus ZappZarap stellt sein Zelt für Kinder der OGS in Trägerschaft des SkF vom 29. Juli bis 3. August im Volkspark in Rölsdorf auf.
Spenden unter dem Stichwort „Zirkus OGS“ bei der Sparkasse Düren (BLZ 395 501 10) Konto 108 001.
Näheres bei Petra Scholl-Janster unter der Nummer 02421/2843122 oder per Mail janster@skf-dueren.de.
Näheres zum Prokjekt www.zappzarap.de


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