Tiger, Bär und Tigerente residieren auf Burg Hengebach
Von Josef Kreutzer [15.04.2013, 20.26 Uhr]

Janosch (l.) war eigens aus Teneriffa angereist, um bei der Eröffnung seiner Ausstellung in der Internationalen Kunstakademie Heimbach dabei zu sein. Landrat Spelthahn und Akademiedirektor Prof. Zehnder würdigten sein Werk.

Janosch (l.) war eigens aus Teneriffa angereist, um bei der Eröffnung seiner Ausstellung in der Internationalen Kunstakademie Heimbach dabei zu sein. Landrat Spelthahn und Akademiedirektor Prof. Zehnder würdigten sein Werk.

Nein, das Rampenlicht ist Janoschs Sache nicht. Wie eine Randfigur saß der weltbekannte Künstler am Sonntag bei der Vernissage seiner Ausstellung in der Internationalen Kunstakademie auf Burg Hengebach auf seinem Stuhl. Stolz geschwellte Brust wegen all des Lobs und der Anerkennung, die Landrat Wolfgang Spelthahn und Akademiedirektor Prof. Dr. Frank Günter Zehnder ihm vor zahlreichen Zuhörern zuteil werden ließen? Nicht bei Janosch. Der 82-Jährige lächelte meist in sich hinein und beobachtete die beiden kleinen Mädchen, die vor seinen Füßen mit ihren Tigerenten aus Holz spielten.

Eine Rede halten? "Dafür bin ich zu schüchtern", lässt er die Gäste wissen, die zur Eröffnung der Ausstellung "Janosch – Bilder vom Leben" nach Heimbach gekommen sind. "Sie können mir ja ein paar Fragen stellen", so der Meister, Platz behaltend. Ob er Kindern gerne aus seinen Büchern vorlese? "Nein, das hat mir noch nie Freude gemacht. Ich kann gar nicht fließend lesen und reden schon gar nicht." Warum bei ihm immer Pilze von den Zimmerdecken hängen? "Kennen Sie Zimmer, in denen es keine Pilze gibt – ich nicht." Wissen Sie, wie viel Stunden man als Vater aus Janosch-Büchern vorliest? "Nein."

So ist er, Janosch, der extra aus seiner Wahlheimat Teneriffa angereist ist, um die Präsentation von rund 300 seiner Bilder im mittelalterlichen Ambiente zu erleben und Autogramme zu schreiben. Die waren heiß begehrt am ersten Sonnentag des Jahres. Über zwei Stunden signierte der Schöpfer des kleinen Tigers und des kleinen Bären alles, was ihm vorgehalten wurde, hatte für jeden ein freundliches Wort.

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Seine in 41 Sprachen übersetzten Bildergeschichten altern nicht, neue Fans wachsen immer wieder nach. "Auch ich habe früher in Janosch-Bettwäsche geschlafen, denn Sie waren ein Held meiner Jugend", bekannte Landrat Wolfgang Spelthahn, Vorsitzender des Trägervereins der Kunstakademie. 15.000 Besucher sahen die Rizzi-Ausstellung im Vorjahr, "nun hoffen wir alle auf einen ähnlichen Erfolg, denn auch Ihre Kunst erreicht Millionen von Menschen."
Dass Janoschs Bilder zwar einfach, aber künstlerisch wertvoll und gar nicht naiv sind, erläuterte Prof. Zehnder wortreich. "Die Geschichten sind eine Tugendlehre vom Leben. Sie vermitteln uns die Botschaft: Die Welt ist schön. Wer Freunde hat und nicht verzagt, kann alle Situationen meistern", so der Kunsthistoriker über die "Bilder für Entdecker", für viele Kinder der Eintritt in die Welt der Bücher.

Bis zum 26. Mai ist die Ausstellung geöffnet, familienfreundlich sind die Eintrittspreise: Dank des Sponsorings der Sparkasse Düren, der Dürener Kreisbahn, der Rurtalbahn, der Stadtwerke Düren und der Firma F&S Solar aus Euskirchen sehen Kinder und Jugendliche die Bilder zum Nulltarif, Erwachsene zahlen sieben Euro, ermäßigt fünf. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis 22 Uhr.

Im Art-Shop gibt es Janosch-Souvenirs für jeden Geldbeutel. Darunter ist auch das "Abenteuerland". 350 Bilder wurde eigens für die Schau in Heimbach aufgelegt, Stückpreis 298 Euro. Zudem bietet die Deutsche Post zeitweilig ihre neuen Janosch-Sonderbriefmarken an. Wie im Vorjahr unterstützt auch die Eifel Tourismus GmbH die farbenfrohe Schau, die Kunstgenuss und Wirtschaftsförderung zugleich ist.

Weitere Infos unter www.kunstakademie-heimbach.de.


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