Betriebe und Schulen im Kreis Düren werden Lernpartner
Von Redaktion [23.03.2013, 07.07 Uhr]

Der Kreis Düren ist um zwei Lernpartnerschaften im Rahmen der Initiative KURS (Kooperation Unternehmen der Region und Schulen) reicher. Die Realschule Bretzelnweg und die AOK Rheinland/Hamburg machen künftig genauso gemeinsame Sache wie das Berufskolleg Kaufmännische Schulen und die Real SB-Warenhaus GmbH.

„Ein Unternehmen gründen und führen“, „Käuferverhalten analysieren und einfache Marketingaufgaben erstellen“, „Personalmaßnahmen entwickeln und personalwirtschaftliche Kompetenzen für den eigenen Berufsweg nutzen können“: Das sind nur drei von elf Lernfeldern im Fach Betriebswirtschaftslehre, dem Kern- und Leitfach in der Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung des Dürener Berufskollegs. Hier sollen die Schüler lernen, private und betriebliche Anforderungen zu meistern. „Da liegt die direkte Einbeziehung eines ortsansässigen Unternehmens in den Unterrichtsprozess sehr nahe“, sagt Bildungsgangleiter Rolf Kleinholz über die erste KURS-Partnerschaft eines Dürener Berufskollegs.

Ralf Kirschnick, Marktleiter des Real SB-Warenhauses, sieht den beiderseitigen Nutzen der Lernpartnerschaft: Rückläufige Schülerzahlen und bisweilen unzureichend vorbereitete Jugendliche erschweren die Besetzung von Ausbildungsstellen. Durch die Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg könnten sich für das Unternehmen Vorteile auf dem Ausbildungsmarkt ergeben. Außerdem sei es für einen Betrieb mit derzeit acht Auszubildenden und vier Jugendlichen, die an einer Einstiegsqualifikation teilnehmen, eine große Chance, positiven Einfluss auf den Unterricht zu nehmen.

Schulleiter Dr. Karl Wolff ist stolz auf seine Handelsschüler, die mit Hauptschulabschlüssen an sein Berufskolleg kommen und es mit der Fachoberschulreife und beruflichen Kenntnissen verlassen. Dadurch qualifizieren sie sich für eine Ausbildung in einem kaufmännischen Beruf. Der Bildungsgang ist multikulturell besetzt und setzt bereits heute auf die von der UN-Behindertenkonvention geforderte Inklusion. Das bedeutet: Schüler mit und ohne Handicap lernen gemeinsam. Hier sieht die stellvertretende Bildungsganleiterin Marita Schiffer eine weitere Schnittstelle mit dem Kooperationspartner: „Die Schüler erfahren, dass Arbeit nicht nur zur Existenzsicherung dient, sondern die Möglichkeit zu einem selbstbestimmten Leben ermöglicht.“

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„Lernpartnerschaften können realistische Berufswahlentscheidungen der Schüler fördern“, betont Heinz Gehlen, Geschäftsführer der an der KURS-Initiative beteiligten Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen. „Auf der anderen Seite hilft sie den Unternehmen, sich in Zeiten des demografischen Wandels einen Vorteil auf dem Ausbildungsmarkt zu verschaffen.“

Den dürfte auch die AOK Rheinland/Hamburg begrüßen, die eine KURS-Partnerschaft mit der Realschule Bretzelnweg eingegangen ist. „Das Unternehmen lässt sich gut in das schulische Konzept zur vertieften Berufsorientierung und zur Gesundheitserziehung einbringen“, sagt Schulleiter Walter Norbisrath. Im Rahmen der Bildungsinitiative sollen die
Schüler der Unterstufe alles rund um das Thema „Gesund durch Sport“ erfahren, während sich die Schüler der Klassen 7 bis 10 im Biologie-, Politik- und Religionsunterricht mit Suchtprävention beschäftigen.

Ein weiterer Schwerpunkt liege in der Berufsorientierung, sagt Michael Kersgens, Fachserviceleiter Regional-Marketing der AOK: So sollen die Schüler der Jahrgangsstufe 9 Bewerbungen schreiben und Vorstellungsgespräche mit den Experten der AOK führen. Auch Praktika seien geplant – ebenso wie die Teilnahme der Lehrer an
Fortbildungsveranstaltungen der AOK.

KURS ist eine Initiative der Bezirksregierung Köln, der Industrie- und Handelskammern Aachen, Bonn/Rhein-Sieg und Köln sowie der Handwerkskammer und der Bezirksregierung Köln. Sie wird mit dem Ziel betrieben, Wirtschaft und Arbeitswelt ins Klassenzimmer zu bringen und die Schüler besser auf das Berufsleben vorzubereiten. Sogenannte Basisbüros, die bei den elf Schulämtern im Regierungsbezirk Köln angesiedelt sind, unterstützen interessierte Schulen und Unternehmen beim Aufbau und bei der Entwicklung dauerhafter Lernpartnerschaften.

Weitere Informationen zu KURS und den bestehenden Partnerschaften sind im Internet unter www.kurs-koeln.de zu finden.


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