Porträt: Hans-Otto von Danwitz

Von St. Lukas Düren an die Seite des Aachener Bischofs
Von Dorothée Schenk [11.03.2013, 08.19 Uhr]

Entspannte Aufmerksamkeit gepaart mit unerschütterlich wirkendem Selbstvertrauen ist wohl das augenfälligste Merkmal des Pfarrers von St. Lukas Düren und frisch gewählten Sprechers des Priesterrates. Der Einsatz im Dienst des Herrn scheint für Hans-Otto von Danwitz ein Lebenselixier. Ein Porträt des scheidenden Regionaldekans von Düren, dessen Dienstzeit am Donnerstag, 14. März, nach 15 Jahren zu Ende geht.

Nach 15 Jahren als Regionaldekan wird Hans-Otto von Danwitz erst einmal auf Pilgerschaft gehen.

Nach 15 Jahren als Regionaldekan wird Hans-Otto von Danwitz erst einmal auf Pilgerschaft gehen.

Über die Hälfte seiner Priesterzeit trägt der Seelsorger bereits Verantwortung für eine Vielzahl von Gläubigen, die weit über seine Heimat-Pfarrgemeinde – erst Inden, dann Nörvenich und heute Düren – hinausgeht. Die vergangenen 15 Jahre des 53-Jährigen sind geprägt durch die Begleitung des Strukturwandels. Als Regionaldekan war er maßgeblich für die Umsetzung des bischöflichen Willens zur Bildung von Gemeinschaften der Gemeinden und Pfarrfusionen verantwortlich. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel Kraft gekostet hat. Gelitten habe er vor allem an den Folgen der Einschnitte durch die – wenn auch als notwendig erkannte – finanzielle Konsolidierung. „Die Art und Weise, wie Einrichtungen geschlossen wurden inklusive der Entlassung von Mitarbeitern, das halte ich bis heute für die Kirche nicht für tragbar.“

Wenn am 15. März die Dienstzeit endgültig vorbei ist, kommt daher eine Atempause – beim zehnwöchigen Pilgern auf den Spuren von Paulus. Ganz der Spiritualität Charles de Foucaulds von „Kampf und Kontemplation“ folgend.

Nach dem Kräftesammeln auf dem Fußmarsch von Rom nach Jerusalem liegt eine weitere lange, aber überschaubare Distanz vor Hans-Otto von Danwitz. Drei Jahre wird er im Sprecher-Team des Priesterrates eng mit dem Bischof zusammenarbeiten. Darin sieht er eine Chance, „gerade jetzt in der aktuellen Phase des Dialogprozesses zu einem Wandlungsprozess der Kirche beizutragen“. In den letzten drei Amtsjahren des Bischofs diesen zu bestärken in der Themensetzung, ist ein weiteres Bestreben. „Ich dachte, da ist Raum, etwas mit zu gestalten.“

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Im Januar wurde Pfarrer Hans-Otto von Danwitz (l) zum Sprecher des Priesterrates gewählt. Seine Stellvertreter sind Pfar- rer Hubert Leuchter und Regens Dr. Peter Blättler.

Im Januar wurde Pfarrer Hans-Otto von Danwitz (l) zum Sprecher des Priesterrates gewählt. Seine Stellvertreter sind Pfar- rer Hubert Leuchter und Regens Dr. Peter Blättler.

Einen reichen Erfahrungsschatz bringt der weit gereiste Priester für diese Aufgabe mit: Schon zu Studienzeiten, die er in Bonn und Würzburg erlebte, absolvierte er ein Gastjahr an der Elfenbeinküste. Hier sah er sich mit der Frage konfrontiert, „wie der Glaube in Einklang mit Not und Ungerechtigkeit in der Welt zu bringen ist“. Erst das Industriepraktikum mit inhaltlich-spiritueller Begleitung im Oswald-von-Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath habe die Fragen an Gott und die Welt und seinen persönlichen Glauben wieder in Einklang gebracht. Vor zwei Jahren gehörte er zur Bistums-Delegation, die Kolumbien besuchte.

Dabei bleibt der Wahl-Dürener, der in Tönisvorst auf dem elterlichen Bauernhof mit fünf Geschwistern groß wurde, „schollenverbunden“ und damit immer nah an den Menschen. Seine Augen strahlen, wenn er von St. Lukas Düren spricht: „Ich bin Pfarrer in der interessantesten Pfarre des ganzen Bistums.“ Die herkömmlichen Formen der Frömmigkeit, deren Lebendigkeit jeden Tag in der Anna-Kirche zu sehen sei, die Herausforderung, Traditionen wie die Anna-Oktav immer neu mit Leben zu Füllen, das Miteinander der Religionen, Nationen und der unterschiedlichen sozialen Strukturen – all das seien Herausforderungen. Ihnen stellt er sich ohne Zweifel gerne – mit einem Lächeln.


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