Keine "Pferdesteuer" im Kreis Düren.
Von Redaktion [10.03.2013, 08.25 Uhr]

Sie sagen nein zur Pferdesteuer (v.l.): Paul-Josef Gerhards, Hubert Kradepohl, Landrat Wolfgang Spelthahn, Kreistierzuchtberater Josef Lürken und Ralf Croé.

Sie sagen nein zur Pferdesteuer (v.l.): Paul-Josef Gerhards, Hubert Kradepohl, Landrat Wolfgang Spelthahn, Kreistierzuchtberater Josef Lürken und Ralf Croé.

Not macht erfinderisch: Im Bestreben, ihre klammen Kassen aufzubessern, sind einige Kommunen auf das Pferd gekommen. Wer sich den Luxus eines Reittieres gönnt, der hat's ja, sagten sie sich und führten eine Pferdesteuer ein. Bad Soden-Allendorf in Hessen zum Beispiel erhebt diese Steuer seit dem Jahresbeginn 2013. Von wegen Kleinvieh macht auch Mist: Mit 750 Euro pro Tier und Jahr werden Pferdehalter dort zur Kasse gebeten.

Wehret den Anfängen, sagten sich die Pferdesportverbände und riefen ein Aktionsbündnis ins Leben. Bis zum 31. März sammeln sie nun Unterschriften. "Wir sagen ja zu unseren Pferden und nein zur Pferdesteuer" steht auf dem Plakat der bundesweiten Aktion. Auch im Kreis Düren sammeln Pferdefreunde Unterschriften für die Petition. Empfänger der Listen werden die Dachverbände Deutscher Städtetag und Deutscher Städte- und Gemeindebund sein.

Für Paul-Josef Gerhards, Hufschmied, Pferdezüchter und 1. Vorsitzender des Kreisreiterverbandes Düren, ist die Steuer überaus kontraproduktiv. "An der Pferdehaltung hängen mehr Arbeitsplätze, als man denkt. Käme die Steuer, dann würde das Reiten für viele unerschwinglich, die Jobs fielen weg. Das schadet den öffentlichen Kassen mehr, als ihnen die Steuer nützt", sagt er.

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Im Kreis Düren sind rund 400 Pferdehalter mit 3000 Tieren registriert, darunter sind 130 Züchter mit 250 eingetragenen Stuten. Seit der reduzierte Mehrwertsteuersatz für Reiter abgeschafft wurde, müssen Pferdefreude ohnehin tiefer in die Tasche greifen. "Viele opfern alles für ihre Tiere, verzichten auf Urlaub und geben den letzten Cent: Aber nun ist die Grenze erreicht, mehr geht nicht", unterstreicht Hubert Kradepohl, Vorsitzender des Kreis-Pferdezuchtvereins.
Argumente gegen die neue Steuer gibt es viele, nicht nur finanzielle.

Fast ein Dutzend Kontrapunkte führen die Pferdeliebhaber auf. Demnach dienen Pferdehaltung und Reiten dem Naturschutz, Tierschutz, dem Sport und dem Ehrenamt, der Jugendarbeit, Gesundheit und der Landwirtschaft. Und zum guten Schluss ist die Pferdehaltung ein altes Kulturgut, das durch die Steuer stark in Mitleidenschaft gezogen würde (siehe auch: www.pferdesteuer.de).

Ralf Croé, Hengsthalter und Züchter aus Echtz, warnt vor einem Pferdetourismus, sollte die Steuer in der Region Einzug halten. "Um ihre Kosten im Griff zu behalten, müssten die Pferdehalter immer wieder in Kommunen ausweichen, in denen es die Steuer nicht gibt. Das kann niemand wollen."

In Landrat Wolfgang Spelthahn haben die Pferdefreunde einen prominenten Befürworter für ihre Petition gefunden. "Sicher leiden die öffentlichen Kassen Not. Doch sie auf Kosten der Reiter aufzubessern ist der falsche Weg. Sie haben viele gute Gründe gegen die Einführung einer Pferdesteuer zusammengetragen", sagte er, als er seine Unterschrift unter die Petition setzte.
Unter dem Motto "Jede Stimme zählt!" werden bis Ende März unter der genannten Internetadresse Unterschriften gesammelt. Zudem liegt eine Liste im Info-Center der Kreisverwaltung Düren aus.


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