Wolf Vostell: Dauerausstellung in Bonn
Von Redaktion [07.03.2013, 06.56 Uhr]

1977 beauftragte der Bund als Kunst-am-Bau-Werk für den Deutschen Entwicklungsdienst in Berlin u.a. Wolf Vostell mit der Realisierung einer großformatigen Arbeit für die dortige Mensa. Es entstand 1978 "Der verletzte Mensch", ein Wandbild mit Bleirelief und blieb dort bis zur Umsetzung des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) 1999 nach Bonn.

Als die Gebäude in Berlin abgerissen werden sollten, konnte das Kunstwerk vom damaligen Geschäftsführer des DED, Professor Dr. Jürgen Wilhelm, erhalten und als Dauerleihgabe der Berlinischen Galerie übergeben werden.

Seit 2011 ist der DED in der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) aufgegangen, die in Bonn ein neues Gebäude erhalten wird.

Aus Platzgründen konnte die Berlinische Galerie das großformatige Kunstwerk von Vostell nicht mehr ausstellen. Es wird nun als Dauerleihgabe im LVR-LandesMuseum in die Dauerausstellung integriert.

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Das LVR-LandesMuseum in Bonn besitzt eine der umfangreichsten Sammlungen zu diesem bedeutenden rheinischen Künstler (1932-1998) und begleitet sein Schaffen seit den 60er/70er Jahren mit Ausstellungen, Aktionen und Retrospektiven.

"Der verletzte Mensch" ist eine ungewöhnliche Collage aus Malerei und einem Bleirelief. Das monumentale Wandbild mit den Maßen 242 x 514 x 55 cm zeigt eine graue Leinwand mit Blei bedeckt, in der eine menschliche Figur komplett von Blei überzogen, halb zu liegen, halb zu stehen scheint. Im Zentrum der Arbeit befindet sich ein Fernsehmonitor, der ununterbrochen die Botschaften unserer medialen Welt ausstrahlt.

Das Motiv des verletzten Menschen ist im Werk Vostells mehrfach zu finden, so auch bei dem in der Dauerausstellung des LVR-LandesMuseums gezeigten Wandbild "Schule von Athen" von 1988, das erst vor vier Jahren mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen angekauft werden konnte. So entsteht hier im Themenbereich Macht und Mächte ein neues Ensemble mit Vostell-Arbeiten.


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