Rureifel zieht Touristen wie nie zuvor
Von Josef Kreutzer [06.03.2013, 08.41 Uhr]

Die neue Jugendherberge (im Bild links) katapultierte Nideggen 2012 auf weit über 83.000 Übernachtungen.

Die neue Jugendherberge (im Bild links) katapultierte Nideggen 2012 auf weit über 83.000 Übernachtungen.

Dass die wald- und wasserreiche Rureifel ein herrliches Fleckchen Erde ist, hat sich weit über die Region hinaus herumgesprochen. Seit dem Jahr 2000 steigen die Übernachtungszahlen in den Kommunen Heimbach, Hürtgenwald, Kreuzau und Nideggen kontinuierlich. Nachdem zu Beginn des neuen Jahrtausends mit 117.000 Übernachtungen in Häusern mit neun oder mehr Betten die Talsohle erreicht war, ging es stetig bergauf. 2012 wurde nun erstmals die 200.000er Marke geknackt. Exakt 201.394 Übernachtungen verbuchten die größeren Beherbergungsbetriebe in den vier Städten und Gemeinden, die sich 2001 in der Rureifel-Tourismus e.V. zusammengeschlossen haben. Das ist nicht nur ein schönes Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (196.273 Übernachtungen), sondern überdies ein Zuwachs entgegen dem regionalen Trend.

Den Löwenanteil der Übernachtungen verbuchte die Stadt Nideggen. Fast 83.500 Übernachtungen stehen bei ihr 2012 zu Buche. Sie profitiert offensichtlich von der modernen Jugendherberge, denn vor deren Bau am neuen Standort war Nideggen nicht über 68.000 Übernachtungen hinausgekommen. Auf Platz 2 des internen Vergleichs liegt die Stadt Heimbach, die 2012 über 56.700 Übernachtungen in Häusern mit neun oder mehr Gästebetten zu verzeichnen hatte. Allerdings sind die ersten Bewohner nach der Teileröffnung des Feriendorfes Resort Eifeler Tor noch nicht erfasst worden.

Mehr als 51.600 Übernachtungen wurden 2012 in der Gemeinde Hürtgenwald gezählt, die mit einem Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr den kräftigsten Sprung gemacht hat. In Kreuzau, das mit seinem Stausee in Obermaubach traditionell eher Tagestouristen anzieht, nächtigten 2012 insgesamt 9570 Gäste, also geringfügig weniger als im Vorjahr (9620). Den Erfolg der Rureifel insgesamt schmälert das nicht.

"Das ist eine hervorragende Entwicklung. Die gemeinsamen Anstrengungen der vier Rureifel-Kommunen zahlen sich aus. Die Region ist deutlich im Aufwind", freut sich Landrat Wolfgang Spelthahn, der seit 2010 Vorsitzender der Eifel-Touristik Agentur e.V. ist. Den Aufschwung macht er auch an den vielen kleineren und größeren Investitionen fest. Zu Letzteren zählen die Jugendherberge Nideggen, das Hotel Seehof an der Staumauer Schwammenauel und das nur einen Steinwurf entfernte niederländische Projekt Resort Eifeler Tor. Aber auch die Internationale Kunstakademie Heimbach, die seit ihrer Eröffnung im Herbst 2009 einen Bilderbuchstart hingelegt hat, habe Anteil am Aufschwung.

Landrat Wolfgang Spelthahn: "Allein die große James Rizzi-Ausstellung hat 2012 15.000 Besucher nach Heimbach gelockt. Davon haben die Betriebe sicher kräftig profitiert." Im Rahmen der ITB, der weltgrößten Tourismusmesse in Berlin, verraten die Macher in dieser Woche, welcher populäre Künstler der Burg in diesem Frühjahr zusätzlichen Glanz verleiht. In Berlin empfiehlt sich die gesamte Eifel der Welt an einem Stand als ideales Reiseziel. Nur der gemeinsame Auftritt garantiert die Aufmerksamkeit des Fachpublikums und der Reiselustigen.

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Die einheitliche Vermarktung der vier Rureifel-Kommunen belegt das im kleinen Maßstab. "Seit der Gründung der Rureifel-Tourismus im Jahr 2001 steigen die Übernachtungszahlen", freut sich deren Vorsitzender Axel Buch, Bürgermeister von Hürtgenwald. "Legt man die Zahlen des Wanderverbandes Deutschland zugrunde, so ergibt sich für uns aus den über 200.000 Übernachtungen in den größeren Häusern ein Bruttoumsatz von 11,5 Millionen Euro", hat Gotthard Kirch, Geschäftsführer der Rureifel-Tourismus, errechnet. Mit seinen fünf Mitarbeitern und rund einem Dutzend Minijobbern in den Nationalparktoren Heimbach und Nideggen arbeitet er daran, Wanderer, Radler und weitere Zielgruppen in die Rureifel zu locken.

Maßgebliche Unterstützung erhält die Rureifel-Tourismus vom Kreis Düren, dessen zuständiges Fachamt wachsam eine Vielzahl von Förderoptionen im Blick hält und dafür sorgt, dass die touristischen Infrastruktur stetig verbessert und erweitert wird. So wurde zum Beispiel jüngst das organisch gewachsene Wanderwegenetz mit Hilfe vieler ehrenamtlich Aktiver durchforstet, gezielt verkleinert und einheitlich ausgeschildert. Auch den Trend zu Fahrrädern mit Elektromotor hat man aufgegriffen und die Rureifel mit einem Netz aus Stromtankstellen und Radverleihstationen überzogen. Mountainbiker sollen sich demnächst in einem Park im Hürtgenwald austoben können. Kletterer kommen heute schon im Hochseilgarten in Raffelsbrand auf ihre Kosten.

Tourismusförderung ist Wirtschaftsförderung – die Ausweisung des Nationalparks Eifel, einziges Schutzgebiet dieser höchsten Güteklasse in NRW, hat der Region da sehr gut getan. Wie viel Geld Besucher tatsächlich in der Eifel lassen, soll nun eine Studie herausfinden, die die kleineren Gästebetriebe und den Tagestourismus in den Blick nimmt.

Eine Prognose darf man schon heute wagen: 2013 wird ein weiteres Rekordjahr für die Rureifel werden, denn dann fließen die Übernachtungen des Heimbacher Feriendorfes mit in die Statistik ein. Mit seinen rund 1100 Betten ist dieses Projekt eines der größten der Tourismusbranche in Deutschland. Und so mancher neue Gast wird die Rureifel zu Hause sicher weiterempfehlen und ihr damit weiteren Aufwind geben.


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