Lichtgeschwindigkeit für alle im Kreis Düren
Von Josef Kreutzer [13.02.2013, 12.18 Uhr]

Das Angebot klingt verlockend: Die Deutsche Glasfaser GmbH, ein Unternehmen niederländischer Herkunft mit Sitz in Heinsberg, ist bereit, allen Firmen und Haushalten im Kreis Düren eine eigene Spur auf der Datenautobahn zu bauen.

Damit würde Lichtgeschwindigkeit zum Standardtempo für Internetnutzer, alles nervenaufreibende Warten hätte ein Ende. Marco Westenberg stellte das Konzept der Deutschen Glasfaser jetzt auf Einladung von Landrat Wolfgang Spelthahn im Kreishaus Düren der Bürgermeisterkonferenz vor. Die Breitband-Initiative des Kreises Düren hatte zwar vielen Haushalten schnelle Internet-Anschlüsse beschert, allerdings nicht allen. Mit Zuschüssen hatte man Netzbetreiber dazu bewegt, ihre Kabel in den weniger lukrativen ländlichen Bereichen zu verlegen. Da reibungslose Kommunikation via Internet längst ein entscheidender Standortfaktor ist, verfolgten die Bürgermeister die Präsentation mit großem Interesse.

Die Deutsche Glasfaser arbeitet mit privatem Kapital und baut Glasfasernetze, die sie dann an Telekommunikationsunternehmen vermietet. In den Niederlanden ist das Geschäftsmodell seit über zehn Jahren erfolgreich, hieß es, täglich würden dort bis zu 3300 Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen. Im Gegensatz zu Kupferkabeln leiten Glasfasern Daten mit Lichtgeschwindigkeit weiter und kennen keine Kapazitätsengpässe.

Die Deutsche Glasfaser baut in einer Kommune ein eigenes Glasfasernetz auf, wenn es deren Unterstützung bei der Vermarktung und Verlegung der Kabel bekommt. Und zwar genau in dieser Reihenfolge. Bevor die Erdarbeiten beginnen, muss es eine hinreichend große Nachfrage geben. "Wir bilden Ausbaueinheiten mit jeweils rund 500 Haushalten, die eine eigene Verteilerstation bekommen. Der Abschnitt wird nur dann mit Glasfaserkabeln versorgt, wenn sich mindestens 40 Prozent dieser Haushalte in einem Vorvertrag bereit erklären, das Netz zu nutzen", erläuterte Westenberg.

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Sobald die 40 Prozent erreicht sind, verlegt der beauftragte Generalunternehmer die Kabel für das komplette Gebiet unter die Erde. Jede einzelne Wohnung erhält ein eigenes, sehr dünnes Glasfaserkabel, das über den Verteilerknoten ins Hauptnetz mündet. "Das garantiert die extrem hohe Übertragungsrate zu jeder Tageszeit", so Westenberg.

Wer seinen Hausanschluss während des Akquisezeitraums bestellt, erhält ihn kostenlos. Danach werden 400 Euro berechnet. "Während andere Netzbetreiber ihre Investition binnen vier, fünf Jahren amortisieren wollen, planen wir mit 17 Jahren", begründete Westenberg, warum sich das Engagement für die aus der Immobilienbranche hervorgegangene Firma im ländlichen Bereich lohnt.
Das Unternehmen baut ein offenes Netz und bietet es dem Markt gegen eine Nutzungsgebühr an. Die Endkunden können so zwischen den Diensten verschiedener Provider für Internet, HD-TV und Telefon wählen. Mit "Flink" hat die Deutsche Glasfaser auch eine eigene Tochtergesellschaft als Anbieter am Start. Im Kreis Heinsberg, wo bis 2015 ein flächendeckendes Netz entstehen soll, zahlen Internet-Nutzer knapp 45 Euro monatlich, wobei es bei zweijähriger Vertragslaufzeit sechs Gratismonate gibt. Wer TV und Telefon mitordert, ist mit knapp 55 Euro monatlich dabei.

Wie die Bürgermeister verfolgte Landrat Wolfgang Spelthahn die Präsentation im Kreishaus mit größtem Interesse: "Die via Internet verschickten Datenmengen werden weiter zunehmen. Zwar haben wir im Rahmen unserer Breitband-Initiative schon sehr viel erreicht, doch es gibt leider immer noch unterversorgte Gebiete. Ein flächendeckendes Glasfasernetz wäre optimal für den Kreis Düren als Lebens- und Wirtschaftsraum. Damit würden wir in diesem Punkt zu den Ballungsgebieten aufschließen."


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