Pfarrer Toni Straeten geht in Ruhestand

Dürener „Abschiedspapst“ lässt los
Von tee [12.02.2013, 10.13 Uhr]

„Ein Fässchen Kölsch und viele nette Leute zum Abschied“ hat sich der angehende Pensionär Pfarrer Straeten gewünscht – nach dem Gottesdienst in der Krankenhauskapelle

„Ein Fässchen Kölsch und viele nette Leute zum Abschied“ hat sich der angehende Pensionär Pfarrer Straeten gewünscht – nach dem Gottesdienst in der Krankenhauskapelle

Als „eine feste Institution“ bezeichnet Geschäftsführer Dr. Gereon Blum Pfarrer Toni Straeten für das Krankenhaus Düren. „Eine Ära geht zu Ende“, sagt Bürgermeister Paul Larue als Aufsichtsratsvorsitzender. Nach 31 Jahren nimmt der „Abschiedspapst“, wie sich der Krankenhaus-Seelsorger selbst nennt, jetzt Abschied.

„Das Loslassen vom Ort meines Lebens fällt mir schwer“, bekennt Pfarrer Toni Straeten, und hinter seinem gern gehörten Lachen, spürt man die Träne im Knopfloch. Die Wertschätzung freut ihn und macht ihn gleichzeitig verlegen. „Ich bin meinem Schöpfer dankbar für die Kraft zum Leben und Kampf; für das, was ich geben konnte, aber mehr noch für das, was ich empfangen habe.“

Von der großen Intimität in der Begegnung mit Menschen, die leiden, erzählt er, von der Unabhängigkeit, die ihm stets wichtig war, um den oberen Dienstherren des Krankenhauses „auch mal etwas Unangenehmes sagen zu können“. Denn, wie Hausherr Dr. Blum, betonte, nicht für die Patienten war Pfarrer Straeten da, auch für die Mitarbeiter und deren Angehörige, weil „jeder Patient, den man nicht retten kann, Narben hinterlässt“. Als ärztlicher Direktor ergänzt Dr. Bertram Barden: „Sie repräsentieren christliche Nächstenliebe und geben sie weiter.“

Bescheiden lenkt Pfarrer Toni Straeten den Blick auf Klaus Hemmerle. Der verstorbene Bischof habe den Wert dieser Arbeit erkannt und in seiner Amtszeit 25 Stellen für Krankenhausseelsorge geschaffen.

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Viel Lob beim Abschied: v.l. Dr. Barden, Pfarrer Straeten, Liesel Koschorek, Dr. Blum und Paul Larue

Viel Lob beim Abschied: v.l. Dr. Barden, Pfarrer Straeten, Liesel Koschorek, Dr. Blum und Paul Larue

Dass es allerdings im Krankenhaus – gleichermaßen für Angestellte wie Patienten – einen Ort gibt, der Rückzug und Trost bieten kann, diesen Verdienst kann Pfarrer Straeten ungeteilt für sich verbuchen. Die Kapelle an der un- übersehbaren Stelle gegenüber dem Haupteingang ist schon wegen der zentralen Lage etwas besonderes.

Ganz persönlich ist die Geschichte seiner Berufung zum Krankenhaus-Seelsorger: In seiner damaligen Pfarre in Aachen Nord begleitete er das Sterben eines 16-jährigen Leukämiekranken, das nur wenige Tage währte. Ungeschönt berichtet Pfarrer Straeten von seiner Angst, der Mutter gegenüberzutreten und im Nachklang, wie wichtig es war, diese Seelsorge zu tun. Ein prägendes Erlebnis aus dem unter Straetens Federführung in den vergangenen 20 Jahren neben der Krankenhausseelsorge die Gründung des Lebens- und Trauerhilfevereins und die Hospizbegleitung gewachsen ist. Aufgaben, denen er sich jetzt intensiver widmen will. Außerdem wird er die Befähigung von Menschen vorantreiben, palliative Begleitung zu Hause, verankert in der Spiritualität, zu ermöglichen.

Erstmal aber geht es aber für den gebürtigen „Öcher“ und Wahl-Aachener aus dem heimatlichen Domizil neben der Marienkirche ins ferne Indien. Der Flug ist schon gebucht.

Das (Kranken-)Haus, das Pfarrer Straeten verlässt, ist gut bestellt. „Gott sei Dank gibt es eine Perspektive“, sagte Paul Larue, denn „obwohl Sterilität im Krankenhaus groß geschrieben wird, gilt das nicht im Hinblick auf Werte“. So tritt bereits am 1. März Pfarrer Rainer Mohren die Nachfolge an. „Die Tradition verkörpert durch Menschen bleibt“, schmunzelt Pfarrer Straeten. Neu ist allerdings die feste Verankerung im Team, das in den vergangen Jahren gewachsen ist und die neue Kooperation mit dem Kranken- haus Lendersdorf. Künftig wird an beiden Häusern eine 24-stündige Rufbereitschaft möglich sein.


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