Kreis Düren macht mobil gegen Temposünder
Von Josef Kreutzer [28.09.2012, 08.18 Uhr]

Um die Sicherheit auf den Straßen im Kreis Düren zu erhöhen, kontrollieren Jörg Koll (v.l.), Peter Schröder und Dieter Becker ab sofort das Tempo von Kraftfahrern mit einem mobilen Messgerät an ausgewählten Gefahrenpunkten.

Um die Sicherheit auf den Straßen im Kreis Düren zu erhöhen, kontrollieren Jörg Koll (v.l.), Peter Schröder und Dieter Becker ab sofort das Tempo von Kraftfahrern mit einem mobilen Messgerät an ausgewählten Gefahrenpunkten.

Jährlich verlieren in Europa rund 35.000 Menschen ihr Leben im Straßenverkehr; nicht angepasste Geschwindigkeit ist dabei die Unfallursache Nummer 1. Nachdem sich 2011 sowohl der Bundesverkehrsminister als auch der nordrhein-westfälische Innenminister nochmals zu einer deutlichen Senkung der Unfallopfer als Ziel bekannt hatten, weitet nun auch der Kreis Düren sein Engagement aus: Erstmals setzt er ein mobiles Tempomessgerät ein.

Es kommt ab sofort in Absprache mit der Kreispolizeibehörde an Stellen im Kreisgebiet zum Einsatz, die als gefährlich eingestuft werden. Neben Unfallhäufungsstellen sind das zum Beispiel die Bereiche von Schulen, Spielplätzen oder Seniorenheimen.

"Unser Ziel ist es, Menschen vor Schäden zu bewahren, die durch zu schnelles Fahren entstehen. Deshalb setzen wir das neue Überwachungsgerät auch nur dort ein, wo eine erhöhte Gefahr für Leib und Leben besteht", betont Landrat Wolfgang Spelthahn die Kontinuität in der Tempoüberwachung des Kreises. Bislang hat der Kreis sieben Kameras an 19 festen Messpunkten im Einsatz. Mit dem mobilen Gerät ist man nun flexibler. Es arbeitet nicht mit einem Radar-, sondern mit einem Laserstrahl und kann deshalb auch an unübersichtlichen Stellen eingesetzt werden. Einmal aufgebaut und eingerichtet, kommt das rund 40.000 Euro teure Messgerät ohne Personal aus, denn die bei Radarmessungen erforderliche Plausibilitätskontrolle der Tempoangabe ist nicht nötig. Deswegen ist der neue Einsatzwagen auch nur mit einer Person besetzt.

Gemessen werden kann sowohl aus dem Wageninneren heraus als auch vom Straßenrand aus. In diesem Fall überträgt eine kabellose Verbindung die Messwerte zum Datenspeicher im Auto. Tagsüber erfolgt die Messung ohne Blitzlicht, weshalb Temposündern entgehen könnte, dass sie erfasst wurden. Betrieben wird die Anlage montags bis freitags zwischen 6 und 20.30 Uhr im Zweischichtbetrieb, bei Bedarf auch darüber hinaus.

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Da mehr Sicherheit auf den Straßen im Kreis Düren das erklärte Ziel ist, wird der Wochen-Fahrplan des geleasten Überwachungsfahrzeuges vorab veröffentlicht, so wie die Polizei in NRW das seit einiger Zeit auch praktiziert. Allerdings kann der silberne VW Caddy mit dem Logo des Kreises Düren auf den Seitentüren grundsätzlich auch an weiteren Stellen auftauchen, an denen Tempokontrollen aus Sicherheitsgründen geboten sind.

Das Land NRW verfolgt das langfristige Ziel, dass niemand bei Verkehrsunfällen verletzt oder getötet werden darf ("Vision Zero"). In seinem Verkehrssicherheitsprogramm 2004 hat es eine Etappe beschrieben: Binnen zehn Jahren, also bis zum Jahr 2015, soll die Zahl der Verkehrstoten halbiert werden. 2011 reagierte der NRW-Innenminister auf die steigende Anzahl der Getöteten (um 13 %) und Verletzten mit einem Erlass, dem nach das Geschwindigkeitsniveau überall da zu reduzieren ist, wo Fußgänger und Radfahrer besonders gefährdet sind, was nur durch vermehrte Tempokontrollen zu erreichen ist.

Im Kreis Düren ist die langfristige Verkehrsunfallbilanz positiv. In den letzten zehn Jahren starben auf den Straßen zwischen Titz und Heimbach durchschnittlich jährlich 14 Menschen. Der Höchstwert war 2002 mit 24 Opfern, der geringste 2003 mit neun zu verzeichnen. Zuletzt waren 2011 elf Verkehrstote zu beklagen.

Auch die Zahl der verletzten Personen ist kontinuierlich gesunken. 2002 wurde im Zehn-Jahresvergleich mit 1569 Opfern der Höchststand notiert, 2010 mit 1274 Verletzten erstmals die 1300er Marke unterschritten. 2011 erlitten 1340 Menschen auf den Straßen im Kreis Düren Verletzungen.

Die langfristige Verkehrsunfallbilanz der Kreispolizeibehörde Düren zeigt insgesamt einen positiven Trend. Dennoch sollte die Zahl der schweren Einzelschicksale weiter verringert werden. Dabei ist jeder Unfall, der verhindert wird, ein Gewinn.


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