A1-Forum: Region Eifel fordert Lückenschluss
Von Redaktion [25.09.2012, 12.29 Uhr]

Beim "A1-Forum" im rheinland-pfälzischen Daun haben rund 120 Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik mit Repräsentanten der Bundes- und Landesministerien über den Stand der Planung zum Lückenschluss der Autobahn 1 zwischen Blankenheim und Kelberg diskutiert. "Der A1-Lückenschluss ist das wichtigste Verkehrsprojekt für die Menschen und Unternehmen in der Eifel – und darüber hinaus", sagte Peter Adrian, Präsident der IHK Trier, im Rahmen der Veranstaltung, die von den Industrie- und Handelskammern (IHK) Aachen, Koblenz und Trier zusammen mit der Zukunftsinitiative Eifel* und der Initiative Region Trier e. V. organisiert wurde.

Der Lückenschluss gilt als eine der dringlichsten verkehrspolitischen Aufgaben in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Seit mehr als 40 Jahren setzen sich die Kammern und Kommunen gemeinsam für das Projekt ein. Adrian forderte ein schnelles Handeln: "Jetzt muss endlich richtig Tempo gemacht werden, denn ohne den kompletten Lückenschluss in der Eifel können sich auch die bisher getätigten Investitionen nicht rentieren."

Dr. Manfred Bitter, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Trier und Vorstandsmitglied der Initiative Region Trier e. V., erwartet von der Politik Verlässlichkeit: "Wir brauchen jetzt klare Entscheidungen und einen verbindlichen Zeitplan, auf den sich die Menschen und die Unternehmer mit ihren Investitionsentscheidungen verlassen können". Es müsse Klarheit geschaffen werden, dass der Lückenschluss kommt und bis wann er realisiert werde.

Für den Unternehmer Paul Berners, Spedition Berners GmbH & Co. KG aus Mechernich, sind die Autobahnen "die Lebensadern unseres wirtschaftlichen Handelns". Die Lücke der A1 bringe den Verkehr "ins Stocken". Umwege würden nicht nur die Umwelt belasten, sondern auch Zeit und Geld kosten, erklärte Berners: "Ich bin sicher: Die komplette Autobahnverbindung zwischen Blankenheim und Kelberg wird der Eifeler Wirtschaft messbare Impulse geben."

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Für die Kammern ist die A1 nicht nur für die wirtschaftliche Entwicklung der strukturschwachen Eifel von Bedeutung. Ebenso wichtig ist der Beitrag zur Verkehrsentlastung in den Ortsdurchfahrten. " Ohne Lückenschluss sind täglich hunderte LKW unnötig auf den Bundesstraßen unterwegs und belasten dort die Umwelt", stellte Günter Rosenke, Landrat für den Kreis Euskirchen, als Sprecher der Zukunftsinitiative Eifel fest und forderte Bund und Land dazu auf, "endlich die Rahmenbedingungen für die durchgängige Autobahnachse von Schweden bis Spanien zu schaffen".

Die drei anwesenden Staatssekretäre Dr. Andreas Scheuer (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung) Gunther Adler (Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW) und Jürgen Häfner (Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur Rheinland-Pfalz) gaben bei der Veranstaltung keine klaren Zusagen. "Eine Abstimmung mit dem Koalitionspartner Bündnis 90/Die Grünen über den A1-Lückenschluss steht zeitnah bevor", kündigte Häfner an: "Erst dann wird eine politische Entscheidung getroffen." Der Bund befürworte das Projekt grundsätzlich, erklärte Scheuer. Doch könne der Bund erst Geld zur Verfügung stellen, wenn Baurecht vorliegt.

"Für die Wirtschaft der Region Eifel ist es ungemein wichtig, dass eine gute Infrastruktur geschaffen wird", sagte Jürgen Drewes, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, abschließend. "Wir erwarten, dass die Planung ernsthaft vorangetrieben wird. Natürlich müssen dabei alle Meinungen angehört werden." Das Verfahren müsse sauber, aber auch zügig abgeschlossen werden.

Zum aktuellen Sachstand:

Nachdem in Rheinland-Pfalz Ende Mai 2012 der A1-Abschnitt von Gerolstein bis Kelberg für den Verkehr freigegeben wurde, muss für die Strecke von Kelberg bis Adenau nach der Fertigstellung eines Vorentwurfs noch ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Ein Antrag auf Einleitung eines Planstellungsverfahrens wurde bereits für den Abschnitt von Blankenheim bis Lommersdorf gestellt. Für die Strecke von Adenau bis Lommersdorf, für die das Land Nordrhein-Westfalen zuständig ist, wird von den Umweltverbänden noch eine Null-Varianten-Untersuchung gefordert. Erst wenn dazu ein Ergebnis vorliegt, kann an der Erstellung des Vorentwurfs weitergearbeitet werden.


* Die Zukunftsinitiative Eifel setzt sich für eine gezielte gemeinschaftliche Entwicklung regionaler Kompetenzen zur Stärkung des Wirtschaftsraumes Eifel ein. Dazu haben sich über die Landesgrenzen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hinweg acht Eifelkreise, 52 Kommunen und acht regionale Wirtschaftskammern sowie die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens zusammengeschlossen.


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