Perspektivworkshops für Eingewanderte

Düren: Vom schwierigen Weg in den Arbeitsmarkt
Von Redaktion [28.06.2012, 18.47 Uhr]

 Sybille Haußmann moderierte die engagierte Debatte mit Marie-Luise Hümpfner vom Ministerium, Bülent Arslan vom IMAP-Institut, Kreisdirektor Georg Beyß und Wilhelm Grafen (v.l.) von der Handwerkskammer Aachen.

Sybille Haußmann moderierte die engagierte Debatte mit Marie-Luise Hümpfner vom Ministerium, Bülent Arslan vom IMAP-Institut, Kreisdirektor Georg Beyß und Wilhelm Grafen (v.l.) von der Handwerkskammer Aachen.

"Es soll einen Facharbeitermangel geben? Das klingt wie Hohn in meinen Ohren. Ich habe hier so viele Menschen getroffen, die sehr qualifiziert sind, manche haben sogar hier in Deutschland studiert, aber trotzdem haben sie noch keine Arbeit gefunden." war der Kommentar einer Teilnehmerin der Abschlussveranstaltung des diesjährigen KOMM-IN Projektes. Marie-Luise Hümpfner vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration NRW war nach Düren gekommen, um sich über die Ergebnisse zu informieren und erlebte eine engagierte Debatte.

Mehr als 50 Menschen hatten an den Perspektivworkshops für Eingewanderte mit hohen und mittleren Bildungsabschlüssen in Düren und Jülich teilgenommen, viele von ihnen waren auch zur Abschlussveranstaltung gekommen.

Das Projekt war vom Kreis Düren und der Stadt Jülich gemeinsam geleitet und vom Imap-Institut durchgeführt worden. Ziel war es, Eingewanderten mit hohen und mittleren ausländischen Bildungsabschlüssen den Weg in den Arbeitsmarkt zu ebnen.

In den zweitägigen Workshops tauschten hoch motivierte Teilnehmer Erfahrungen aus, nutzten Beratungsangebote, analysierten ihre Stärken und Schwächen und machten sich gegenseitig Mut. Alle hatten schon die Erfahrung hinter sich, dass Berufserfahrungen und Qualifikationen aus dem Ausland von Unternehmen in Deutschland nicht wertgeschätzt werden und ihnen, wenn überhaupt, nur unqualifizierte Tätigkeiten angeboten wurden.

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Die Abschlüsse von Ingenieur, Lehrer, Betriebswirt, Geisteswissenschaftler, Journalist und vielen anderen Berufen werden in Deutschland oftmals nicht anerkannt. Die Akademiker finden sich vor einer Menge Hürden, die ohne Unterstützung kaum zu bewältigen sind. Deshalb haben sie die Chance gern genutzt, die ihnen die Workshops boten. Kammern, Agentur für Arbeit, job-com, Jugendmigrationsdienste und Bildungseinrichtungen boten ihre Unterstützung an und gaben hilfreiche Tipps.

Nach den Workshops fängt aber für viele die Arbeit erst an: Anerkennungsverfahren durchführen, Bewerbungstraining, noch mehr Deutsch lernen, wieder neu studieren oder ganz von vorne anfangen und einen neuen Beruf erlernen, sind oftmals die nächsten Schritte, die getan werden müssen. Vor fast allen liegt noch ein langer und beschwerlicher Weg. Daher wollen die beteiligten Institutionen künftig enger zusammen arbeiten, um die Potentiale von gut gebildeten Eingewanderten besser nutzen zu können.

Zum Ende der Abschlusstagung äußerte die Projektleiterin, Sybille Haußmann, noch einen Wunsch: Wir können vieles tun um Eingewanderte besser auf den deutschen Arbeitsmarkt vor zu bereiten, am Ende sind wir aber darauf angewiesen, dass es Unternehmerinnen und Unternehmer im Kreis Düren gibt, die das Engagement und die Potentiale von gebildeten Eingewanderten erkennen und ihnen eine erste Chance in ihrem Unternehmen geben."

Weitere Informationen zu dem Projekt und den ausführlichen Projektbericht erhalten Sie unter: amt57@kreis-dueren.de oder www.kreis-dueren.de - Stabsstelle für Migrationsangelegenheiten.


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