Kinderzentrum für die Zukunft sehr gut aufgestellt

Abschied nach über 30 Jahren im Marienhospital Düren
Von Redaktion [25.03.2012, 08.43 Uhr]

Geschäftsführer Gábor Szük, Chefarzt der Kinderklinik,Dr. med. Frank Wegner, Neli Eßer und Dr. med. Karl-Josef Eßer, sowie Dipl.-Kfm. Bernd Koch, Geschäftsführer der ctw, (v.l.) bei der Verabschiedung. Foto: K.Erdem

Geschäftsführer Gábor Szük, Chefarzt der Kinderklinik,Dr. med. Frank Wegner, Neli Eßer und Dr. med. Karl-Josef Eßer, sowie Dipl.-Kfm. Bernd Koch, Geschäftsführer der ctw, (v.l.) bei der Verabschiedung. Foto: K.Erdem

Er hat die Kinder in die Mitte gestellt. Darin waren sich die Gäste einig, die zur Verabschiedung von Dr. med. Karl-Josef Eßer, langjähriger Chefarzt der Kinderklinik am St. Marien-Hospital sowie seit 2004 ärztlicher Direktor, ins Haus der Stadt gekommen waren. Über 30 Jahre war Dr. Eßer Chefarzt der Kinderklinik. In dieser Zeit hat er viele zukunftsweisende Entwicklungen mit auf den Weg gebracht, wie den Aufbau des Sozialpädiatrischen Zentrums, der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Neonatologie. Gemeinsam mit einem großen Ärzte- und Pflegeteam hat er in vielen Jahren die Kinderklinik zu dem gemacht, was sie heute ist, nämlich die zentrale Betreuungsstelle für akute und chronische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen zwischen Aachen und Köln mit großer Ambulanz und einem breitem Leistungsspektrum.

Die Geschäftsführer der Caritas Trägergesellschaft West, Ass. Jur. Gábor Szük und Dipl.-Kfm. Bernd Koch, würdigten zu Beginn und zum Abschluss der Laudationes die Arbeit, den Einsatz und das Engagement Dr. Eßers. Als Vorsitzender des Vereins Freunde und Förderer der Kinderklinik und der Sozialpädiatrie am St. Marien-Hospital e.V., dessen Vorsitzende er über 20 Jahre lang war, sammelte er zudem zahlreiche Spenden, mit denen wesentliche Projekte der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, der Kinder- und Jugendpsychiatrie und des Sozialpädiatrischen Zentrums am St. Marien-Hospital gefördert wurden.

Ein Kind in die Mitte zu stellen, das ist sein Lebensprogramm, wie Bürgermeister Paul Larue darlegte. Und mit Blick auf die anstehende Tätigkeit Dr. Eßers als Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin in Berlin wird dies auch so bleiben. Larue würdigte zudem Dr. Eßers Einsatz für Kinder über seine Arbeit als Pädiater hinaus: Schulen, Kindertagesstätten, die Jugendämter von Stadt und Kreis Düren, kurz: die sozialen Bezüge der Kinder sollten immer mit einbezogen werden in die gesundheitliche Sorge um die Kinder. Dr. Eßer forderte, so Larue, Engagement und Zusammenarbeit für Kinder ein.

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Dr. Eßer begann 1975 seine Tätigkeit als Assistenzarzt, nachdem er sein Studium der Medizin an der RWTH Aachen mit der Promotion beendet hatte. Nach zwei Jahren wechselte er als Assistenzarzt an die Kinderklinik der RWTH Aachen und erhielt 1980 die Anerkennung als Arzt für Kinderheilkunde. 1981 kehrte er als Chefarzt der Kinderklinik in das St. Marien-Hospital zurück und blieb die nächsten 30 Jahre. Während dieser Jahre hat er nie den Draht zu den kleinen Patienten verloren, wie Dr. med. Thomas Heyer, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin im St. Marien-Hospital, hervorhob.

„Er ist ein Visionär mit vielen Ideen“, so Dr. Heyer. Diese habe er in den Dienst der Sache des St. Marien-Hospitals gestellt. „Du hinterlässt sehr, sehr große Fußstapfen“, erklärte er zum Abschluss seines Vortrags. Das bestätigte auch Dr. Eßers Nachfolger als ärztlicher Direktor, Dr. med. Bodo Müller, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Dr. Eßer habe hohe Maßstäbe gesetzt und er selbst wolle den Weg, den dieser vorbereitet hat, weitergehen. „Ich werde alles daran setzen, die Qualität und an christlichen Grundwerten orientierte Menschlichkeit weiter auf hohem Niveau weiterzuführen“, so Dr. Müller. Damit das Krankenhaus weiter einen so guten Ruf genieße wie bisher.

Dr. med. Frank Wegner, seit 24 Jahren ebenfalls Chefarzt der Kinderklinik, bekannte, dass die kollegiale Leitung der Abteilung zunächst keine Liebesheirat gewesen sein, aber sie beide bald ihre Stärken und Vorlieben erkannt hätten und diese auch gegenseitig annahmen. „Wir haben uns sehr gut ergänzt“, sagte Dr. Wegner. Er würdigte Dr. Eßers innige Verbundenheit zu der Klinik, die nie nur Arbeitsstätte war, sondern stets sein Baby. Roswitha Wolff, langjährige Kinderkrankenschwester und heute Pflegerische Bereichsleitung der Kinderklinik, dankte Dr. Eßer dafür, dass dieser die Pflegekräfte in Krisenzeiten immer unterstützte und auch in schwierigen Situationen uneingeschränkt hinter ihnen stand. Grußworte sprachen anschließend Krankenhausseelsorger Pfarrer Willi Lennarz, der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Erich Leisten, zudem Herr Waldemar Radtke, Regionaldirektor bei der AOK Rheinland-Hamburg, sowie Prof. Dr. Norbert Wagner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

Dr. Eßer selbst bedankte sich bei allen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben und die er begleitet hat, für die Zusammenarbeit, die Geduld, das Verständnis und das Vertrauen.


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