Erfolge im IHK-Bezirk Aachen gelobt
Von Redaktion [13.03.2012, 15.10 Uhr]

Die Wirtschaftskrise ist überwunden, die Energiewende steht bevor: IHK-Präsident Bert Wirtz hat vor rund 450 Gästen im Krönungssaal des Aachener Rathauses die Erfolge der Mitgliedsfirmen im Kammerbezirk gelobt und die Herausforderungen der Zukunft benannt. Die Wirtschaft der Region sei optimistisch in das neue Jahr gestartet und gestärkt aus der Krise hervorgegangen, doch vieles von dem, was die Unternehmen und ihre Mitarbeiter zwischen Erkelenz und Euskirchen, zwischen Aachen und Titz erreichen könnten, sei abhängig von Rahmenbedingungen, auf die auch die deutsche Regierung zunehmend weniger Einfluss habe.

Wirtz bezeichnete insbesondere „die labile Weltfinanzordnung, die expansive Geldpolitik und die damit verbundene Gefahr einer Inflation“ sowie „die weiterhin instabile Lage im Nahen Osten und die brennenden Fragen der sicheren Energieversorgung“ als Risikofaktoren für die Betriebe in der Region.

Von der Politik in Berlin forderte Wirtz die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte und mahnte die Neuordnung der Gemeindefinanzen an. Trotz Rekordeinnahmen bei der Gewerbesteuer ge- linge es nicht, die Haushalte zu konsolidieren – mehr als 22 Milliarden Euro hätten die nordrhein-westfälischen Kommunen an Kassenkrediten angehäuft. Von den 46 Städten und Gemeinden im Kammerbezirk seien fünf bereits überschuldet oder stünden kurz davor – mit dem Ergebnis einer Gewerbesteuererhöhung. „Es wäre aber ungerecht, die Schuld für diese Misere allein bei den Städten und Gemeinden zu suchen“, sagte Wirtz: „Es sind vor allem die stark steigenden Soziallasten, die jeglichen finanziellen Handlungsspielraum rauben. Wir brauchen eine Neukonstruktion der kommunalen Finanzverfassung mit einem Ausgleich der Sozialhilfeausgaben.“

Erfreuliche Zahlen übermittelte der IHK-Präsident im Hinblick auf die neuen Ausbildungsverhältnisse in Industrie, Handel und Dienstleistung: Mit mehr als 4.600 neuen Verträgen habe man die guten Ergebnisse der Vorjahre noch einmal um rund sechs Prozent steigern können. Wirtz dankte den ausbildenden Unternehmen für ihr herausragendes Engagement und warnte gleichzeitig vor dem Fachkräftemangel: „Ab 2013, dem Jahr unseres Doppelabiturs, wird die Zahl der Schulabgänger zum Teil drastisch zurückgehen. Es ist höchste Zeit, dass sich die Unternehmen Gedanken machen, wie sie junge Menschen gewinnen und an sich binden können.“

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or diesem Hintergrund wolle die IHK die 2011 mit der Stadt Aachen und einem städtischen Berufskolleg erfolgreich eingeführte Spezialausbildung für Studienabbrecher in den MINT-Fächern auf andere Studienfächer und Ausbildungsberufe ausweiten.
Im Aachener Rathaus hob Wirtz auch die positive Entwicklung der Region hervor, in der in den vergangenen 30 Jahren mehr als 1.400 neu gegründete Firmen rund 32.000 Arbeitsplätze geschaffen haben. Die Erfolge der vergangenen drei Jahrzehnte hätten die Landesregierung ermutigt, die Industrie- und Handelskammer Aachen mit der Steuerung der Innovationsregion Rheinisches Revier zu beauftragen. „Für unsere Region bedeutet das die Maßstabsvergrößerung in Richtung einer Metropolregion Rheinland mit europäischem Zuschnitt“, sagte Wirtz. „Dabei brauchen wir die Zusammenarbeit in der Euregio Maas-Rhein.“

Wirtz betonte, dass das Rheinland mit seinen energieintensiven Betrieben, die eng in die gesamte Wertschöpfungskette mit Dienstleistern, Handel und auch dem Handwerk eingebunden seien, Industriestandort bleiben müsse. Diese Industrien seien „systemrelevant“ für das Rheinland und müssten auch weiterhin darauf setzen können, dass die Stromversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen jederzeit gesichert ist. Der IHK-Präsident sei „fest davon überzeugt, dass wir mit der Kompetenz von RWTH Aachen, Fachhochschule Aachen, Forschungszentrum Jülich und weiteren Lehrstühlen im Rheinland gemeinsam Lösungsansätze für die Energiewende in unserem Raum entwickeln können“.

Zufrieden zeigte sich Wirtz mit der Umgestaltung des Aachener Autobahnkreuzes im Sinne einer wirtschaftsdienlichen Infrastruk- tur. Dank vorbildlicher Planung und Kommunikation komme der Umbau gut voran. Dies sei wichtig vor dem Hintergrund, dass der Verkehr im Rheinland in den nächsten 20 Jahren um 60 Prozent anwachsen und vieles davon in Form von Transitverkehren durch unseren Raum führen werde. Kritik übte Wirtz hingegen am Lückenschluss der A 1 in der Eifel als dem letzten fehlenden Stück einer Autobahnverbindung von der Ostsee bis ans Mittelmeer: „Mangelnder politischer Wille und knappe Finanzmittel behindern diesen wichtigen Ausbau. Dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass der Lückenschluss die Verkehre verlagert und Ortsdurchfahrten entlastet.“ Für dieses wichtige Stück Infrastruktur wolle die Kammer im Rahmen einer Veranstaltung für die Politik im kommenden Sommer noch einmal Argumente zusammentragen.

Wirtz zeigte sich abschließend beeindruckt vom Potenzial der Unternehmen in der Region. „Dank guter Standortbedingungen und eines guten konjunkturellen Umfelds“, schloss der IHK-Präsident, „haben die Unternehmen in unserem Kammerbezirk ihre enorme Leistungs- fähigkeit bewiesen.“


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