Fünf Krankenhäuser erhalten euregionales Qualitätsiegel
Von Kaya Erdem [10.03.2012, 15.14 Uhr]

Fünf Krankenhäuser im Verbund der Caritas Trägergesellschaft West (ctw) im Kreis Düren erhalten euregionales Qualitätsiegel für ausgezeichnetes Hygiene-Management. Das St. Marien-Hospital in Düren-Birkesdorf, das St. Augustinus Krankenhaus in Düren-Lendersdorf, das St. Elisabeth-Krankenhaus Jülich, das St. Josef-Krankenhaus Linnich und das St. Antonius-Krankenhaus Schleiden haben für ihr Hygiene-Management das „Qualitätssiegel euPrevent MRSA“ erhalten. Sie sind damit Teil eines grenzüberschreitenden Netzwerks, das durch Aufklärung, Zusammenarbeit und Ursachenanalyse vermeidbare Krankenhausinfektionen reduziert und den Umgang mit multiresistenten Erregern in den Kliniken der Euregio Maas-Rhein harmonisieren will.

Die Sicherheit der Patienten haben die Verantwortlichen des euregionalen Projektes und der 24 beteiligten deutschen, niederländischen und belgischen Kliniken dabei im Blick. Prof. Dr. Sebastian Lemmen (Klinikum Aachen), einer der federführenden Mediziner bei „euPrevent MRSA“, verdeutlichte während der Siegelverleihung in Aachen, dass Kliniken, die ein Qualitätsmanagement zur Eindämmung der multiresistenten Erreger eingeführt haben, bei den Infektionen Rückgänge von rund 30 Prozent, bei einzelnen Bakterientypen sogar bis 60 Prozent, erreicht haben. Dass sie ein solches Management bereits installiert haben, konnten auch die Krankenhäuser der Caritas Trägergesellschaft West vor einigen Wochen in einem Audit nachweisen. Zehn Kriterien wurden dabei überprüft, darunter der standardisierte Umgang mit infizierten Patienten, die permanente Fortbildung des Personals in Hygienemaßnahmen und die Untersuchung aller Patienten auf mögliche Keime. Von herausragender Bedeutung ist unter allen Maßnahmen die Händehygiene, auf die auch in den ctw-Krankenhäusern größter Wert gelegt wird.

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Dass ein Krankenhaus noch so große Anstrengungen unternehmen und dennoch alleine nicht erfolgreich sein kann, verdeutlichte Prof. Dr. Alexander Friedrich vom Universitätskrankenhaus Groningen anhand von Simulationen, die die rasante Ausbreitung von Keimen in Kliniken einer Region und darüber hinaus vorführten. Deshalb sei es so wichtig, in einem Netzwerk den gefährlichen Keimen gemeinsam den Kampf anzusagen. Mit ihrer Beteiligung an „euPrevent MRSA“ haben die ctw-Krankenhäuser ein klares Bekenntnis zu dieser Zusammenarbeit für die Sicherheit der Patienten abgelegt.

Krankenhauskeime und die oft dramatischen Folgen für Patienten sorgten zuletzt häufig für negative Schlagzeilen. Anstatt nach einer Behandlung im Krankenhaus gesund zu werden, geht es manchen Patienten nach der Operation schlechter als vorher. Etwa 500.000 Menschen infizieren sich jährlich in Kliniken mit Keimen. Mit der Zunahme der medizinischen Möglichkeiten und Patienten, die immer älter werden, steigt auch das Risiko von Infektionen. Multiresistente Keime, wie zum Beispiel MRSA, also Bakterien, gegen die mehrere Antibiotika nicht mehr wirksam sind, stellen die Krankenhäuser vor große Herausforderungen, da sie weiter zunehmen. Ein gezieltes Screening, gelebte Isolierungsmaßnahmen und ein streng indizierter Umgang mit Antibiotika können der Zunahme entgegenwirken.


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