Durch Umstellung 30 Prozent des Eigenbedarfs gedeckt

Mit Mikrogasturbine sorgt Linnicher Krankenhaus für Strom
Von Redaktion [07.03.2012, 13.21 Uhr]

Jann Habbinga (Kaufmännischer Direktor) und Hansdieter Leyendecker (Technischer Leiter) vor der neuen Mikrogasturbine im St. Josef-Krankenhaus Linnich

Jann Habbinga (Kaufmännischer Direktor) und Hansdieter Leyendecker (Technischer Leiter) vor der neuen Mikrogasturbine im St. Josef-Krankenhaus Linnich

Durch eine moderne Mikrogasturbine (MGT) ersetzt wurde das Aggregat des bereits seit 1998 für den Eigenverbrauch von Strom und Wärme betriebenen Blockheizkraftwerks (BHKW) im St. Josef-Krankenhaus Linnich. Dadurch werden etwa 30 Prozent des Eigenbedarfs an Strom und Wärme gedeckt.

Bisher war es üblich, Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen mit Blockheizkraftwerken, basierend auf Verbrennungsmotoren, zu betreiben. Neben vielen Vorteilen hat diese Technik systembedingt einige wesentliche Nachteile: Großer Aufwand für Wartung, relativ hohe Abgasemissionen und gebundene, nicht nutzbare Abwärme. Aus diesem Grund hat sich das St. Josef-Krankenhaus Linnich entschieden das konventionelle Blockheizkraftwerk durch eine moderne Mikrogasturbine zu ersetzen. Die erforderliche Investition in Höhe von 145.000 Euro wurde aus Eigenmitteln des St. Josef-Krankenhauses erbracht.

Die Energieeinsparung durch die Mikrogasturbine in Verbindung mit den erheblich niedrigeren Wartungskosten führt zu einer Amortisation nach bereits wenigen Jahren. „Im Zuge des Kostendrucks im Gesundheitssystem und den dadurch erforderlichen Einsparungen wird meistens an Entlassung von Personal gedacht. Das muss nicht immer sein. Auch in anderen Bereichen eines Krankenhauses, wie hier z. B. bei Technik und Energieversorgung, können Einsparpotentiale genutzt werden“, so Jann Habbinga, kaufmännischer Direktor des St. Josef-Krankenhauses.

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Während des Betriebs entstehen deutlich geringere Abgasemissionen gegenüber einem gleichwertigen Blockheizkraftwerk-Gasmotor. Somit wird erhöhter Umweltschutz betrieben, denn es findet ein mehr als 20-fach geringerer Kohlenstoffmonoxid- (CO) und Stickoxid-Ausstoß (NOX) statt. Die mit ca. 65 dB(A) ebenfalls geringen Schallemissionen entsprechen etwa der Zimmerlautstärke eines Fernsehers in einem Meter Entfernung, sodass die Patienten des Hauses vom Betrieb nichts bemerken.

In der Mikrogasturbine des Linnicher Krankenhauses kommen Luftlager zum Einsatz. Dadurch kann auf Betriebsstoffe wie Kühlwasser und Schmieröle vollständig verzichtet werden. So erreicht die Mikrogasturbine mit ca. 8000 Betriebsstunden pro Jahr wesentlich längere Wartungsintervalle als Verbrennungsmotoren, die schon nach ca. 1.000 Betriebsstunden mit erheblichem Kostenaufwand gewartet werden müssen. Durch die kontinuierliche Verbrennung kann die Gasturbine besser mit Qualitätsschwankungen im Gas zurechtkommen und dazu im Teillastbereich bessere Wirkungsgrade aufweisen als entsprechende Kolbenmotoren.

Der Einsatz im Kraft-Wärme-Kopplungsbetrieb ist dank der nur im Abgas gebundenen Wärme sehr gut möglich. Die Leistung der in Linnich eingesetzten und von der Aachener Firma E-quad Power Systems vertriebenen Turbine ist mit einer elektrischen Leistung von 50 kW und einer thermischen Leistung von 110 kW ideal auf den Grundlastbedarf des Krankenhauses abgestimmt.


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