Sorgen des Vorsitzenden der Kreisbauernschaft, Erich Gussen

Sorgen um Ackerfrüchte im Kreis Düren
Von Redaktion [06.03.2012, 07.34 Uhr]

Mit sorgenvollem Blick schauen in diesen Tagen viele Landwirte auf ihre Feldbestände. „Die länger anhaltende Kälteperiode mit zum Teil extremen Kahlfrösten hat den Getreide- und Rapsbeständen arg zugesetzt“, berichtet Erich Gussen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Düren, über das Ausmaß der Auswinterungsschäden. „Die Gersten- und Weizenbestände sehen nach dem Ende der Kälteperiode vielerorts aus wie vertrocknet. Dabei gibt es starke regionale Unterschiede: Die Bestände zeigen sich von heuartig vergilbt bis noch relativ grün“, sagt der Vorsitzende.

Das Ausmaß der Schäden sei mit dem Temperaturanstieg und dem Auftauen der Böden erst im Verlauf der vergangenen Woche sichtbar geworden. Inwieweit Pflanzen gänzlich abgestorben seien, lasse sich derzeit noch nicht endgültig abschätzen.

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Für die Auswinterungsschäden seien in diesem Frühjahr neben dem reinen Kältetod, der bei Gerste ab minus 15 Grad und bei Weizen ab minus 20 Grad einsetzen kann, die Austrocknung wegen des Frosts, die vor allem bei strahlungsreichem, sonnigem Wetter und trockenem Ostwind auftritt, die Ursache. Diese Wetterlage beschleunige die Wasserverdunstung der Blätter – gleichzeitig könnten die Pflanzen infolge des gefrorenen Bodens kein Wasser über die Wurzeln nachführen.

Auch das Auffrieren des Bodens mit nachfolgenden Wurzelabrissen könnte eine Ursache sein. Der Wintereinbruch sei nach einer langen Phase eher milder Temperaturen zu heftig gewesen. Das bereits im Herbst ausgesäte Wintergetreide hatte sich im Dezember und Januar bereits vielerorts gut entwickelt und war schon auf Frühling eingestellt, als der Frost noch einmal zuschlug. „Die Folgen der Auswinterungsschäden sind eine deutlich verzögerte Entwicklung um mindestens 14 Tage“, betont der Vorsitzende. Gut wäre es jetzt für die Landwirtschaft, wenn die Temperaturen langsam ansteigen würden.


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