Ein Schloss für die Festspiele
Von Arne Schenk [12.07.2011, 16.09 Uhr]

Die Festspiele in Nideggen gibt es nicht mehr! Was sich wie eine Hiobsbotschaft anhört und auch einen ernsten Hintergrund hat, besitzt letztendlich erstaunlicherweise fast ausschließlich positive Aspekte für die Fans – zumindest laut Ansicht der Veranstalter. Denn frei nach der Heroldsformel „Le roi est mort – vive le roi“ sind es waschechte Prinzen, die dem erfolgreichen Festival ihr Schloss Merode bei Langerwehe als neue Heimat offerieren, wo das Festspielleben ab sofort neu pulsieren soll.

Prinz und Prinzessin Charles-Louis von Merode, Landrat Wolfgang Spelthahn, Käthe Rolfing (Vorsitzende der Kulturinitiative Düren), Heinrich Göbbels (Bürgermeister von Langerwehe), Konzertveranstalter Günter Meyer (v.l.n.r.) vor dem Festivalplatz.

Prinz und Prinzessin Charles-Louis von Merode, Landrat Wolfgang Spelthahn, Käthe Rolfing (Vorsitzende der Kulturinitiative Düren), Heinrich Göbbels (Bürgermeister von Langerwehe), Konzertveranstalter Günter Meyer (v.l.n.r.) vor dem Festivalplatz.

Das eindrucksvolle Ambiente ist der Region bestens vom herrlichen Weihnachtsmarkt und dem herrlichen Kulturprogramm der Frühlingspromenade her bekannt, wobei die Prinzenfamilie bereits seit Jahren beste Erfahrungen mit einem feiernden Publikum macht. „Wir haben auch beste Erfahrungen beim Maifest gemacht“, bekräftigt Charles-Louis Prinz von Merode und bezeugt dadurch eine enge Verbundenheit mit dem Umfeld.

„Eigentlich bleibt (fast) alles beim Alten – Wir tauschen nur eine Burg gegen ein Schloss!“ verheißt die alte Homepage www.festspiele-burg-nideggen.de bereits im Internet. Lediglich die beiden bestuhlten Veranstaltungen finden andernorts statt. Der „Nightwash Burg Club“ zieht zur Burg Wilhelmstein, Helge Schneider soll voraussichtlich im Frühjahr 2012 in der Arena Düren nachgereicht werden. Ansonsten dürften sich Fans von „Ich & Ich“ sowie „Bap“, die keine Karte ergattern konnte, freuen. Ein zusätzliches Kontingent von 600 Tickets kommt in den Handel. Dies bestätigte Konzertveranstalter Günter Meyer (meyer-konzerte.de).

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Den Vorwurf, dass der Kreis Düren für den Umzug tief in die Tasche greifen müsse, widerspricht Landrat Wolfgang Spelthahn: „Ich erinnere mich nicht, dass auch nur ein Cent aus dem Kreishaushalt in die Festspiele geflossen wäre!“ Vielmehr betreibe die Kulturinitiative im Kreis Düren e.V. als private Stiftung ohne jegliche öffentlichen Mittel die Festspiele. Zudem liege die alleinige Verantwortung bei der Initiative als Veranstalterin.

Letztlicher Auslöser für den Umzug sei das Mittelalterfest an Muttertag, bei der die beengte Zugangssituation zur Burg Nideggen eskaliert sei. Eine Straßensperrung wurde durchbrochen, die Polizei musste eingreifen. „Acht Verfahren mit durchaus gewichtigem Hintergrund“ liefen derzeit bei der Staatsanwaltschaft, erklärte der Landrat.

Allerdings unterstrich er, dass niemandem etwas weggenommen werden solle. „Wir sind jederzeit zu Gesprächen bereit.“ Die Kulturinitiative wies darauf hin, dass beispielsweise die Familientage am 21. August und 4. September (jeweils ab 13 Uhr) unter der Leitung von Luzia Schlösser auf Burg Nideggen weiterhin statt fänden.


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