Linnicher Krankenhaus hat Dementkranke "im Blick"
Von Redaktion [25.09.2010, 08.08 Uhr]

Geschultes Fachpersonal kümmert sich im Linnicher Krankenhaus um Demenzkranke.

Geschultes Fachpersonal kümmert sich im Linnicher Krankenhaus um Demenzkranke.

Immer mehr Menschen erkranken an Demenz – das stellt auch das St. Josef-Krankenhaus in Linnich fest. Bereits vor einem Jahr wurden räumliche und personelle Vorbereitungen getroffen, um sich auf die Bedürfnisse dieser Patientengruppe einzustellen. Seit dem wurden im Linnicher Krankenhaus 247 Patienten mit der Nebendiagnose Demenz behandelt und betreut. „Rückblickend bestärkt uns die Zufriedenheit unserer Patienten und deren Angehörigen darin, dass wir mit unseren Aktivitäten für demente Patienten auf dem richtigen Weg sind“, so Günter Weingarten (Pflegedirektor) und Marlies Jansen (stellv. Pflegedirektorin).

Vergangenen Sommer wurden im St. Josef-Krankenhaus neue Zimmer für demente Patienten eingerichtet, die farblich mit warmen Farbtönen gestaltet wurden und mit dem bedarfsgerechten Mobiliar ein wohnliches Ambiente ergeben. So sind beispielsweise die Türen durch handgemalte Bilder mit einfachen Motiven gekennzeichnet, damit dem Patienten die Orientierung innerhalb der Station erleichtert wird. Handläufe bieten zusätzlichen Halt und die höhenverstellbaren Betten ermöglichen dem Patienten ein selbständiges und sicheres Aufstehen.

Eine besondere Betreuung erfährt der Patient durch das speziell geschulte Fachpersonal. Das Team um die Demenzexpertinnen Sr. Alexandra Backes und Sr. Marisol Da Lanca wird unterstützt von geschulten Betreuungskräften, ausgebildet nach §87b SGB XI. Mit Ruhe und stressfreier Pflege, Aromatherapie und basaler Stimulation schaffen die Schwestern eine vertrauliche Umgebung. Der Patient wird durch Beschäftigung abgelenkt und dadurch die Tendenz des Weglaufen Wollens gesenkt. Die Ärzteteams der Inneren Medizin und der Chirurgie sind dankbar für die besondere Betreuung. „Durch die gezielte Beschäftigung wird eine Verschlimmerung der Demenz vermieden. Wir vermeiden unnötige Medikamente zur Ruhigstellung! “ so der Ärztliche Direktor Dr. Gerhard Mertes.

Die Einbeziehung der Angehörigen und der Pflegeheime ist für das gesamte Team besonders wichtig, weil gerade diese über die Vergangenheit (Biographie) des Patienten informieren können. Das verbessert die Betreuung. Je individueller die Betreuung organisiert ist, desto wohler fühlt sich der demente Patient während des Krankenhausaufenthaltes. Den Angehörigen von sehr ängstlichen und unruhigen Patienten wird die Möglichkeit des „Rooming in“ angeboten. Denn der demenziell Erkrankte reagiert mit Ruhe und ohne Angst auf gewohnte Bezugspersonen.

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Die Patienten, die entsprechend ihres Gesundheitszustandes dazu in der Lage sind, werden je nach ihren Interessen von Betreuungskräften speziell beschäftigt. Hier gilt ein besonderer Dank dem Förderverein des St. Josef-Krankenhaus, der mit vielen Anschaffungen einen großen Beitrag zur besseren Betreuung dieser speziellen Patientengruppe geleistet hat.

Jann Habbinga (Kaufmännischer Direktor): „Wir möchten uns auch in Zukunft auf demente Patienten einstellen und weitere Räumlichkeiten umgestalten. Denn die Zahl der Patienten mit der Nebendiagnose Demenz steigt ständig weiter an.“

Zurzeit sind in Deutschland ca. 1,2 Millionen Menschen an verschiedenen Demenzen erkrankt. Die Tendenz ist steigend. Wenn an Demenz erkrankte Patienten in eine Klinik eingeliefert werden, liegt in der Regel eine akute körperliche Erkrankung vor. Die Demenz als zweite Erkrankung tritt dabei häufig in den Hintergrund.

Die Patienten, auf die sich das St. Josef-Krankenhaus speziell vorbereitet hat, werden ursächlich nicht wegen der Diagnose Demenz behandelt. Es sind Patienten der Inneren Medizin und Chirurgie, bei denen die Demenz als Nebendiagnose vorliegt. Ziel ist es im St. Josef-Krankenhaus, diesen Patienten verstärkt mit besonderer Aufmerksamkeit zu begegnen und die speziellen Einschränkungen des Patienten sowohl in der Behandlung und Betreuung als auch bei der Unterbringung zu berücksichtigen.

Am Dienstag, 28. September, von 18.00-19.30 Uhr findet im Linnicher Rathaus der Vortrag „Der demenzkranke Mensch als Fahrgast“ statt. Im Rahmen der Alzheimertage im Kreis Düren richten sich Dr. Gerhard Mertes (Chefarzt der Inneren Medizin), Alexandra Backes (Krankenschwester und Demenzexpertin) und Andrea Lafos (Dipl.-Pädagogin) in ihren Vorträgen an alle Fahrer und Begleiter von Patiententransportunternehmen. Der Eintritt ist frei.


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