Paradebeispiel nationalsozialistischen Bauwillens

Buch über die ehemalige Ordensburg Vogelsang
Von Redaktion [11.07.2010, 07.24 Uhr]

Eiserne Disziplin sollte nach dem Willen der Erbauer in der einstigen Ordensburg Vogelsang, einer Kaderschmiede der NSDAP, herrschen. Stattdessen trifft man heute - 76 Jahre nach Baubeginn der gewaltigen Anlage - auf eine bunte Schar interessierter Besucherinnen und Besucher auf der Anhöhe über dem Urftsee mit dem spektakulären Ausblick. Das Paradebeispiel nationalsozialistischen Bauwillens hat eine bemerkenswerte Wandlung erlebt: vom Stein des Anstoßes zum Publikumsmagneten.

Wer sich über Vogelsang informieren möchte, kann das ab sofort das wissenschaftliche Grundlagenwerk "Die ehemalige Ordensburg Vogelsang" in vierter erweiterter Auflage. Das Buch behandelt nicht nur Architektur, Bauplastik, Ausstattung und Umnutzung der Monumentalanlage, sondern zieht auch Vergleiche heran unter anderem die vom selben Architekten Clemens Klotz errichtete "Ordensburg" in Crössinsee, das Kraft-durch-Freude-Bad Prora auf Rügen und die "Ordensburg" Sonthofen von Hermann Giesler. Ergänzt wurde das ursprünglich von Ruth Schmitz-Ehmke verfasste und 1988 vom Landeskonservator Rheinland herausgegebene Werk in der durch Monika Herzog erweiterten aktuellen Ausgabe auch durch bisher unveröffentlichte historische Fotos von Vogelsang. Sie erlauben neue Erkenntnisse über die Nutzung der Anlage in nationalsozialistischer Zeit.

Werbung

"Vogelsang ist das größte denkmalpflegerische Projekt in Nordrhein-Westfalen", so Landeskonservator Prof. Dr. Udo Mainzer bei der Buchpräsentation auf Vogelsang. Dass das umstrittene Denkmal Abrissforderungen und Kritik zum Trotz bewahrt werden konnte, sei ein großer Erfolg nicht nur der Denkmalpflege. "Das Geschichtszeugnis einer neuen Nutzung als Bildungsstätte zuzuführen ist eine große Aufgabe, die gut begonnen hat", so Mainzer. Der LVR begleitet das Denkmal auf diesem Weg - auch als Chronist.

Ruth Schmitz-Ehmke, Monika Herzog: Die ehemalige Ordensburg Vogelsang. Architektur - Bauplastik - Ausstattung - Umnutzung. Arbeitsheft der rheinischen Denkmalpflege 41, hrsg. von Landeskonservator Prof. Dr. Udo Mainzer, Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms, 2010?ISBN-10: 3-88462-299-4 | ISBN-13: 978-3-88462-299-5?24.80 Euro


Dies ist mir was wert:    |   Artikel veschicken >>  |  Leserbrief zu diesem Artikel >>

NewsletterSchlagzeilen per RSS

© Copyright 2018 Presse- und KulturBüro Schenk + Schenk | Datenschutz

Das Brenzlicht

Mehr Zivilcourage
Es gehört Zivilcourage dazu, Kritik zu üben an einer Preisverleihung, die Zivilcourage auszeichnet und sich gegen das Vergessen der Greueltaten der Nazis positioniert. Toleranz – so die Namensergänzung der veranstaltenden Jülicher Gesellschaft – gehört dazu, um auszuhalten, wenn von vier zu Ehrenden drei als Nebenprodukt behandelt werden und der einzige, durchaus nicht unumstrittene Ausgezeichnete vom Laudator eine Würdigung erfährt, die nicht nur einige Menschen befremden dürfte.  [01.03.2017, 07.54 Uhr]  >>

Alle Brenzlichter >>

Top-Thema

Das JüLicht geht im "Herzog" auf
Das "JüLicht" ist Geschichte – es geht ab sofort im "Herzog" auf – und diesmal gibt es die neuesten Nachrichten nicht nur täglich frisch im Internet, sondern auch jeden Monat als neues Stadt- und Kulturmagazin in gedruckter Form. Wir – Muttkraat, Medien- und Kommunikationsdesigner Hacky Hackhausen und Herzens-Jülicherin und Journalistin Dorothée Schenk – haben fast drei Jahre lang an der „Fusion“ des „kleinen Herzog“, das bis Ende 2017 als Kulturmagazin im Taschenformat erschienen ist und dem Internetmagazin „JüLicht“ geplant und gefeilt.  [30.01.2018, 14.41 Uhr]  >>

Stadtteile

Kita „Die kleinen Strolche“: Jubiläumsfeier eine Woche lang
„Was wollen wir trinken sieben Tage lang?“, heißt ein ziemlich bekanntes Fest- und Feierlied. Da so ein 50-jähriges Jubiläum bei der Kita „Die kleinen Strolche“ in erster Linie ein Fest für die Kinder ist, hat sich das Team der Einrichtung überlegt, mit den Kindern, die sie im Moment besuchen, kräftig und sieben Tage lang zu feiern. Es geht los mit dem Dasda Theater, das am Donnerstag, 27. April, das Stück Petterson und Findus im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Düsseldorfer Straße 30, für die Kita-Kinder aufführen wird.  [26.04.2017, 13.58 Uhr]  >>
Im Heckfeld Geschmack am Glauben finden
Einen Ruhepol im Alltag finden. Innehalten, dem eigenen Getriebensein im Leben regelmäßig einen Ort des Atemholens zu geben, dazu dienen Exerzitien im Alltag. Seit fast 20 Jahren wird in St. Rochus Jülich diese Tradition in der Fastenzeit gepflegt. [09.04.2017, 14.12 Uhr]  >>

Vereine

Lebendiges Geschichtsgedächtnis [09.04.2017, 14.51 Uhr]  >>
Bestehen unter des Meisters Augen [09.04.2017, 13.19 Uhr]  >>

Immer auf dem Laufenden



Newsletter >>

JüLicht auf Ihrer Site

Sie können unsere aktuellen Schlagzeilen auf Ihrer Website präsentieren - hier steht, wie >>.

Kontakt

Welches Anliegen Sie auch immer bewegt, über unser Kontaktformular >> können Sie mit uns in Verbindung treten.

Werbung