Bilanz 2009

80 Prozent der Stellen für Behinderte im Kreis Düren gesichert
Von Redaktion [29.06.2010, 12.05 Uhr]

Trotz Wirtschaftskrise haben die im Auftrag des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) arbeitenden Integrationsfachdienste (IFD) ihre Erfolge bei der Vermittlung von behinderten Menschen in den Beruf und der Sicherung von Arbeitsplätzen steigern können. Im Rheinland sind 2009 insgesamt 1300 schwerbehinderte Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt worden - eine leichte Verbesserung zum Vorjahr. "Ebenso positiv ist, dass die IFD rund 3.300 gefährdete Arbeitsverhältnisse schwerbehinderter Beschäftigter durch intensive Beratung sichern konnten", so LVR-Sozialdezernentin Martina Hoffmann-Badache.

Im Arbeitsagenturbezirk Düren betreute der Integrationsfachdienst 2009 insgesamt rund 320 Klientinnen und Klienten. Knapp die Hälfte von ihnen suchte die Beratung des IFD, weil ihr Arbeitsplatz gefährdet war. In etwa 80 Prozent dieser Fälle gelang die Rettung. 30 Arbeitsverhältnisse konnten neu vermittelt werden.

Der 47-jährigen Yvonne Emmendörfer ist es dank der Unterstützung des IFD gelungen, ihren Arbeitsplatz bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) in Düren zu behalten. Aufgrund von Umstrukturierungen sollte ihre bisherige Tätigkeit zunächst ersatzlos wegfallen. Ein neuer Arbeitsplatz hätte aber umfangreiche Schulung mit Reisen zu den Fortbildungsorten bedeutet. Dies war für die Dürenerin, die unter einer seltenen Zellerkrankung und psychosomatischen Erkrankungen leidet und als schwerbehindert offiziell anerkannt ist, nicht zu schaffen.

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Der IFD schaltete sich ein und half in Gesprächen mit dem Arbeitgeber, eine für alle vertretbare Lösung zu finden. Er vermittelte zudem Ausgleichszahlungen des LVR-Integrationsamtes für den Arbeitgeber. Yvonne Emmendörfer freut sich, dass sie nun doch neue Arbeit am alten Standort gefunden hat.??

Das LVR-Integrationsamt finanzierte die Integrationsfachdienste 2009 mit jährlich rund 12 Millionen Euro aus Mitteln der Ausgleichsabgabe. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können die Beratungs- und Vermittlungsleistungen des IFD kostenlos nutzen. ??Die Ausgleichsabgabe wird von den Unternehmen gezahlt, die keine oder zuwenig Menschen mit Behinderung beschäftigen. Unternehmen und Verwaltungen mit 20 oder mehr Beschäftigten sind gesetzlich verpflichtet, fünf Prozent der Arbeitsplätze mit Menschen mit Behinderung zu besetzen. Wer dieser Verpflichtung nicht nachkommt zahlt eine Ausgleichsabgabe. Als schwerbehindert gelten Menschen mit einem Grad der Behinderung von 50 oder mehr. Über die amtliche Anerkennung der Schwerbehinderten-Eigenschaft entscheiden die Städte und Kreise.


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