FH-Projektgruppe beim Gletschertraining im Aachener Wald
Von Redaktion [31.05.2010, 10.16 Uhr]

Eine Premiere im Eis startet im Sommer der Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik der FH Aachen: „Icemole“ heißt der malerische Titel des Unternehmens, das erstmals in fast 4.000 Meter Höhe im Morteratsch-Gletscher die Einschmelzsonde unter realen Bedingungen testen wird. Derzeit ist das Projektteam beim Gletscher-Training im Aachener Wald.

dicken Bergsteigerschuhen aber zusätzlich auch noch eine rund 75 Meter dicke Eisschicht befindet, dann wird es richtig schwierig und vor allem rutschig. Doch dieser Gefahr trotzt das Projektteam um den „IceMole“, der am Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik der FH Aachen unter Leitung von Prof. Dr. Bernd Dachwald in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Gerhard Artmann und dem Institut für Bioengineering entwickelt wird. Am 27. August geht es für gut zwei Wochen rauf auf den 6,4 Kilometer langen und in fast 4.000 Meter Höhe gelegenen Morteratsch-Gletscher im Schweizer Oberengadin. Dort soll die Einschmelzsonde zum ersten Mal unter realen Bedingungen getestet werden.

Der Name beschreibt seine Funktion: Der „Eismaulwurf“ soll sich durch Eis graben und dort später einmal biologische (Leben im Eis) und physikalische Messungen (Eistemperatur, Leitfähigkeit, Staubgehalt) vornehmen. „Wir sind gespannt, wie sich der IceMole auf dem Gletscher schlagen wird“, sagt der studentische Projektleiter Changsheng Xu. „Die Laborexperimente mit ‚künstlichem‘ Eis liefen sehr erfolgreich. Ob das auch unter realen Bedingungen der Fall sein wird, muss sich jetzt erst zeigen.“ Sich auf einem Gletscher fortzubewegen, geht natürlich nicht ohne die entsprechende Vorbereitung. Denn wer sich auf einem Gletscher falsch verhält und sich nicht richtig sichert, der geht ein hohes Risiko ein und kommt unter Umständen nicht nur mit einem blauen Auge davon.

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Um das zu verhindern, trifft sich das Projektteam mit Dr. Claudia Krusche an der Pionierquelle im Aachener Wald. Sie ist Mitglied im Deutschen Alpenverein e.V. (DAV) und bildet als Fachübungsleiterin für Bergsteigen und Hochtouren schon seit 17 Jahren Kleingruppen für Berg- und Gletschertouren aus. Entscheidend ist zunächst natürlich die Ausrüstung: Dazu gehören zum einen grundlegende Kletterutensilien wie Hüftgurt, Seile, Erste-Hilfe-Tasche und Helm, zum anderen auch so interessante Wegbegleiter wie der Eispickel, die Eisschrauben und die Steigeisen für die Bergstiefel. Und die gilt es richtig anzuwenden. „Also alle Mann anseilen und mir nach“, sagt Ausbilderin Krusche.

In Seilschaften setzt sich das Team in Bewegung und improvisiert das Gehen mit Steigeisen. „Es ist wichtig, dabei die Füsse flach aufzusetzen und das Gewicht sauber von einem Bein auf das andere zu verlagern. Nur so können die Zacken der Steigeisen direkt fest im Eis greifen.“ Ein weiterer wichtiger Programmpunkt im Rahmen des Gletscherkurses sind Seilknoten. Parkbänke werden zu Eisschrauben umfunktioniert, an denen das Team das Abseilen und Sichern üben kann.

Auch das Transportieren des „IceMole“ will auf dem Gletscher gelernt sein. Knoten wie der Spierenstich, der Halbmastwurf oder der Prusik müssen bei allen bis zur Tour im August im Schlaf sitzen. „Fehler können sich hier fatal auswirken“, warnt Krusche. Natürlich reicht es nicht nur Trockenübungen zu machen. Deshalb werden in den ersten vier Tagen auf dem Gletscher auch noch Übungen unter realen Bedingungen durchgeführt. Und natürlich wird DAV-Ausbilderin Claudia Krusche das Team auf dem Morteratsch-Gletscher anleiten und begleiten. Sie wird dafür sorgen, dass weder die Crew noch der „IceMole“ all zu sehr ins Rutschen geraten.


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