Anmeldefrist 26. April

Fachtagung „Alles Mobbing oder was?“ im Kreishaus
Von Redaktion [21.04.2010, 11.08 Uhr]

Gemeinsam gegen Mobbing an Schulen (v.l.): Günter Müller, Josef Lemoine, Maria Saur-bier-Schmalen, Horst Lock, Landrat Wolfgang Spelthahn und Berthold Becker weisen auf die Fachtagung am 1. Juni im Kreishaus Düren hin.

Gemeinsam gegen Mobbing an Schulen (v.l.): Günter Müller, Josef Lemoine, Maria Saur-bier-Schmalen, Horst Lock, Landrat Wolfgang Spelthahn und Berthold Becker weisen auf die Fachtagung am 1. Juni im Kreishaus Düren hin.

Jeder siebte Schüler, so schätzen Experten, ist von Mobbinghandlungen betroffen. Da kann man längst nicht mehr von Einzelfällen sprechen. Für das kreisweite Netzwerk „Cool im Konflikt“ ist das Anlass, sich dem Thema intensiv zu widmen. So lädt das Bündnis, be-stehend aus Polizei, Schulamt für den Kreis Düren und Jugendhilfe, zu einer Fachtagung in das Dürener Kreishaus ein. Am Dienstag, 1. Juni, heißt es dort ab 14 Uhr „Alles Mob-bing oder was?“.

Gemeinsam mit dem Schulpsychologischen Dienst des Kreises Düren und dem Verein „Wellenbrecher“ wird das Netzwerk zur Gewaltprävention an Schulen umfassend über Mobbing informieren und Auswege aus der Gewaltspirale aufzeigen, in der Opfer und Tä-ter gefangen sind. Angesprochen sind neben Lehrern aller Schulformen, Mitarbeiter im Of-fenen Ganztag, Schulsozialarbeiter und –seelsorger sowie alle, denen das Thema Mob-bing am Herzen liegt.

„Lange hat man sich auf die Analyse von Tätern und Opfern konzentriert. Die Hintergründe des Mobbings sind aber vielfältig und stehen in einem wechselseitigen Zusammenhang. Mitschüler, Lehrer und Familien bestimmen die Entstehung und den Verlauf von Mobbing entscheidend mit“, weiß Diplom-Sozialpädagogin Maria Saurbier-Schmalen vom gemein-nützigen Jugendhilfeträger Wellenbrecher e.V. Deshalb werden im Rahmen der Fachta-gung Vorbeugekonzepte und Interventionsmöglichkeiten vorgestellt, die das gesamte Um-feld in den Blick nehmen.

Zu Beginn der Tagung führen Günter Müller (Schulpsychologischer Dienst) und Maria Saurbier-Schmalen unter der Überschrift „Alles Mobbing oder was?“ in das Thema ein. Mobbing ist eine zielgerichtete Verletzung oder Schädigung, die eine bestimmte Intensität und Dauer erreicht. Kennzeichnend ist weiterhin ein Ungleichgewicht der Kräfte, so dass der Betroffene sich nicht allein aus dieser Situation befreien kann. Mobbing ist ein grup-pendynamischer Prozess, gemobbt wird an allen Schulformen und von allen Altersgrup-pen.

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Nach der Einführung beginnen die Workshops. „Deeskalation“ heißt die von Lars Mechler (Wellenbrecher) geleitete Gesprächsrunde, in der es um das Durchbrechen der Mobbing-dynamik geht. „Wie interveniere ich erfolgreich?“, lautet die Leitfrage dabei.

Wie man in akuten Krisensituationen reagieren sollte, beleuchten Günter Müller und Wil-fried Thönnessen (Kriminalkommissariat Vorbeugung) in ihrer Arbeitsgruppe. Einen lö-sungsorientieren Ansatz, der auf Schuldzuweisung und Bestrafung bewusst verzichtet, stellt Maria Saurbier-Schmalen vor. Mit Mobbing im Internet befasst sich Theo Happe vom Kriminalkommissariat Vorbeugung. „Wie funktioniert es? Wie kann den Opfern geholfen werden?“ lauten die zentralen Fragen.

Die Schule nimmt Petra Engels-Kersting (GHS Birkesdorf) in den Blick. Was brauchen Tä-ter und Opfer, wie gelangt man zu gemeinsamen Lösungen? Der sechste Workshop trägt den Titel „Mobbing zieht Kreise“ und beleuchtet das System Familie. Was können Angehö-rige an Stelle des naheliegenden „Wehr dich! Schlag zurück!“ raten?

Insgesamt sind zwei Workshopphasen à 75 Minuten vorgesehen. So haben alle Teilneh-mer die Möglichkeit, sich mit zwei Themen ihrer Wahl eingehend auseinander zu setzen.

Seit sechs Jahren engagiert sich das kreisweite Netzwerk „Cool im Konflikt“ und bietet – unterstützt von Sponsoren – gezielt Aufklärung und Schulungen für Pädagogen und Schü-ler an, um Gewalt von den Schulen zu verbannen. 38 der 49 weiterführenden Schulen im Kreis Düren haben sich der Ordnungspartnerschaft angeschlossen. „Die Vernetzung ist der Schlüssel unseres Erfolgs“, sind sich Schulamtsdirektor Josef Lemoine, Horst Lock, Kreispolizeibehörde Düren, sowie Gregor Dürbaum und Berthold Becker als Vertreter der Jugendämter von Kreis und Stadt Düren einig.

Nach einer Umfrage hat der Lenkungskreis des Netzwerks Mobbing auf die Tagesordnung gehoben. Und das nicht nur, weil es so weit verbreitet ist. Diplom-Psychologe Günter Mül-ler: „Mobbing ist furchtbar. Die quälende Erfahrung der Ohnmacht kann die Opfer ein Le-ben lang beeinträchtigen“.

Verbindliche Anmeldungen zur gebührenfreien Fachtagung nimmt Wellenbrecher e.V./Büro Rheinland bis zum 26. April entgegen. Kontakt: Telefon 02421/12198-0, Fax 12198-33, E-Mail info.DN@wellenbrecher.de. Die Zahl der Teilnehmer ist begrenzt.


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