Sondersitzung des Schulausschusses

Jülicher KGS-Neubau bekommt 12 Klassenräume
Von Dorothée Schenk [19.02.2010, 14.05 Uhr]

Zwölf Klassen, zwölf Gruppenräume – der Neubau der Katholischen Grundschule Jülich (KGS) am Schulzentrum Linnicher Straße soll dem pädagogischen Konzept folgend optimal räumlich ausgestattet werden. Das entschied der Schulausschuss in seiner Sondersitzung. Eine Stunde lang übten sich die politischen Vertreter vor der Beschlussfassung im argumentativen Schlagabtausch mit Kämmerer und Schuldezernent Andreas Prömpers.

In der Sondersitzung, einberufen wegen des eng gestrickten Zeitplans angemahnt durch das Hagener Planungsbüro PASD Architekten Feldmeier-Wrede, meldete sich gleich zu Anfang Lambert Schmitz (CDU) zu Wort: Die Planung widerspräche der originären Aufgabenstellung, zwölf Klassen einzurichten. Dezernent Prömpers betonte, dass es nie eine Beschlussfassung zum Raumprogramm gegeben hätte, lediglich die Errichtung des Solitärbaus für die KGS plus Mehrzweckhalle seien im Stadtrat abgestimmt worden. Konkret geht es um die Vorlage 154/09, die im April im Fachausschuss und im Juni im Stadtrat zur Debatte standen. Richtig sei auch nicht, dass man KGS-Schulleiter Fred Reinartz zu einer 10-Klassen-Reduzierung gedrängt habe.

Reinartz, bei der Sitzung im Saal, zitierte daraufhin aus dem Protokoll der Planungsgruppe vom 14. Januar, wie folgt: „Die im Raumprogramm des VOF-Verfahrens („Verfahren zur Vergabe von Aufträgen eines definierten Auftraggeberkreises auf der Grundlage objektiver Rahmenbedingungen“ Anm. d. Red.) bezifferten 12 Klassen/ sowie Gruppenräume werden aufgrund stadtinterner, politischer Sachzwänge auf den bewerten Mindestsatz von 10 reduziert. (235 Schüler ? 10 Klassen).

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Warum wurde der Schulausschuss in seiner Sitzung am 1. Februar über diesen entscheidenden Schritt nicht informiert? Das wollte Lambert Schmitz wissen. Er rechnete vor, dass beim Umzug der KGS in den Neubau zwölf Klassen benötigt würden, die bei der derzeitigen Planung nur durch den Wegfall von Gruppenräumen möglich sei. „Für die Hälfte der Schule reichen dann die Räume nicht aus.“

Andreas Prömpers zitierte erneut den Schulentwicklungsplan, der der KGS eine Zweieinhalbzügigkeit für die Zukunft voraussagt und betonte: „Ich wäre ein schlechter Finanzverwalter und Schuldezernent wenn ich das außer Acht lassen würde.“

Das Stichwort „Inklusion“ brachte Emily Willkomm-Laufs (Grüne) ins Gespräch: Demzufolge können künftig Eltern die Aufnahme von behinderten Kindern in Regelschulen gesetzlich einfordern. Mehr Raumbedarf ist dann vorprogrammiert. Da die KGS die erste behindertengerechte Schule der Stadt sein wird, mit eigenem Aufzug für Rollstuhlfahrer, rechnet Schulleiter Reinartz hier mit entsprechenden Schülerzuwächsen. Nicht gelten ließ der Rektor das Argument einer Benachteiligung der anderen Grundschulen. Vielmehr würden auch die vier anderen Schulen gerne eine Selbstlernzentrum einrichten, Bibliotheken und Gruppenräume unter anderem hinsichtlich der Inklusion. „Das können sie derzeit aus Raummangel nicht.“

Schulplaner Hubert Schober beklagte, dass die Landesregierung NRW bislang versäumt hätte, ein verbindliches Raumprogramm vorzuschreiben. Verbindlich sei ein Gruppenraum je vier Klassen, worüber sich aber alle Entscheidungsträger bei Neubauten von Grundschulen hinweg gesetzt hätten. „Da sie nicht mehr an öffentliche Förderungen gebunden sind sondern über ihre eigenen Mittel verteilen haben Sie hier die Entscheidungshoheit.“ Diese nutzten die Ausschussmitglieder und votierten für die Umsetzung der zwölf Klassen plus Gruppenräume. 180 Quadratmeter mehr stehen zur Diskussion, das heißt, es werden Mehrkosten entstehen. Ob diese aufzubringen sind, wird der Haupt- und Finanzausschuss entscheiden müssen.


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