Kino im Kuba

Halbblutprinz, Nobelpreisträger und „Alle Anderen“ in Jülich
Von Redaktion [06.09.2009, 20.12 Uhr]

Draco Malfoy ist Bedrängnis - in "Harry Potter und der Halbblutprinz" auf mehr als eine Art

Draco Malfoy ist Bedrängnis - in "Harry Potter und der Halbblutprinz" auf mehr als eine Art

Majestäten, Ausgezeichnete und „Alle Anderen“ werden zum Jülicher KuBa-Kino in der 37. Kalenderwoche erwartet. „Harry Potter und der Halbblutprinz“ kommt als erster am Montag, 7. September, um 16 Uhr. Es geht in die Endrunde. Spürbar zieht sich die dunkle Macht von dem, dessen Name nicht genannt werden darf, immer enger. Die Hintergründe der Macht des dunklen Lords zu erkunden ist das Hauptziel von Hogwarts Schulleiter Dumbledore (Michael Gambon), während sich Harry (Daniel Radcliffe) auf die Machenschaften seines Konterparts Draco Malfoy konzentriert. Letzterer hat nämlich einen schweren Auftrag zu erfüllen.

Herrlich zerrissen zwischen Hochmut und Überforderung spielt Tom Felten mühelos die junge Konkurrenz an die Wand. Lästig ist vor allem der große Raum, der dem jugendlichen Liebesgeplänkel von „Knutschszenen“ Rons und dem Herzeleid Hermines eingeräumt wird, so dass Zeit für die wirkliche wichtigen Hinterergrundgeschichten über Lord Voldemort – der Name musste einfach mal gesagt werden – auf der Strecke bleiben.

Trotzdem: Der neueste Film der Potter-Septologie von David Yates ist gute gemachte Unterhaltung, flott, und frei erzählt – Vor- und Nachteil in einem – und in sich stimmig. Dass ihn die bibiliophilen Fans als etwas sehr abgespeckt erkennen, tut der filmischen Atmoshäre keinen Abbruch - den Lesern bleiben ja immer die Bücher.

Um einen Kampf ganz anderer Art, nämlich den Kampf der Geschlechter geht es in „Alle Anderen“ am Montag, 7., und Dienstag, 8. September, jeweils um 20 Uhr. „Alle Anderen“ erzählt die Geschichte von Gitti (Birgit Minichmayr) und Chris (Lars Eidinger), einem ungleichen Paar, das sich in abgeschiedener Zweisamkeit durch einen Urlaub kämpft. Wir lernen zwei Menschen kennen, wie sie nur sein können, wenn sie alleine sind: geheime Rituale, Albernheiten, unerfüllte Wünsche und Machtkämpfe. Ausgelöst durch ein scheinbar unwichtiges Ereignis - die Begegnung mit einem anderen Paar - gerät die Beziehung ins Wanken.

Die Anderen sind nicht nur erfolgreicher, sondern verstehen es zudem, eine konventionelle Mann-Frau-Rollenverteilung hinter einer modernen Fassade zu verstecken. Chris beginnt, sich an den anderen zu orientieren, und versucht, seiner eigensinnigen Freundin ihre Grenzen zu zeigen, wodurch Gittis Vertrauen in ihren Freund zutiefst erschüttert wird. Ihr Versuch, sich seinem neuen Wunschbild anzupassen, entwickelt sich vom Spiel mit einer neuen Rolle zu einem stillen Kampf gegen sich selbst. Während Chris in der Rolle des Stärkeren aufblüht und sich Gitti auf neue Weise öffnet, droht sie sich zu verlieren.

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Eric Kandel, einem der bedeutendsten Hirnforscher unserer Zeit, hat Petra Seeger ein filmisches Denkmal gesetzt

Eric Kandel, einem der bedeutendsten Hirnforscher unserer Zeit, hat Petra Seeger ein filmisches Denkmal gesetzt

Mit subtilem Humor und grausamer Genauigkeit erzählt „Alle Anderen“ von den widersprüchlichen Sehnsüchten eines Paares auf der Suche nach seiner Identität. Die Angst der Protagonisten vor Verantwortung und eigenen Gefühlen spiegelt die emotionale Orientierungslosigkeit einer ganzen Generation wider. Eine intime Liebesgeschichte, die in die Tiefen einer Beziehung eintaucht und sich dabei ganz auf das feine, berührende Spiel ihrer Darsteller verlässt. Wie schon "Der Wald vor lauter Bäumen" entwickelt „Alle Anderen“ aus einer einfachen Grundsituation eine vielschichtige Erzählung, die eine große Sogwirkung entfaltet.

„Auf der Suche nach dem Gedächtnis“ macht sich am Mittwoch, 9. September, Regisseurin Petra Seeger um 20 Uhr. Sie geht mit den Kinobesuchern auf Spurensuche nach dem Nobelpreisträger Eric Kandel. Er ist einer der bedeutendsten Hirnforscher unserer Zeit. 1929 in Wien geboren, emigrierte er mit 9 Jahren nach Amerika. In New York studierte er Literatur, wurde später Psychoanalytiker und Mediziner. Seit 50 Jahren hat er sich auf die Hirnforschung spezialisiert. Sein Forschungsthema hängt eng mit seinen traumatischen Kindheitserlebnissen in Wien während des Holocaust zusammen: Die Suche nach dem Gedächtnis.

Petra Seeger zeichnet die Spuren von Kandels Leben nach und besucht mit ihm die Orte seiner Kindheit. Kandel erinnert sich, und seine Erinnerungen werden auf der Leinwand lebendig. Auch seine Forschung wird filmisch nachgezeichnet: Grundlagen der Hirnforschung und der Suche nach dem Gedächtnis werden anschaulich dargestellt, die neuesten Erkenntnisse aus Kandels Labor zugänglich gemacht.

„Auf der Suche nach dem Gedächtnis“ reist an die äußeren und inneren Orte von Kandels Kindheit in Wien, in den spannenden Laboralltag des Wissenschaftlers an seinem Institut an der Columbia University in New York bis hin ins Zentrum des Gehirns - dorthin, wo unsere Erinnerungen gespeichert sind. So entsteht ein umfassendes Bild des faszinierenden Genies Kandel, der mit seiner sympathischen Art und seinem mitreißenden Charme das Publikum in seinen Bann zieht. Ein filmisches Portrait von Eric Kandel, einem der bedeutendsten Hirnforscher unserer Zeit.


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