Schrödinger-Preis geht an Jülicher Werkstoffexperten
Von Redaktion [19.07.2009, 08.44 Uhr]

Für die Entwicklung eines innovativen Werkstoffes für Wirbelsäulenimplantate werden in diesem Jahr Jülicher Energieforscher und ein Experte der Schweizer Medizintechnikfirma Synthes geehrt. Sie teilen sich den Schrödinger-Preis der Helmholtz-Gemeinschaft und des Stifterverbands. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird auf der Helmholtz-Jahrestagung am 17. September in Berlin überreicht.

Seit zehn Jahren zeichnen Helmholtz-Gemeinschaft und Stifterverband mit dem Erwin-Schrödinger-Preis wissenschaftliche und technische Projekte aus, die die Grenzen der Fachdisziplinen überschreiten. Prof. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, zu der das Forschungszentrum Jülich gehört: "Wir zeichnen diese Arbeit von Ingenieuren und Werkstoffwissenschaftlern deshalb aus, weil sie ein Verfahren aus der Brennstoffzellentwicklung für eine ganz andere Anwendung optimiert haben. Ihr gemeinsam mit der Industrie entwickeltes Implantat ermöglicht nun Patienten mit schweren Bandscheibenschäden ein schmerzfreies Leben."

In diesem Jahr teilen sich den Preis Dr. Martin Bram, Dr. Hans-Peter Buchkremer und Prof. Dr. Detlev Stöver vom Jülicher Institut für Energieforschung sowie Dr. Thomas Imwinkelried vom Schweizer Unternehmen Synthes.

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Die Jülicher Material-Experten haben ein patentiertes Herstellungsverfahren entwickelt, um maßgeschneiderte Poren in Werkstoffen zu erzeugen, wie sie etwa bei Hochtemperatur-Brennstoffzellen in der Energietechnik eingesetzt werden.

In enger Zusammenarbeit mit der Firma Synthes wurde das Verfahren für den Werkstoff Titan optimiert. Synthes ist Weltmarktführer für Osteosysntese-Produkte. Für medizinische Anwendungen sollen die Poren genau die richtige Größe haben, um Besiedlung durch Knochenzellen zu ermöglichen. Ein poröses Implantat wächst dadurch binnen kurzer Zeit als Ersatz für eine defekte Bandscheibe fest an die benachbarten Wirbel an und sorgt für Stabilität und Schmerzfreiheit. Trotz der hohen Porosität bleibt das Implantat auch unter starker dauerhafter und wiederholter Belastung intakt. Die Firma Synthes vertreibt die Implantate mit dem Jülicher Know-how unter dem Markennamen "PlivioPore".

Prof. Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich, gratulierte den Preisträgern. Er freue sich über den erneuten Beweis, dass innovative Impulse aus Jülich zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen. Mitarbeiter des Forschungszentrums Jülich erhielten bereits 2002 und 2005 den Schrödinger-Preis für die Effizienzsteigerung von Tensiden bzw. die Entwicklung eines neuartigen Hirnschrittmachers.


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