Kino-Programm

Viel kriminelles Potential im KuBa ausloten
Von Redaktion [25.04.2009, 15.42 Uhr]

Skuril und bitter-lustig: Der Knochenmann

Skuril und bitter-lustig: Der Knochenmann

Horvath wird gesucht, ein säumiger Autoleaser im Zahlungsverzug. Außerdem spielen eine Backhendlstation und Geld, das aus einem Kneipenbetrieb abgezweigt wird eine Rolle. „Der Knochenmann“ heißt der Titel zu dieser Geschichte, die am Montag, 27. April, ab 20 Uhr über die Kinoleinwand im Jülicher Kulturbahnhof läuft.

Unwillig übernimmt Brenner (Josef Hader) von seinem alten Freund Berti (Simon Schwarz) den mickrigen Auftrag, den säumigen Zahler zur Begleichung seiner Schuld zu bewegen oder Horvaths Leasingwagen zurückzubringen, und macht sich auf den langen Weg in die tiefste, schneebedeckte österreichische Provinz.

Der führt ihn direkt zum "Löschenkohl", einer Backhendlstation von legendärem Ruf. Tausende Hühner müssen wöchentlich ihr Leben lassen, um hier, knusprig paniert, bis auf die Knochen abgenagt zu werden. Eine Knochenmehlmaschine zermahlt die Hühnerreste zu Futtermehl für die nächste Hühnergeneration. Ein kannibalischer Kreislauf des Fressens und Gefressenwerdens. Gerade angekommen ist ein kurzer Blick auf den Leasingwagen alles, was Brenner von Horwath zu sehen bekommt. Denn gleich darauf ist das Auto so spurlos verschwunden wie sein Besitzer.

Doch Brenners detektivische Fähigkeiten sind auch anderweitig gefragt: Der Sohn des Wirtes (Christoph Luser) will mit seiner Hilfe endlich herausfinden, was mit dem vielen Geld geschieht, das der alte Wirt (Josef Bierbichler) wöchentlich aus dem Betrieb nimmt. Dabei spielt der kleine "Grenzverkehr" und ähnlich Menschliches eine wichtige Rolle. Brenner kommt dieser zusätzliche Auftrag gerade recht, ist er doch im Begriff, sich in die fesche Birgit (Birgit Minichmayr) zu verlieben, die Küchenchefin - und Frau des Junior-Chefs.

Und verdreht, wie er von Birgit ist, lässt ihn sein Kopf beinahe im Stich. Dass sich ein Menschenknochen unter die Hühnerknochen mischt, bemerkt Brenner fast zu spät. Und während im Saal der Backhendlstation der Maskenball tobt und das ganze Dorf, von Masken geschützt, so richtig die Sau rauslässt, wird im Keller geliebt und gemordet. Einmal mehr erweist sich Berti als Brenners rettender Schutzengel ...

Nach "Komm, süßer Tod" und "Silentium" erblickt mit „Der Knochenmann“ der dritte von Wolf Haas Kultromanen unter der Regie von Wolfgang Murnberger das Licht der Leinwand. Und Star-Kabarettist Josef Hader ist schon längst zur Inkarnation des lakonischen Privatdetektivs Brenner geworden. Das Erfolgstrio Haas/Murnberger/Hader ist auch wieder für das Drehbuch verantwortlich - und diesmal haben sie einen Austro-Fargo geschaffen. Mit dabei ist wieder Brenners kongenialer Leinwandgefährte Berti (Simon Schwarz) und eine Riege hervorragender Darsteller (von Sepp Bierbichler bis Birgit Minichmayr), die erwarten lassen, dass Brenners schaurig-pointensprühende Abenteuer zu einem Kinoerlebnis werden, bei dem dem Zuschauer das Lachen fast im Halse stecken bleibt.

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"Lornas Schweigen" wird in Zusammenarbeit mit der Ev. Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Jülich gezeigt.

"Lornas Schweigen" wird in Zusammenarbeit mit der Ev. Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Jülich gezeigt.

Auch „Lornas Schweigen – Le Silence de Lorna“ hat am Mittwoch, 29. April, ab 20 Uhr reichlich kriminelles Potential zu bieten: Ein Scheinehe, ein Junkie und eine geplante Überdosis sind hier die Zutaten der Filmgeschichte.

Die junge Albanerin Lorna (Arta Dobroshi) träumt nicht nur, sie kämpft für ihren Plan, gemeinsam mit ihrem Freund Sokol (Alban Ukaj) eine Snack Bar in Lüttich zu eröffnen. Sie hat den Junkie Claudy (Jérémie Renier) geheiratet, eine Scheinheirat, eingefädelt vom kriminellen Mittelsmann Fabio (Fabrizio Rongione), damit sie die belgische Staatsbürgerschaft erlangt.

Denn dann erst soll das Geld richtig fließen: Fabio hat einen reichen Russen an der Hand, der viel Geld dafür bezahlt, eine Belgierin zu heiraten und selbst belgischer Staatsbürger zu werden. Claudy ist im Weg. Eine Scheidung würde zu lange dauern, der Tod eines Junkies nach einer Überdosis ist plausibel. Ausgerechnet jetzt klammert er sich an Lorna, er ist auf Entzug, Lorna kann ihm helfen. Doch Fabio drängt, sein russischer Klient lässt sich nicht vertrösten.

Der Film wird in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Jülich gezeigt.


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