Prof. Dirk Bosbach leitet den Bereich Nukleare Entsorgungsforschung

Mit Jülicher Know-how sicher in die Zukunft
Von Redaktion [24.04.2009, 07.55 Uhr]

Der Umgang mit den hochradioaktiven Abfällen aus Kernkraftwerken verlangt Lösungen, die langfristig sicher sind. Der Mineraloge Prof. Dirk Bosbach ist seit diesem Frühjahr neuer Direktor am Jülicher Institut für Energieforschung. Er untersucht die Wechselwirkung von Radionukliden mit Mineralien.

"Ein hoch spannendes und interdisziplinäres Thema von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung", sagt Bosbach. "Wir führen hier die Expertise aus Physik, Chemie, Geologie und Ingenieurwissenschaften zusammen." Mit Partnern aus ganz Europa wollen die Jülicher die Prozesse immer besser verstehen, die sich in Endlagern für radioaktive Abfälle abspielen.

"Die zahlreichen Daten aus den Experimenten der vergangenen Jahre erlauben es uns, die Aussagekraft unserer Analysen auch in Details erheblich zu verbessern", sagt Bosbach. "Immer neue Erkenntnisse bestätigen, dass aus technisch-wissenschaftlicher Sicht nichts gegen die Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen in geologischen Formationen spricht."

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"Aber es gibt auch interessante Neuentwicklungen", berichtet Bosbach aus seiner aktuellen Forschung. Durch das Trennen der im radioaktiven Abfall vermischten Radionuklide könnte man spezielle Lagermethoden anwenden. "Wir entwickeln keramische Materialien, die leicht lösliche Elemente, wie Chlor und Jod, fest einbinden. Die langlebigen, schweren Elemente aus der Elementgruppe der Actiniden könnte man mittels Neutronenbeschuss kurzlebiger machen", erläutert Bosbach.

Unabhängig von den gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen wird der Umgang mit nuklearem Material noch lange ein Thema für Deutschland bleiben. Daraus folgen gute Berufsaussichten für junge Forscher. "Kerntechniker und Kernforscher werden von Industrie und Kontrollbehörden stark nachgefragt und haben sicherlich eine gute Berufsperspektive", sagt Bosbach. Zusammen mit weiteren Professoren entwickelt er an der RWTH Aachen den Studiengang "Nuclear Engineering", wo künftig Experten für die Nukleartechnik ausgebildet werden.

Dirk Bosbach promovierte im Bereich Mineralogie an der Universität zu Köln im Jahr 1993 und ging dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Universitäten Virginia Tech, USA, und Münster. Nach seiner Habilitation im Jahre 2000 arbeitete er im Forschungszentrum Karlsruhe an der Geochemie der Actiniden mittels Spektroskopie, Mikroskopie und thermodynamischer Modellrechnungen.


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