"Unterbrechung"

Jülich: Zehn-Minuten-Kirche zur besten Marktzeit
Von tee [02.04.2009, 08.28 Uhr]

Kirche wieder als Heimat zu erfahren, das bietet das neue Angebot „Unterbrechung“ der GdG Heilig Geist Jülich. Zehn Minuten lang können Menschen am ersten Samstag im Monat den Schritt von der Einkaufsmeile in die Propsteikirche tun und hier zur Besinnung kommen.

Reges Treiben herrscht auf dem Marktplatz. Kinder lärmen, Freunde beginnen ein Palaver quer über die Straße, und viele Gerüche ergeben ein sehr zwiespältig-vergnügliches Potpourri. Ganz anders hinter den Portalen von St. Mariä Himmelfahrt: Weihrauch und klassische Musik vertreiben den Alltag. Sie konfrontieren den Besucher mit überraschender Ruhe inmitten des Wochenend-Einkaufsmarathons und mit sich selbst.

Gedacht ist dieses Angebot für Menschen, die nicht unbedingt in einen Gottesdienst gehen würden, etwa mit den Riten nicht mehr vertraut sind und sich darum dort unsicher fühlen. „Darum heißt es auch nicht Andacht“, betont Gemeindereferentin Beate Ortwein, aber es befriedige den Wunsch nach Spiritualität. Gleichzeitig ist dieser Kirchenbesuch unverbindlich: Der Besucher kann jederzeit die „Unterbrechung“ unterbrechen und seinen Alltag wieder aufnehmen. „Es garantiert ein Stück Anonymität“, so die Ideengeberin.

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Dennoch bleibt diese „Unterbrechung“ nicht unentdeckt: Eine Werbetafel stellt sich dem Einkaufenden in den Weg, eine halbe Stunde vor der Veranstaltung werden auf dem Markt Flyer verteilt, und Glockengeläut weist unüberhörbar auf das Angebot hin. Inzwischen hat sich ein Kreis von Ehren- und Hauptamtlern gefunden, die sich einbringen möchten. Dem Vortragenden ist jede Gestaltungsfreiheit in der Auswahl von Texten und Musik gegeben. „Man muss nur die Uhr im Blick haben“, schmunzelt Ideengeberin Ortwein. Zehn Minuten sind ein sehr begrenzter Zeitraum, und es erfordert Disziplin und eine gute Abstimmung mit dem Küster, der in der Sakristei den CD-Spieler bedient.

Auf die Frage, ob es eine „Probeballon“ oder eine Testphase handelt antwortet Beate Ortwein selbstbewusst lächelnd: „Es soll ein Dauerbrenner werden.“


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