Michel Jacquet an der Europaschule

Jülicher Mädchengymnasiums Blick auf französische Filmgeschichte
Von Redaktion [20.03.2009, 08.28 Uhr]

Faszinierte die Schülerinnen am Mädchengymnasium mit seinen Ausführungen: Michel Jacquet. Foto: MGJ

Faszinierte die Schülerinnen am Mädchengymnasium mit seinen Ausführungen: Michel Jacquet. Foto: MGJ

Der in Bourges lebende Lehrer Michel Jacquet erörterte jüngst Oberstufenschülerinnen des Mädchengymnasiums wie sich das Bild der Deutschen und Franzosen in den französischen Filmen seit 1945 verändert hat. Als Autor des Buches „Travelling sur les années noires“, in dem die Besatzungszeit in französischen Filmen thematisiert wird, gilt Jacquet als Spezialist auf diesem Gebiet. Die Fachschaft Französisch hatte sich intensiv um seinen Besuch bemüht.

Da das Thema „Deutsche Besatzungszeit und Résistance“ auf dem Plan für das Zentralabitur 2009 und 2010 steht, bot der Besuch des Franzosen den Schülerinnen die Möglichkeit, von und mit einem Muttersprachler ein schwieriges Thema des deutsch-französischen Verhältnisses zu besprechen. Die Präsentation von Michel Jacquet war mit Auszügen aus französischen Filmen geschmückt. Als „faszinierend und beeindruckend“ empfanden die Schülerinnen die Filmausschnitte sowie den Vortrag Jacquets.

Sie illustrieren, wie sich von der Nachkriegszeit über die Zeit der deutsch-französischen Annäherung in den 60ziger Jahren bis in die heutige Zeit das vermittelte Bild der Deutschen und des deutsch-französischen Verhältnisses verändert hat.

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Auf einen knappen Nenner gebracht, zeigte die Präsentation von Michel Jacquet, die mit Auszügen aus französischen Filmen durchsetzt war, dass sich sowohl das Bild der Deutschen als auch das der Franzosen zwischen 1945 und 2003 total verändert hat.

Während die Filme unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg brutale Nazideutsche neben mutigen französischen Résistancekämpfern vorführten („Lucien Lacombe“, „Au revoir, les enfants“ ) wurde die Spiegelung der Kriegszeit Ende der 60iger Jahre zunehmend realistischer. Sie stand unter dem Zeichen des deutsch-französischen Freundschaftspaktes Adenauers und De Gaulles. In den Jahren 1980-2000 lautete die Konsequenz der französischen Filmemacher: Alle haben schlecht gehandelt.

Die Filme nach 2000 fokussieren stärker den einzelnen Deutschen oder Franzosen. „Ein Film sagt mehr über die Zeit aus, in der er gedreht wurde, als über die Epoche, die er darstellt“, bemerkte Michel Jacquets in seiner Schlussfolgerung treffend.


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