40 Jahre „IFF-Ferienschule“

Nobelpreisträger unterrichten Ferienschüler in Jülich
Von Redaktion [09.03.2009, 07.54 Uhr]

Die „IFF-Ferienschule“ des Forschungszentrums Jülich feiert einen runden Geburtstag: Zum 40. Mal seit 1970 veranstaltet das Institut für Festkörperforschung (IFF) seinen erfolgreichen Kurs für Studenten und Nachwuchsforscher. 253 Teilnehmer aus dem In- und Ausland werden erwartet. Zwei Wochen lang dreht sich ab dem 9. März alles um das hochaktuelle Thema „Spintronics – From GMR to Quantum Information“. Zu den Highlights gehören die Vorträge der Begründer dieser Zukunftstechnologie, die Physik-Nobelpreisträger 2007 Prof. Peter Grünberg und Prof. Albert Fert.

„Die IFF-Ferienschule vernetzt seit 40 Jahren Studenten vieler Länder miteinander und fördert das wissenschaftliche Verständnis der verschiedensten Fachrichtungen der Physik der kondensierten Materie. Gerade dieses interdisziplinäre Verständnis ist für den Gewinn neuer Erkenntnisse und die Entwicklung neuer Technologien von fundamentaler Bedeutung“, erläutert Dr. Sebastian M. Schmidt, Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums Jülich. Stolz ist das Forschungszentrum Jülich darauf, dass wieder renommierte Vortragende gewonnen werden konnten: „Das unterstreicht den guten Ruf, den unsere Schule auch international genießt“, freut sich Prof. Claus Schneider, Direktor am Jülicher Institut für Festkörperforschung und einer der Organisatoren der Ferienschule.

Die zweiwöchige IFF-Ferienschule behandelt jedes Jahr ein aktuelles Thema der Physik der kondensierten Materie – und das seit 40 Jahren. Studenten und Nachwuchsforscher aus der ganzen Welt werden diesmal in Jülich die wissenschaftlichen Grundlagen und neusten Entwicklungen der „Spinelektronik“ erlernen.

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Und das aus allererster Hand von den Begründern dieses Forschungsgebietes: Die Festkörperphysiker Prof. Peter Grünberg vom Forschungszentrum Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, und Prof. Albert Fert von der Universität Paris-Süd hatten 1988 zeitgleich den so genannten Riesenmagnetowiderstandseffekt („GMR-Effekt“) entdeckt und damit den Grundstein für die Spinelektronik gelegt. Dafür wurde beiden der Physik-Nobelpreis 2007 verliehen.

Die Spinelektronik nutzt neben der elektrischen Ladung auch eine spezielle Quanteneigenschaft der Elektronen, den so genannten Spin, aus und zielt auf die Entwicklung neuer Konzepte zur Informationsverarbeitung in der Informationstechnologie ab. Der GMR-Effekt hat in einer einzigartigen Erfolgsgeschichte innerhalb kürzester Zeit Einzug in die Magnetspeicher gehalten.

Während der 40. IFF-Ferienschule führt Grünberg die Teilnehmer in die Grundlagen des Magnetowiderstands in metallischen Schichtstrukturen ein, Albert Fert spricht zum Thema „Spin Hall Effekt“. Der IBM-Wissenschaftler Dr. Stuart Parkin, unter dessen Federführung der GMR-Effekt für verbesserte Speichermedien industriell nutzbar gemacht wurde, berichtet über die MRAM-Technologie. 32 weitere Vorträge von Rednern sowie Laborbesichtigungen und Exkursionen vervollständigen das Programm. Erstmals findet die Ferienschule im Rahmen der Jülich Aachen Research Alliance, Sektion „Fundamentals of Future Information Technology“ (JARA-FIT), gemeinsam mit dem 2. Physikalischen Institut der RWTH Aachen statt.


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