Theaterstarter zeigt "Rawums"

Jülich: Wo Häuser wie Vögel fliegen
Von tee [15.02.2009, 19.18 Uhr]

Alle Häuser, Stühle, Vögel und Menschen fliegen hoch…

Alle Häuser, Stühle, Vögel und Menschen fliegen hoch…

Die kleinen "Theaterstarter" waren begeistert. Jauchzend verfolgten die meist Drei- bis Fünfjährigen, wie Melanie Florschütz nach ihrem Hut angelt, den Michael Döhnert wie eine Marionette über dem Kopf tanzen ließ. "Rawums" hieß das Stück in der Reihe Theaterstarter, mit dem das Theater o.N. & Die Schaubude Berlin gleich zweimal im Jülicher Kulturbahnhof für volles Haus sorgte.

"Physikunterricht für Anfänger", so könnte das fantasievoll-märchenhafte Stück überschrieben sein. Leicht und unbeschwert wie eine Feder kam der Stoff allerdings von Anfang an daher und entbehrte jeder Form von wissenschaftlicher Belehrung. Eine schwebende Vogelfeder landet vor einem Papierhaus, das unter einem Hut verschwindet um schließlich als Kükenbehausung, nämlich als Ei, wieder hervor kommt. Kleine Zaubereien, die zu murmelndem Staunen führten, und nur den Anfang einer Reihe von Überraschungen markierte.

Während Melanie Florschütz die erzählerischen Parts über das ungeschlüpfte Küken übernimmt - "es träumt… vom Fliegen", widmet sich –"Rawums" – Michael Döhnert der Schwerkraft: Was fliegt? Das ist das allumfassende Thema. Ein Sandsack jedenfalls nicht, das wird schnell klar. Ein Stuhl auch nicht - oder doch? Es kommt auf das Material an, wird den Kindern spielerisch vermittelt. Als papiergefaltetes Sitzmöbel ist es nämlich dank heliumgefüllter Luftballons sehr wohl zu Höhenflügen fähig. Gleiches gilt für Häuser und Menschen, die dann mit einem Vogel den Tanz in den Lüften genießen.

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Begrüßung im Foyer

Begrüßung im Foyer

Ob die "Theaterstarter" tatsächlich den tieferen Sinn dieses Stückes ermessen ist unerheblich. "Rawums" nimmt die Kinder, fasziniert sie und zieht sie durch ungewöhnlich-ungewohnte Bilder in den Bann. Außerdem ist die Spielzeit von einer halben Stunde gerade für die Neulinge vor der Bühne ein wunderbarer Einstieg. Schließlich lädt die kuschelige Atmosphäre ein, die durch die ausgelegten Fälle, auf die Kinder - ohne Schuhe! - Platz nehmen konnten, garantiert wird, vor allem aber durch die Herzlichkeit des Schauspieler-Duos.

Ungewöhnlich für Kindertheater-Geübte empfing Melanie Florschütz die Kinder im Foyer, kletterte auf die Theke und verkündete: "Zwischenrufe sind erlaubt und auch erwünscht. Sollten Kinder auf die Bühne wollen, so dürfen sie das - nach der Vorstellung…" Weidlich nutzen die kleinen Theaterbesucher diese Angebot im Anschluss an die Vorstellung und gingen auf Tuchfühlung mit den Darstellern und den Brettern, die die Welt bedeuten. Auf diese Weise schafft man Nachwuchs, der sicher nicht zum letzten Mal ein Theater von innen gesehen hat.


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