Dreimal KuBa-Kino

Jülich: Von Magiern, Malern und Millionären
Von Redaktion [23.01.2009, 20.49 Uhr]

Gleich dreimal können Kinofreunde in der fünften Kalenderwoche im Kulturbahnhof ihr Filmvergnügen finden. Mit „Krabat“ startet das Programm am Montag, 26. Januar, am Nachmittag, ehe es abends „Im Winter ein Jahr“ heißt. In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Jülich heißt es am Dienstag, 27. Januar „Let's make Money“.

Märchenhaft und bildgewaltig: Krabat

Märchenhaft und bildgewaltig: Krabat

Mit einer Traumbesetzung in die magische Geschichte von Otfried Preußler eintauchen können Cineasten ab 16 Uhr. Der Waisenjunge Krabat (David Kross) beginnt eine Lehre in einer abgelegenen Mühle. Doch schon bald kommt Krabat hinter ein dunkles Geheimnis: Die Mühle ist ein Hort der unseligen Schwarzen Magie. Anfangs ist er fasziniert von dem geheimnisvollen und mächtigen Meister (Christian Redl), der Gesellschaft der elf Müllersburschen (darunter Daniel Brühl und Robert Stadlober) und besonders von der Magie. Der Meister lehrt seine Gesellen, sich durch Zeit und Raum zu bewegen. In Raben verwandelt fliegen sie nachts über Wälder und Landschaften.

Als Krabat auf einem seiner Ausflüge dem Bauernmädchen Kantorka (Paula Kalenberg) begegnet, verliebt er sich auf den ersten Blick in sie. Doch der unerbittliche Meister hat andere Pläne mit ihm. Um Krabat auf seine Seite zu ziehen, bietet er ihm seine Nachfolge auf der Mühle an. Das Angebot ist verführerisch, doch nach und nach erkennt Krabat, wie hoch der Preis dieser Macht ist und dass nur die Kraft der Liebe ihn retten kann.

Die bildgewaltige Verfilmung basiert auf Preußlers vielfach ausgezeichnetem Roman "Krabat", einer dunklen, faszinierenden Variante der ebenso bekannten wie phantastischen deutsch-sorbischen Sage um den Zweikampf des Zauberlehrlings mit seinem Meister. In der werkgetreuen Umsetzung brilliert eine hochkarätige Besetzung: Die Hauptrollen spielen David Kross (Krabat), Daniel Brühl (Tonda), Christian Redl (Meister), Robert Stadlober (Lyschko), Paula Kalenberg (Kantorka), Anna Thalbach (Worschula), Hanno Koffler (Juro) und Charly Hübner (Michal).

Nach den Magiern können Kinogänger um 20 Uhr dem Maler Max Hollander (Josef Bierbichler) begegnen. In „Im Winter ein Jahr“ unter der Regie von Caroline Link trifft Eliane Richter (Corinna Harfouch) den Künstler Hollander. Die Frau bittet ihn ein Porträt ihrer beiden Kinder zu malen, der 22-jährigen Lilli (Karoline Herfurth), einer talentierten Tanz-Studentin, und des 19-jährigen Alexander (Cyril Sjöström), der vor einem knappen Jahr tödlich verunglückt ist. Als Lilli, zunächst lustlos, zu Sitzungen im Studio des Malers erscheint, merkt dieser schnell, dass sie in großen emotionalen Schwierigkeiten steckt und er versucht, die ehemals tiefe Verbindung der Geschwister besser zu verstehen.

Es entsteht eine vorsichtige Annäherung zwischen den beiden und das Psychogramm einer komplexen Familie. Am Ende hat das Bild der Geschwister wenig mit dem zu tun, was sich Eliane ursprünglich erhofft hat, und kann gerade deshalb den Weg ebnen für einen neuen Anfang.

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Bildgewaltig ganz anders: m Winter ein Jahr

Bildgewaltig ganz anders: m Winter ein Jahr

Oscar-Preisträgerin Caroline Link ("Nirgendwo in Afrika", "Jenseits der Stille") greift auch in ihrem lange erwarteten vierten Film das Thema auf, das sie immer wieder aufs Neue beschäftigt: Familie und familiäre Wurzeln. Bei der Verfilmung ihres eigenen Drehbuchs nach dem amerikanischen Roman von Scott Campbell beschreitet Link neue Wege, verlässt sich nicht auf eine gewohnte, handlungsgetriebene Erzählweise, sondern schlägt leisere Töne an und vertraut dabei bewusst der emotionalen Interaktion zwischen ihren beiden Hauptdarstellern. Dank des nuancenreichen Spiels von Karoline Herfurth und Josef Bierbichler entsteht eine bewegende Innensicht der Figuren, ein komplexes Familienporträt sowie ein höchst spannungsreiches Psychogramm einer intensiven, ungewöhnlichen Begegnung. Seine visuelle Entsprechung findet das Beziehungs-Mosaik in den eigens für diesen Film geschaffenen Bildern des in München lebenden und international renommierten Ausnahme-Künstlers Florian Süssmayr und den eigens komponierten und choreografierten Tanz- und Musical-Sequenzen.

In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Jülich folgt am Dienstag, 27. Januar, um 20 Uhr die monitäre Film „Let's make Money“.

Nach "We feed the world - Essen global", der spektakulären Dokumentation über unsere Nahrungsmittel hat Filmemacher Erwin Wagenhofer einen neuen, aufrüttelnden Dokumentarfilm für das Kino gedreht: In Let's make Money folgt er der Spur unseres Geldes im weltweiten Finanzsystem.Wagenhofer blickt hinter die Kulissen der bunten Prospektwelt von Banken und Versicherern.

Was hat unsere Altersvorsorge mit der Immobilienblase in Spanien zu tun? Wir müssen dort kein Haus kaufen, um dabei zu sein. Sobald wir ein Konto eröffnen, klinken wir uns in die weltweiten Finanzmärkte ein - ob wir wollen oder nicht. Die Bank speist unser Guthaben in den globalen Geldkreislauf ein. Möglicherweise verleihen Banken, Versicherer oder Pensionsfonds unser Geld auch an einen Spekulanten. Wir Kunden wissen es nicht. Wo unser Schuldner lebt und was er tut, um uns die Zinsen zu bezahlen, bleibt im Verborgenen.

Die meisten von uns interessiert es auch nicht, weil wir gerne dem Lockruf der Banken folgen: "Lassen Sie ihr Geld arbeiten!" Doch Geld kann nicht arbeiten: arbeiten können nur Menschen, Tiere oder Maschinen.


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