Vier Veranstaltungen im Jahr geplant

Erfolgreiches erstes Literaturcafé im Jülicher Hildegardisstift
Von silja [19.01.2009, 08.08 Uhr]

 Gute Resonanz bei der Premiere „Literaturcafé“: Alle vorbereiteten Kaffeetische sind besetzt, die Senioren freuen sich über den Besuch der Lesepaten (im Hintergrund v.l. Jutta Dahmen, Ingrid Dürke und Gisela Krott).

Gute Resonanz bei der Premiere „Literaturcafé“: Alle vorbereiteten Kaffeetische sind besetzt, die Senioren freuen sich über den Besuch der Lesepaten (im Hintergrund v.l. Jutta Dahmen, Ingrid Dürke und Gisela Krott).

Ein Studienprojekt der 24-jährigen Judith Franz, Aachener Fachhochschulpraktikantin im sozialen Dienst des Jülicher Altenzentrums St. Hildegard, soll zur festen Einrichtung werden: Die Studentin im fünften Semester organisierte in der Senioreneinrichtung in Kooperation mit der Stadtbücherei Jülich ein Literaturcafé, in der die Lesepaten der Jülicher Bibliothek anstelle von Kindern den häufig an Sehschwäche leidenden Senioren vorlesen. Die Resonanz bei der Premiere war riesig.

Zusätzliche Stühle mussten platziert werden, um jedem Besucher einen Platz an der vorweihnachtlich gedeckten Kaffeetafel zu ermöglichen. „Sind viele Leute gekommen?“, erkundigte sich eine blinde Dame bei ihrer Tischnachbarin. Diese erzählte stolz, dass sie alle kulturellen Angebote des Altenheims wahrnimmt. Nach dem ersten Stück Weihnachtsstollen brachten Jutta Dahmen, Ingrid Dürke und Gisela Krott Besinnliches zu Weihnachten zu Gehör, begonnen mit dem Gedicht „Das Licht der Hoffnung“: Von vier Kerzen, die für Frieden, Glauben, Liebe und Hoffnung stehen, erlöschen alle nach und nach bis auf die Kerze der Hoffnung, an der sich alle wieder entzünden könnten. Die Geschichte „Im Hürtgenwald“ spielt in den Kriegsjahren 1944/45. In dieser Abwehrschlacht der Wehrmacht gegen die angreifende US-Army erweist sich eine starke Frau als stille Kriegsheldin, die sich über Feindbilder hinweg setzt und unter Lebensgefahr Nächstenliebe leistet.

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Es war ganz still im Raum, Gedanken verloren lauschten die Bewohner des Altenheims der Handlung in einer Zeit, in der sie selbst noch jung waren und vieles entbehren mussten. Gemeinsam gesungene, alt bekannte Weihnachtslieder boten eine angenehme Auflockerung. „Es ist ein Ros' entsprungen“ oder „Alle Jahre wieder“, konnte jedermann auswendig mitsingen, das war auch für die blinde Teilnehmerin kein Problem.

Als gelungen erwies sich auch die weitere Literaturauswahl für die Senioren, die sich in der Vergangenheit meist besser zurecht finden als in der Gegenwart, wie das melancholische Gedicht „Weihnachten einst und jetzt“, mit dem Fazit: „Aus dem schönsten der christlichen Feste hat der Mensch einen Jahrmarkt gemacht, er wünscht sich vom Besten das Beste und vergisst dabei den Sinn der Heiligen Nacht“. Zunächst ist das Literaturcafé als Kooperationsveranstaltung von Altenheim und Stadtbücherei viermal im Jahr geplant, bei gutem Erfolg öfter.


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