Mit Lysimetern zur Klimaanalyse

Jülicher Forscher mit Tereno dem Wetter auf der Spur
Von Redaktion [19.11.2008, 08.54 Uhr]

Was geschieht mit unseren Böden und Pflanzen, wenn die Temperaturen steigen und sich die Niederschlagsverteilungen ändern? Mithilfe von Wetterradaren, Satelliten und Flugzeugen sowie zahlreichen Messgeräten im Boden erforschen Jülicher Wissenschaftler im Projekt TERENO die Folgen des Klimawandels.

Jetzt wurde mit „SoilCan“ ein weiteres Teilprojekt mit 3,6 Millionen Euro bewilligt, bei dem Böden unterschiedlichen klimatischen Bedingungen in Deutschland ausgesetzt werden, um die Auswirkungen des Klimawandels auf Stoffaustrag und Treibhausgasemission studieren zu können.

Mit dieser Förderung wird das Forschungszentrum Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, ein Netzwerk an Lysimetern errichten, um die Auswirkungen des globalen Wandels auf die Stoff- und Wasserflüsse im Boden zu untersuchen. Lysimeter sind oben offene Metallzylinder, in denen sich ein ausgestochener Bodenblock mit einem Volumen von etwa 1,5 Kubikmeter befindet. Mit ausgeklügelter Technik können die Forscher so die Rolle von Wasser und Bodenstruktur beim Stofftransport untersuchen.

Werbung

Die Lysimeter werden mit sehr sensiblen Messgeräten ausgestattet, deren Daten mit funkbasierter Technologie übertragen und die Lysimeter so in Echtzeit überwacht werden können. Um Klimaveränderungen in laufenden Experimenten zu simulieren, werden die Lysimeter innerhalb von Deutschland in unterschiedliche klimatische Regionen versetzt und damit verschiedenen Temperatur- und Niederschlagssituationen ausgesetzt. Zusätzlich werden auch Treibhausgasemissionen gemessen.

Das vollautomatisierte Lysimeternetzwerk SoilCan ergänzt die Forschung der Jülicher Wissenschaftler in dem Projekt Tereno (TERrestrial ENvironmental Observatories). Gemeinsam mit fünf weiteren Helmholtz-Zentren beobachten die Jülicher Forscher in diesem mit 12 Millionen Euro geförderten Projekt in den nächsten 15 Jahren vier große Landschaftsräume in Deutschland: die Region Eifel/Niederrheinische Bucht, den Großraum Leipzig-Halle, die Alpen- und Alpenvorlandregion und das Nordostdeutsche Tiefland.

Dafür schaffen die beteiligten Zentren unter der Koordination von Jülich ein Netz an Beobachtungsplattformen, die mittels modernster Methoden aus der Umwelttechnik, der Geophysik sowie der Luft- und Raumfahrtforschung langfristig Daten aufzeichnen und auswerten. Ziel ist es, der Global-Change-Forschung eine breite und vor allem langfristige Datenbasis bereitzustellen, mit deren Hilfe lokale und regionale Veränderungen analysiert, besser verstanden und vorhergesagt werden können.


Dies ist mir was wert:    |   Artikel veschicken >>  |  Leserbrief zu diesem Artikel >>

NewsletterSchlagzeilen per RSS

© Copyright 2017 Presse- und KulturBüro Schenk + Schenk | Datenschutz

Das Brenzlicht

Mehr Zivilcourage
Es gehört Zivilcourage dazu, Kritik zu üben an einer Preisverleihung, die Zivilcourage auszeichnet und sich gegen das Vergessen der Greueltaten der Nazis positioniert. Toleranz – so die Namensergänzung der veranstaltenden Jülicher Gesellschaft – gehört dazu, um auszuhalten, wenn von vier zu Ehrenden drei als Nebenprodukt behandelt werden und der einzige, durchaus nicht unumstrittene Ausgezeichnete vom Laudator eine Würdigung erfährt, die nicht nur einige Menschen befremden dürfte.  [01.03.2017, 07.54 Uhr]  >>

Alle Brenzlichter >>

Top-Thema

Freiflug über die "Sophie"
Der Barmener Olaf Kiel ist begeisterter Pilot von Multi- und Quadrokoptern, landläufig auch als Drohnen bekannt. Zwei bis dreimal in der Woche startet er in die Jülicher Börde mit seinem großen Koffer im Gepäck. Gut geschützt liegt darin die in Einzelteile zerlegte Flugmaschine, denn erst vor Ort werden die Rotoren angeschraubt und die Kamera in die Lagerung, die so genannte Gimbal, eingehängt.  [08.04.2017, 07.42 Uhr]  >>

Rundum

Kreatives Lösungsmodell im Aldenhovener KIM-Prozess [09.04.2017, 14.00 Uhr]  >>
Düren: Den Umgang mit Demenz lernen [09.04.2017, 13.51 Uhr]  >>

Vereine

Lebendiges Geschichtsgedächtnis [09.04.2017, 14.51 Uhr]  >>
Bestehen unter des Meisters Augen [09.04.2017, 13.19 Uhr]  >>

Immer auf dem Laufenden



Newsletter >>

JüLicht auf Ihrer Site

Sie können unsere aktuellen Schlagzeilen auf Ihrer Website präsentieren - hier steht, wie >>.

Kontakt

Welches Anliegen Sie auch immer bewegt, über unser Kontaktformular >> können Sie mit uns in Verbindung treten.

Werbung