42 stählernen Federn unterlegt

Selgersdorfer Stephanus-Schule geliftet
Von Redaktion [05.11.2008, 11.52 Uhr]

42 dieser Stahlfedern tragen künftig die Stephanus-SchuleLandrat Wolfgang Spelthahn und Alois Herbst (RWE Power) stellten die eine Million Euro teure Sanierungsmaßnahme vor.

42 dieser Stahlfedern tragen künftig die Stephanus-SchuleLandrat Wolfgang Spelthahn und Alois Herbst (RWE Power) stellten die eine Million Euro teure Sanierungsmaßnahme vor.

Wenn Schulen und Pisa in einem Atemzug genannt werden, dann ist normalerweise von sinkendem Niveau und Schieflage die Rede, weil deutsche Schüler im internationalen Vergleich hinterherhinken. An der kreiseigenen Stephanus-Schule in Jülich Selgersdorf ist das ganz anders. Das einzige Niveau, das dort in den letzten Jahren gesunken ist, ist das des Bodens. Millimeter für Millimeter sackte das Erdreich ab, auf dem der Kreis Düren 1997 das neue Gebäude seiner Schule für geistige Entwicklung hatte errichten lassen. Weil das einseitig geschah, geriet das Haus zusehends in Schieflage und schien dem weltberühmten Turm in Italien Konkurrenz machen zu wollen. 17 Zentimeter betrug der Höhenunterschied zwischen den beiden Außenkanten des Hauses schließlich. Diese Schieflage ist mittlerweile behoben.

Es war ein klassischer Bergschaden, wie RWE Power einräumte, verursacht durch die Sümpfungsmaßnahmen für den nahen Tagebau Inden. So musste ein Teil der Stephanus-Schule abgerissen werden. Einen anderen Komplex hat der Bergbautreibende auf erstaunliche Art gesichert. Er ruht heute auf 42 stählernen Federn. Auf diese Weise lässt sich das Gebäude immer wieder in die Waagerechte hieven, sollte die tektonische Störung namens Rursprung es erforderlich machen. Landrat Wolfgang Spelthahn und Alois Herbst, Bereichsleiter Bergschäden bei RWE Power, stellten die eine Million Euro teure Erhal-tungsmaßnahme jetzt der Öffentlichkeit vor.

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Unter das abgesackte Fundament wurden zunächst massive Stahlträger geschoben. So entstand ein stabiler Gitterrost. Darunter wurden dann die Einzelfundamente gegossen, auf denen 42 Betonhöcker stehen. Sie nehmen die stählernen Federkörper auf, auf denen das Gebäude nun ruht. So erhielt die Stephanus-Schule ihren doppelten Boden. Das nachträglich eingezogene Kellergeschoss ist mannshoch. Muss das Gebäude künftig wieder geliftet werden, so lassen sich die bis zu 44 Tonnen tragenden, elektronisch überwachten Federn von hier unten mittels hydraulischer Pressen leicht verstellen. „Auf diese Weise ist gewährleistet, dass das Gebäude oberhalb der Stahlfedern stets in der Waage bleibt“, erläuterte Herbst den Baustellenbesuchern.

Landrat Wolfgang Spelthahn dankte den Vertretern von RWE Power für die gute Zusam-menarbeit. Sie sicherten das schiefe Gebäude in einem Dreivierteljahr während des lau-fenden Schulbetriebs. Gleichzeitig wurden die Ersatzklassen für das abgerissene Gebäude außerhalb der eng umrissenen tektonischen Störzone errichtet. Der Kreis Düren nutzte die Bauphase, um die Schule für die prognostizierten steigenden Schülerzahlen auszulegen. „Damit sind wir alle Gewinner“, freute sich der Landrat. Die Einweihung wird Anfang nächsten Jahres gefeiert.


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