Ehepaar Hüpgen stellt im Malteser-Krankenhaus aus

Jülich: Sendungsbewusstsein und Experimentierfreude
Von Redaktion [24.09.2008, 19.23 Uhr]

Ein Paar – eine Ausstellung: Veronika und Herbert Hüpgen zeigen sich künstlerisch im Malteser-Krankenhaus.

Ein Paar – eine Ausstellung: Veronika und Herbert Hüpgen zeigen sich künstlerisch im Malteser-Krankenhaus.

Zwischen Sendungsbewusstsein und Experimentierfreude liegt die Bildpalette, die sich vor dem Auge dem Besucher des Malteser-Krankenhauses in Jülich derzeit ausbreitet. Das frischgebackene Künstlerpaar Veronika und Herbert Hüpgen präsentiert sich dort in einer Ausstellung.

Bereits lange gemeinsam unterwegs ist das Ehepaar Hüpgen, aber während Mutter Veronika, wie die Tochter in der Laudatio erläuterte, bereits seit fast 30 Jahren mit Pinsel und Palette unterwegs ist, entdeckte Vater Herbert erst vor zwei Jahren seine künstlerische Ader. Das gemeinsame Schaffen im Hause Hüpgen in Lich-Steinstraß könnte keine unterschiedlicheren Ergebnisse bringen.

Durch Kurse und Akademiebesuche ausgebildet widmet sich Veronika Hüpgen vor allem der naturalistischen Malerei: Sowohl bei Reisen als auch in der Heimat entdeckt sie die Idyllen, die sie in Öl auf Leinwand bannt. In einer Zeit, in der die detailverliebte und handwerklich ausgereifte Landschaftsmalerei sicher keinen hohen Stellenwert hat, bleibt die 64-jährige ihrem Pinselstrich treu. „Doch möchte die Künstlerin nicht nur Freude bereiten, sondern die Menschen mit gesellschaftskritischen Werken dazu animieren, sich mit dem Selbst und der Welt, in der wir leben, auseinander zu setzen“, erklärt Tochter Tanja Grüdl.

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Viele Gäste konnte Ehepaar Hüpgen zur ersten gemeinsamen Ausstellung begrüßen.

Viele Gäste konnte Ehepaar Hüpgen zur ersten gemeinsamen Ausstellung begrüßen.

Dazu gehört das 2002 entstandene Kruzifix, das Christus sichtbare für Jeden als beschnitten Juden nämlich ohne Lendenschurz am Kreuz zeigt. Eskortiert wird er von neun Menschen, die ihren Glauben bis zur letzten Konsequenz gelebt haben, etwa Dietrich Bonhoeffer, Mahatma Gandhi und Papst Johannes XXIII. Vis-à-vis prangert Veronika Hüpgen großformatig den Werteverfall der Menschen an, die Moral, Charakterstärke und Frieden zu Grabe getragen haben und statt dessen ihren Weg mit Verachtung, Tyrannei und Faulheit pflastern.

Fast beschwingt wirkt dagegen das Schaffen von Herbert Hüpgen, der „heute noch lieber bügelt als meine Mutter“, wie Tochter Tanja in ihrer Einführung zur Technik „Encaustic“ launig erklärt. Diese Heiß-Wachs-Malerei, der sich der 65-jährige verschrieben hat, ist überaus effektvoll, technisch vielfältig und entwicklungsfähig, wie die Ausstellung eindrucksvoll dokumentiert.

Waren es anfangs vor allem dekorative Werkstücke, die entstanden, experimentiert Herbert Hüpgen immer mehr mit malerischem Ausdruck: Abstraktes in flammenden Farben, Menschenbilder oder afrikanische Landschaften sind ebenso zu entdecken wie dem Konstruktivismus angelehnte Bilder. So klärt Tanja Grüdl auf, „dass berühmte Künstler wie Leonardo da Vinci, Paul Klee und Pablo Picasso mit der Encaustic experimentierten“. Dass hier noch jung-künstlerisches Temperament neben dem ausgereiften Werk einer erfahrenen Malerin gezeigt wird, macht den Reiz der Ausstellung aus, die bis 9. November zu sehen.


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