Ein Original, Menschenfreund und Christenmensch

Graf von und zu Hoensbroech beigesetzt
Von Redaktion [17.06.2005, 22.00 Uhr]

Am Vortrag seines 47. Hochzeitstages, am 8. Juni, starb der Herr von Schloss Kellenberg nach kurzer, schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie. Reinhard Reichsgraf von uns zu Hoensbroech war ein engagierter Mann, dessen Leben vor allem durch seine Menschlichkeit und christliche Weltanschauung geprägt war. Die Gedenkmesse auf dem Familiensitz in Barmen, die der Beisetzung am Donnerstag, 16. Juni, vorausging, zelebrierte Weihbischof i.R. Max-Georg Freiherr von Twickel. Das letzte Geleit gaben ihm nicht nur viele Verwandte aus dem Hochadel, sondern auch zahlreiche Freunde und Weggefährten aus der Politik, die das Leben des Grafen und seinen Verdienst am Wohlergehen der Gemeinschaft würdigten.

Reinhart Reichsgraf von und zu Hoensbroech starb am 8. Juni.

Reinhart Reichsgraf von und zu Hoensbroech starb am 8. Juni.

Reinhart Reichsgraf von und zu Hoensbroech wurde 15. Oktober 1926 zu Kellenberg geboren. Sehr früh zum Halbwaisen geworden, verbrachte er mit seinem jüngeren Bruder die Kindheit in Bodenwerder auf dem Gut Buchhagen der Familie seiner Tante, der Schwester seines Vaters. Später wurde er zur Flak eingezogen, wurde Soldat und geriet nach Ende des Krieges in französische Gefangenschaft.

Anschließend holte er das Abitur nach und durchlief die Ausbildung zum Land- und Forstwirt. Nach dem Tode seines Vaters Lothar im Jahr 1951 übernahm er die Land- und Forstwirtschaft von Schloss Kellenberg und setzte sich schon früh für die Anerkennung der Naturschutzgebiete Kellenberg ein. 1959 heiratete er Maria-Immaculata Erzherzogin von Österreich. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor, die ihm zehn Enkel schenkten.

Reinhart Reichsgraf von und zu Hoensbroech hatte viele Interessen. Besonders war er dem Motorsport, dem Wald, der Jagd und Büchern zugetan. In seiner Jugend war er zudem ein sehr erfolgreicher Langstreckenläufer. Mit seiner Gemahlin war er gern in vom Tourismus wenig erfassten Ländern unterwegs.

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Originalität, Geradlinigkeit und seine christlich geprägte Lebenseinstellung gehörten ebenso zu seinen Persönlichkeitsmerkmalen wie sein Witz und seine warmherzige Menschlichkeit. Mit seinem vielfältigen Engagement und seiner Mitwirkung im Dienste der Gemeinschaft hat er über Jahrzehnte hinweg deutliche Spuren hinterlassen.

So war er seit 1951 Mitglied im Landesvorstand des Waldbauernverbands. Seit Einführung des Landschaftsbeirats beim Kreis Düren war er dort Mitglied. In der Landwirtschaftskammer Rheinland engagierte er sich von 1976 bis 1993 in der Kommission für Arbeitnehmerfragen und Betreuung. Darüber hinaus vertrat er bis zu seinem Tod den Waldbaunverband im Landesjagdbeirat, Naturpark Nod-Eifel und der Biologischen Station im Kreis Düren. Außerdem war er ehrenamtliche Richter beim Verwaltungsgericht Münster. Er gehörte dem Gemeinderat Barmen an und war Mitglied der CDU-Fraktion im Stadtrat Jülich sowie im Kreistag Düren.

1982 wurde er mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Als Ehren- und Devotionsritter des Souveränen Malteserritterordens war er Kuratoriumsmitglied für die Krankenhäuser Jülich und Simmerath. Ebenfalls gehörte er dem Förderverein Hospizinitiative Jülicher Land an. Auch in der Rheinischen Ritterschaft war er aktives Mitglied. In seinem Heimatort Barmen war er Mitbegründer des Kultur- und Verkehrvereins sowie Ehrenmitglied in vielen Ortsvereinen.

Reinhart Reichsgraf von und zu Hoensbroech verstarb nach kurzer schwerer Krankheit.


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