Nacht der offenen Kirchen

Jülich: Unterm Himmelszelt zwischen Seiten und Blitzlichtern
Von Arne Schenk [04.09.2008, 12.46 Uhr]

„Es ist ein Geschenk der Jülicher an die Jülicher“, erklärt Pfarrerin Karin Latour von der evangelischen Kirchengemeinde Jülich. Gemeint sind die Aktionen zur dritten Nacht der offenen Kirchen, die am Freitag, 12. September, von 20 bis 24 Uhr in den fünf innerstädtischen Gotteshäusern/der Herzogstadt stattfinden.

„Wir haben uns diesmal auf die Innenstadt begrenzt“, betont Pastoralreferent Michael Richardy vom GdG-Büro Jülich (Gemeinschaft der Gemeinden). So könnten die Besucher einfacher fußläufig oder mit dem Fahrrad die Gotteshäuser wechseln, „damit Bewegung entsteht“. Fünf Räumlichkeiten bieten sich als Veranstaltungsort an, erstmalig jede mit eigenem Motto als „Themenkirche“.
Auch die Ökumene tritt diesmal stärker in den Vordergrund, meint die evangelische Pfarrerin Wiebke Waltersdorf. Dies zeigte sich bereits in den Vorbereitungstreffen. So organisiert sie gemeinsam mit Frauen der katholischen St. Franz Sales-Kirche im Nordviertel die „Junge Kirche“. Die Helfer entstammen beiden Gemeinden und lernten sich so besser kennen: „Wir vernetzen und auf breiterer Basis.“

„Als ob man sich im einem Zelt befindet“, sei die Struktur der Saleskirche. Dieses Gefühl inspirierte zum Thema „Unterm Himmelszelt“. Dort locken Gesellschaftsspiele, Gute-Nacht-Geschichten, Lesezelt und frischgebackene Waffeln für Entspannung, ehe es um 23 Uhr zum Lagerfeuer im Freien geht. Zudem bietet die Saleskirche eine Betreuung für Kinder ab sechs Jahre an. Dafür müssen die Eltern ihre Handynummer angeben, um erreichbar zu sein, wenn sie den Nachwuchs persönlich wieder abholen.

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Drei, die sich auf die Nacht der offenen Kirchen freuen: (v.l.) Pastoralreferent Michael Richardy, Pfarrerin Karin Latour und Wiebke Waltersdorf.

Drei, die sich auf die Nacht der offenen Kirchen freuen: (v.l.) Pastoralreferent Michael Richardy, Pfarrerin Karin Latour und Wiebke Waltersdorf.

Als „Literaturkirche“ präsentiert sich die evangelische Christuskirche in der Düsseldorfer Straße. In stündlichem Wechsel verspricht „Das Paradies“ zunächst Lesungen aus Bibel und Literatur mit Orgel-, Cello- und Gospelmusik, dann legen Jülicher Persönlichkeiten den Zuhörern ihre Lieblingslektüre ans Herz, singen und zitieren Liebesgedichte und –lieder, bis in der letzten Stunde der Abend mit Harfenmusik, Lichtern und Gedichten zur Nacht ausklingt.

Je später es wird, verdunkeln sich der Raum in zunehmendem Maße. Dies gilt auch für die zur „Lichtkirche“ gestalteten Propsteikirche. Hier erhellen Lichtinstallationen in viertelstündigem Rhythmus einzelne Elemente und Lichtgestalten erblicken das Kirchenschiff. Auch die Zuschauer lassen sich dabei integrieren. Die Propsteikirche sorgt mit Snacks auch für die körperliche Stärkung der Pilger.

Eine private Sammlung sehr unterschiedlicher Marienbilder von klassisch bis modern inklusive Erläuterungen laden in der „Bilderkirche“ St. Rochus zu einem stündlich wiederholenden Programm. Eine finale Begegnung und Betrachtung der Bilder bei Brot und Wein ergibt sich ab 23 Uhr.
„Vaya con Dios“ (geh mit Gott) lautet das Thema in der Schlosskapelle der Zitadelle in der Zusammenarbeit mit dem Museum, ausgerichtet auf den gleichnamigen deutschen Film von 2002. „Kinokirche“ ist dort angesagt. In der ersten Hälfte erscheinen zwei Kurzfilme auf der großen Leinwand, in der zweiten machen sich dort Daniel Brühl, Michael Gwisdek und Traugott Buhre auf den Weg, um den Sinn des Lebens für sich zu suchen.

Spiritualität im Gesang sind wichtige Motive des Filmes, weshalb auch hier die Musik wie in allen anderen Kirchen ihren Raum erhält. Passend zu der Vorführung widmet sich der Gospelchor „Notsi(n)gnal“ dem „Unterwegs-Sein“. Nach einem Abendsegen in jeder der beteiligten Kirchen klingt der Abend mit einem Läuten der innerstädtischen Kirchenglocken um 24 Uhr aus, genau so, wie er um 20 Uhr begonnen hatte.


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