Ferienakademie an Haus Overbach zog 44 Jungforscher an

Barmen: Vom Recht, den Weltraum zu erkunden
Von Arne Schenk [21.08.2008, 06.43 Uhr]

In der abschließenden Präsentation werden die Erkenntnisse zusammengefasst.

In der abschließenden Präsentation werden die Erkenntnisse zusammengefasst.

Lassen sich aus der Erforschung des Werdens von Planeten Rückschlüsse auf die Entstehung des Universums oder umgekehrt aus der Existenz des Menschen Rückschlüsse auf das Universum ziehen? Wie bekommen Unternehmen gutes Personal, und wie mache ich mich Firmen als Bewerber attraktiv? Völlig unterschiedlichen Fragestellungen gingen die beiden Kurse der diesjährigen Ferienakademie am Barmener Gymnasium Haus Overbach nach.

Der „Exploration in den Weltraum“ widmete sich die Gruppe unter der Leitung des Overbacher Chemielehrers Witold Franke, während zeitgleich der andere Kurs mit Oberstudienrat Jürgen Pallaske sich mit dem „Personalrecruitment“ befasste. 44 Jugendliche der Klassen 9 bis 13, jeweils etwa 50 Prozent Mädchen und Jungen, reisten hierzu aus dem gesamten Bundesgebiet nach Barmen, vom südlichen Bayern bis zu den neuen deutschen Bundesländern, noch dazu in der letzten Ferienwoche.

Ernsthaftes Arbeiten und Forschen stand auf dem Programm, verfeinert durch professionelle Unterstützung nicht allein durch das pädagogische „Begleitpersonal“, Witold Franke und Jürgen Pallaske. So verdeutlichte Hans-Joachim Blome, Professor für Raumfahrttechnik und Physik an der FH Aachen, dem Nachwuchs unter den Themen „Himmelsmechanik“ und „Raumfahrt am Rande der Physik“ Relativitätstheorie und Urknall, Dr. Wolfgang Seboldt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln beleuchtete Möglichkeiten und Grenzen zukünftiger Raumfahrt. Astrobiologin Dr. Gerda Horneck (DLR) referierte über die Entstehung von terrestrischem und extraterrestrischem Leben.

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44 Nachwuchsforscher kamen zur Ferienakademie nach Barmen ins Haus Overbach.

44 Nachwuchsforscher kamen zur Ferienakademie nach Barmen ins Haus Overbach.

Hat der Mensch ein Recht, den Mars und sogar den gesamten Weltraum zu erkunden? Auch philosophische Komponenten kamen ins Spiel, neben dem „anthropischen Prinzip“ auch die „Gaia-Hypothese“, die Dr. Eugen Willerding vom Argelander Institut für Astronomie (AIFA) näher erläuterte. Fahrten zum DLR in Köln, dem Werkzeugmaschinenlabor der Aachener Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) und dem Jülicher Forschungszentrum mit seinem Supercomputer Jugene, dem Virtual Reality Room oder dem Kernfusionsreaktor komplettierten die Recherchen und Forschungen dieser Gruppe.

Expertenhilfe beanspruchte auch der Kurs „Personalrecruitment“. So erklärte Lutz Altmann, Geschäftsführer von Humancaps Consulting, die gezielt für Firmen qualifizierte Mitarbeiter aufspürt, nach welchen Kriterien Unternehmen bei der Personalauswahl vorgehen und welche Anforderung sie an die Kandidaten stellen. Wie eine „Rekrutierung von Personal“ in der Praxis vor sich geht, demonstrierte der Personalleiter der Kölner Rewe Group in einem Planspiel. Unter Leitung von Barbara Schmiedel, Geschäftsführerin eines eigenen Beratungsunternehmens, trainierten die jugendlichen Teilnehmer Bewerbungsgespräche.

Bei der Aachener Aixtron AG lernten die Wissbegierige nicht nur die Produktion der Firma, die Maschinen zur Herstellung von Anlagen für die Halbleiter-Industrie anbietet, sondern vor allem auch anhand des „Reiss Profiles“, einer Art Persönlichkeitstest, die eigenen Stärken und Schwächen auszuloten, um speziell auch letztere positiv zu „vermarkten“.

Welche ungewollten und gewollten Spuren im Internet zur eigenen Person zu finden sind, veranschaulichten Luisa Seifert von Humancaps Consulting, während Manuel Weisbrod, Mitbegründer der Website spickmich.de einen Abstecher in das Feld „Bewertungsportale – Seuche oder Segen?“ machte.
Mit einer ausführlichen Präsentation fassten alle Teilnehmer das Erlebte und Erlernte am letzten Tag der Ferienakademie zusammen. Motivation für Theorie und Praxis von Wissenschaft und Arbeitswelt selbst in den Ferien aufzubringen, ist eine lohnenswerte Aufgabe. So ließe sich das Fazit eines Teilnehmers zum Interviewtraining auf die gesamte Akademie anwenden: „Ohne Vorbereitung geht gar nichts, aber eine gute Vorbereitung ist bereits die halbe Miete.“

Getragen wird die Initiative im übrigen vom Overbacher Verein für mathematische, naturwissenschaftlich und technologische Bildung, dem Verein zur Förderung wirtschaftlicher Bildung (WIB) sowie dem Katholischen Forum für Erwachsenen- und Familienbildung Düren und unterstützt von zahlreichen Institutionen wie FZJ, RWTH und FH und FZJ sowie der Sparkasse Düren und dem Ruhrforschungszentrum der NRW-Arbeitgeber.


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