Verkehrsunfallbilanz nach dem ersten Halbjahr 2008

„Positive“ Unfallbilanz im Kreis Düren
Von Redaktion [17.07.2008, 08.49 Uhr]

Weniger Verkehrsunfälle, weniger Unfälle mit Personenschaden und eine hohe Aufklärungsquote bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden mit gleichzeitigem unerlaubtem Entfernen vom Unfallort. Auf diese Kurzformel lässt sich die Unfallbilanz für das 1. Halbjahr 2008 bringen.

Die Polizei im Kreis Düren nahm im 1. Halbjahr 2008 insgesamt 3.668 Verkehrsunfälle auf. Damit gab es rund 90 Verkehrsunfälle weniger als im Vorjahr. Als besonders erfreulich ist dabei insbesondere auch der Rückgang bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden zu sehen, die um 1,5% sanken. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit unerlaubtem Entfernen vom Unfallort ging um 18 (-2,3%) auf 752 zurück, ebenso die Anzahl der Verkehrsunfallfluchten mit Personenschaden um 13,2%. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich konnte gegenüber 2007 außerdem weiter gesteigert werden und liegt nunmehr bei Verkehrsunfallfluchten mit Personenschaden mit 71,2% deutlich über dem Landesdurchschnitt. Die Aufklärungsquote für das Land NRW liegt bei 63,29%.

Die Zahl der Getöteten stieg von sechs auf acht an und die Anzahl der Schwerverletzten ging um 15,6% (-23) zurück. Bei den Leichtverletzten wurde eine Zunahme von 5,8% (+33) registriert. Bei normaler Unfallentwicklung hätte man auch hier von einer Reduzierung der Leichtverletzten sprechen können. Jedoch wurden bei einem Schulbusunfall am 10.04.2008 in Linnich 44 Kinder und Jugendliche leicht verletzt (s. Pressemeldung vom 10.04.2008), der die statistischen Bereiche Unfallfolgen, verunglückte Kinder und Jugendliche "auf den Kopf stellt".

Die strategische Ausrichtung der Polizei, durch Erhöhung des Entdeckungs- und Sanktionsrisikos die schweren Unfallfolgen zu reduzieren, hat sich im Hinblick auf den Bereich der Schwerverletzten für das 1. Halbjahr 2008 bewährt.

Werbung

Kinder, Jugendliche und Junge Erwachsene:
Die Anzahl der verunglückten Kinder (unter 15 Jahre) stieg um 27 und die Anzahl der Verunglückten Jugendlichen um 38 an. Darin enthalten sind 23 verunglückte Kinder und 21 verunglückte Jugendliche des bereits erwähnten Schulbusunfalls. Neben den 18 bis 24-Jährigen haben die Jugendlichen die höchste Verunglücktenhäufigkeit im Kreis Düren. Hier gilt es anzusetzen. Verkehrssicherheitsberater der Polizei setzen zielgruppenbezogene Aufklärungskonzepte ein, um die Sicherheit der Jugendlichen und Jungen Erwachsenen zu erhöhen.

Erfreulicherweise ging die Anzahl der verunglückten 18 bis 24-Jährigen von 139 auf 112 (-27 = -19,4%) zurück. In diesem Zusammenhang begrüßt die Kreispolizeibehörde Düren die Möglichkeit, dass Jugendliche ab 17 vorzeitig den Führerschein machen und sich in Begleitung eines erfahrenen Autofahrers ans Steuer setzen. Etwaige Vorbehalte seitens der Eltern sollten in Gesprächen mit Fachleuten (z.B. Fahrlehrer, Polizei) ausgeräumt werden. Seit 28.09.2005 besteht die Möglichkeit, frühzeitiger den Führerschein zu machen. Ziel ist es, durch sehr frühe Fahrpraxis in Begleitung das hohe Unfallrisiko bei jungen Leuten zu senken. Untersuchungen haben ergeben, dass das "Begleitete Fahren" auf Grund des mäßigenden Einflusses der Begleitperson zur Senkung des Unfallrisikos beiträgt. Zwischenzeitlich wurde 2.394 Jugendlichen im Kreis Düren frühzeitig die Fahrerlaubnis erteilt. Senioren: Die Anzahl der verunglückten Senioren ging von 76 auf 61 zurück (-15 = - 19,7%). Die Bemühungen der Polizei und ihrer Ordnungspartner, mehr Sicherheit für Senioren im Straßenverkehr zu erreichen, werden unter dem Gesichtspunkt er demografischen Entwicklung intensiv fortgesetzt. Verkehrssicherheitsberater der Polizei setzen zielgruppenbezogene Aufklärungskonzepte für Senioren als Kraftfahrer und Fahrradfahrer ein, um deren Sicherheit zu erhöhen.

Fußgänger: Erfreulicherweise ging die Anzahl der verunglückten Fußgänger von 77 auf 54 zurück (-23 = -29,9%).

Radfahrer: Die Anzahl der verunglückten Radfahrer stieg von 126 auf 148 (+22 = + 17,5%). Leider beachten immer weniger Radfahrer im Interesse ihres eigenen schnelleren Vorwärtskommens bestehende Verkehrsregeln ohne Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer. Die Verunglücktensituation der Radfahrer und einige Bürgerbeschwerden wurden und werden auch weiterhin zum Anlass genommen, dem unfallträchtigen Risikoverhalten von und gegenüber Radfahrern entgegen zu wirken. Der Dialog mit den Radfahrern, die sich nicht verkehrsgerecht verhalten hatten, wurde und wird verstärkt aufgenommen.

Kradfahrer: Die Zahl der verunglückten Kradfahrer im Kreisgebiet stieg um 16,3% (+7) auf 50 an. Im Rahmen der Verkehrsunfallprävention werden auch in diesem Jahr im Rahmen von Dialogveranstaltungen (Anwohner, Kradfahrer, Polizei) in Nideggen-Schmidt mit vielen Kradfahrern problemorientierte Gespräche geführt. Aber auch die repressiven Maßnahmen, die einen hohen Kontrolldruck erzeugen, sind wesentlicher Bestandteil des Unfallbekämpfungskonzeptes. Kradfahrer müssen auch weiterhin jederzeit mit Kontrollen im Eifelbereich und auf den Anfahrtsstrecken rechnen. Die Kontrollen der Polizei werden weiterhin mit dem zivilen Motorrad mit Videoüberwachungseinrichtung intensiviert.


Dies ist mir was wert:    |   Artikel veschicken >>  |  Leserbrief zu diesem Artikel >>

NewsletterSchlagzeilen per RSS

© Copyright 2017 Presse- und KulturBüro Schenk + Schenk | Datenschutz

Das Brenzlicht

Mehr Zivilcourage
Es gehört Zivilcourage dazu, Kritik zu üben an einer Preisverleihung, die Zivilcourage auszeichnet und sich gegen das Vergessen der Greueltaten der Nazis positioniert. Toleranz – so die Namensergänzung der veranstaltenden Jülicher Gesellschaft – gehört dazu, um auszuhalten, wenn von vier zu Ehrenden drei als Nebenprodukt behandelt werden und der einzige, durchaus nicht unumstrittene Ausgezeichnete vom Laudator eine Würdigung erfährt, die nicht nur einige Menschen befremden dürfte.  [01.03.2017, 07.54 Uhr]  >>

Alle Brenzlichter >>

Top-Thema

Freiflug über die "Sophie"
Der Barmener Olaf Kiel ist begeisterter Pilot von Multi- und Quadrokoptern, landläufig auch als Drohnen bekannt. Zwei bis dreimal in der Woche startet er in die Jülicher Börde mit seinem großen Koffer im Gepäck. Gut geschützt liegt darin die in Einzelteile zerlegte Flugmaschine, denn erst vor Ort werden die Rotoren angeschraubt und die Kamera in die Lagerung, die so genannte Gimbal, eingehängt.  [08.04.2017, 07.42 Uhr]  >>

Rundum

Kreatives Lösungsmodell im Aldenhovener KIM-Prozess [09.04.2017, 14.00 Uhr]  >>
Düren: Den Umgang mit Demenz lernen [09.04.2017, 13.51 Uhr]  >>

Vereine

Lebendiges Geschichtsgedächtnis [09.04.2017, 14.51 Uhr]  >>
Bestehen unter des Meisters Augen [09.04.2017, 13.19 Uhr]  >>

Immer auf dem Laufenden



Newsletter >>

JüLicht auf Ihrer Site

Sie können unsere aktuellen Schlagzeilen auf Ihrer Website präsentieren - hier steht, wie >>.

Kontakt

Welches Anliegen Sie auch immer bewegt, über unser Kontaktformular >> können Sie mit uns in Verbindung treten.

Werbung