Elternschule läuft seit Januar

Jülicher Geburtskonzept greift langsamer als gedacht
Von Redaktion [09.06.2008, 16.26 Uhr]

Die Elternschule als Programm für die ganze Familie planen (v.l.) Projektleiterin Dr. Birgit Leyens mit Birgit Jentzen-Gaipl und (l) Dr. Dieter Sohr.

Die Elternschule als Programm für die ganze Familie planen (v.l.) Projektleiterin Dr. Birgit Leyens mit Birgit Jentzen-Gaipl und (l) Dr. Dieter Sohr.

Vor rund einem Jahr ist das Jülicher Malteser-Krankenhaus St. Elisabeth angetreten und hat die Kampagne „Jülicher werden in Jülich geboren“ präsentiert. Konzepte, die damals schon sicher klangen, ließen sich nicht alle in die Praxis umsetzen, wie Projektleiterin Dr. Birgit Leyens einräumt. Aber Teilziele sind erreicht – wie die Elternschule, die seit Januar stetig wächst und im September mit einem Tag der offenen Tür öffentlich vorgestellt werden soll.

Mit dem Umzug der Gynäkologie im Dezember 2007 in das neue Bettenhaus wurden Räume der alten Station „F1“ in der vierten Etage des Haupthauses frei. Freundlich hell und großzügig gestaltet entstanden hier ein Untersuchungszimmer, ein Mehrzweckraum, Kaffeeküche und Seminarraum. „Die Räume können so schön sein, wie sie wollen, wenn das Personal nicht stimmt, nützt es nichts“, betonte Dr. Dieter Sohr, Chefarzt der Frauenheilkunde an St. Elisabeth.

Gefüllt mit Inhalt werden die Räume unter der Federführung von Birgit Jentzen-Gaipl, die das Kursangebot aufgebaut hat. Es wendet sich vornehmlich an Schwangere – Hebammensprechstunde und spezielle Gymnastik –, und deren Partner – Geburtsvorbereitungskurs –, sowie an junge Mütter – Rückbildung –, und deren Babys – Massage und Krabbelkurse. Erfahrenen Müttern werden auch Crash-Kurse angeboten, die an allen geraden Monaten am ersten Wochenende ihr Wissen um Geburt und Baby auffrischen können. Ende Juni soll ein Flyer mit Angebot und Ansprechpartnerinnen erscheinen. Mit der Nachfrage ist Jentzen-Gaipl schon jetzt zufrieden.

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Dennoch ist eine Ausweitung des Angebots geplant, das sich über die Kleinkindzeit hinaus erstrecken soll. Alle Themen rund um die Familie sollen Aufnahme finden. Konkret denkt Dr. Dieter Sohr an den Ausbau einer Erziehungs- und Ernährungsberatung. Seine Überzeugung: „Wir müssen die Familien erreichen, ehe die Kinder krank sind.“ Befürworten würde er auch eine Kinderbetreuung für Angestellte, Externe und natürlich Kursteilnehmer. Diese wird bei der Rückbildungsgymnastik übrigens schon angeboten.

Umgesetzt wird das Kursangebot von Hebammen. Zu den neun festangestellten Geburtshelferinnen kommen acht freie hinzu. „Wir haben alle Jülicher Hebammen vertraglich verpflichten können“, berichtet Projektleiterin Dr. Leyens. Rund um Jülich von Aldenhoven über Elsdorf sogar bis nach Düren reichen die Vertragspartnerinnen des Malteserkrankenhauses. Die Leiterin Birgit Jentzen-Gaipl selbst kommt aus Alsdorf, von wo aus sie etwa dreimal in der Woche nach Jülich kommt.

Dennoch reicht das Personal offenbar immer noch nicht aus, um das angestrebte „Frühwarnsystem“ für werdende Mütter ins Rollen zu bringen: Ein Hebammen-Fahrdienst sollte ursprünglich bei beginnender Geburt ausrücken und Mutter und Kind im wahrsten Sinne zum richtigen Zeitpunkt „zu Hause abholen“, um „Fehlalarme“ zu verringern. In den Kinderschuhen steckt ebenfalls die gemeinsame Abstimmung und Fortbildung der Ärzte und Hebammen. Ein „runder Tisch“ ist nach der Amtseinführung Dr. Sohrs Ende des Jahres gegründet worden, an dem Hebammen, Pflegepersonal und Ärzte sich um Organisationsstatuten bemühen. Eine für alle verbindliche Verfahrensanweisungen werde hier vereinbart. „Wir erarbeiten gemeinsam Statuten“, erklärt Dr. Sohr, „aus denen sich eine Kreißsaal-Handbuch ergeben soll.“ Auf diesem Wege sollen Mißveständnisse, und damit Fehler vermieden werden.

Gleichzeitig gehört Projektleiterin Dr. Birgit Leyens einem neu gegründeten ärztlichen Qualitätszirkel in Jülich an, der jüngst seine konstituierende Sitzung abgehalten hat. Frauen- und Kinderärzte wollen als ambulante Versorger mit den Klinikkollegen Standards schaffen. „In Geduld und Ruhe“, so die Verantwortlichen, will man die Geburtshilfe in Jülich weiter ausbauen.


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