Magret Hanuschkin als Referentin

Jülich: Freitagsvesper „mit“ Medea
Von Redaktion [04.06.2008, 10.20 Uhr]

Eine neues Kapitel in der Reihe Existenfragen in der Literatur der Moderne schlägt am Freitag, 6. Juni, die Ev. Erwachsenenbildung des Kirchenkreises Jülich auf. In der Literarischen Freitagsvesper widmet sich Referentin Margret Hanuschkin diesmal Christa Wolf „Medea“

Christa Wolf hat sich in den 80er Jahren mit ihrer Erzählung „Kassandra“ und 1996 mit „Medea Stimmen“ Themen aus der griechischen Mythologie zugewandt. Was als eine Flucht vor der sie umgebenden Realität ausgelegt werden könnte, ist tatsächlich eine intensive Auseinandersetzung mit Fragen, die die Autorin in dieser Zeit beschäftigen.

In der griechischen Mythologie ist Medea als dämonische Frau beschrieben, die ihren Bruder umbringen lässt, ihre Volk verrät, ihre eigenen Kinder abschlachtet und ihre Rivalin grausam vergiftet. Bei Christa Wolf ist Medea eine starke selbstbewusste, in sich ruhende Frau voll Wärme, Liebesfähigkeit und Lebensfreude. Sie verlässt ihre Heimat nicht nur aus Liebe zu Jason, sondern auch um aus ihrem Land wegzukommen, das in rückständige Zeiten, in Barbarei zu versinken droht.

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Im neuen Land angekommen befindet sie sich in der Situation der beargwöhnten Fremden, weil sie anders ist. Ihre Würde, Ihre Stärke, ihre Unabhängigkeit machen sie verdächtig. Sie muss erkennen, dass auch in dieser Gesellschaft, in der sie einen Neuanfang machen wollte, „Leichen im Keller“ liegen.

Neben Themen wie den verheerenden Folgen von Aufrüstung und hemmungslos konsumorientierter Industrialisierung geht Medea unter anderem Überlegungen nach: Wie geht Frau oder Mann mit Entscheidungen im eigenen Leben um, die man rückblickend als Schuld empfindet? Warum wird starken, unabhängigen Menschen häufig mit Argwohn begegnet? Wie fühlt es sich an, fremd unter Fremden im (?)fremden Land zu sein?

Mit einer kleinen Vespermahlzeit kostet der Eintritt 6 Euro. Anmeldungen zur Veranstaltung um 18.30 Uhr im Dietrich-Bonhoeffer-Haus nimmt die Erwachsenenbildung unter 02461/ 99 66 0 entgegen.


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