Umweltforscher starten Messkampagne

Tiefflüge über der Jülicher Börde
Von Redaktion [16.04.2008, 12.11 Uhr]

Zu Messflügen brechen Jülicher Forscher in den Luftraum über der Jülicher Börde auf.

Zu Messflügen brechen Jülicher Forscher in den Luftraum über der Jülicher Börde auf.

Wie schon in den vergangenen Jahren wird ab Mittwoch, 16. April über der Jülicher Börde und angrenzenden Gebieten wieder ein Motorsegler in unterschiedlichen Höhen seine Bahnen ziehen. Grund dafür ist eine Reihe von Messkampagnen der Boden-, Pflanzen- und Atmosphärenforscher des Forschungszentrums Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft. Die Wissenschaftler wollen untersuchen, wie Nutzpflanzen einer landwirtschaftlich intensiv genutzten Region die regionale Kohlendioxid- und Wasserbilanz in der Atmosphäre beeinflussen.

Auf einem speziellen Messfeld in der Nähe von Selhausen werden schon seit einiger Zeit im Rahmen des Projektes FLUXPAT für das Pflanzenwachstum wichtige Bodenparameter ermittelt. Während der Intensivmessphase im August wird an verschiedenen Pflanzen zum Beispiel die Photosynthese direkt gemessen. Daraus lässt sich berechnen, wie viel Kohlendioxid aus der Luft aufgenommen wird und wie viel Wasser in die Luft abgegeben wird. Beides ist von Bedeutung für die Klimaforschung.

Zusätzlich zu diesen bodengebundenen Messungen wird ab dem 16. April ein Motorsegler eingesetzt. Ausgestattet mit hoch empfindlichen Messgeräten werden der Kohlendioxid- und Wasserdampfgehalt der Luft, die Konzentration von Kohlenmonoxid und Stickoxiden sowie meteorologische Daten wie Windrichtung und Windgeschwindigkeit erfasst. Nicht zuletzt kann vom Flugzeug aus die biologische Aktivität der Nutzpflanzen mit großer Präzision gemessen werden.

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Im Rahmen des DFG-Forschungsvorhabens SFB/TR32 wollen die Jülicher Wissenschaftler des Instituts für Chemie und Dynamik der Geosphäre in Kooperation mit den Universitäten Köln und Bonn herausfinden, wie unterschiedliche Böden und Bewuchs - beispielsweise Zuckerrüben oder Getreidepflanzen - die Kohlendioxid- und Wasserdampfkonzentration in der Luft beeinflussen und in welcher weiteren Umgebung eines Feldes sich dieser Einfluss noch bemerkbar macht.

Bis 7. Mai werden an drei Tagen jeweils von 10 bis 18 Uhr die Flugzeugmessungen stattfinden. Die Flugroute verläuft zwischen dem Forschungszentrum im Norden, dem Tagebau Inden im Westen, dem Hambacher Tagebau im Osten sowie der Stadt Düren im Süden. In jeder Flugrichtung sind ausreichend Notlandeplätze vorhanden, um aus jeder Flughöhe mit entsprechender Geschwindigkeitsreserve sicher landen zu können. Das direkte Überfliegen von Häusern wird vermieden.

Der Regierungspräsident in Düsseldorf hat für die Forschungen eine Genehmigung zur Unterschreitung der Mindestflughöhe erteilt. Das eingesetzte einmotorige Flugzeug ist eines der leisesten Motorflugzeuge. Der Kooperationspartner MetAir hat bereits langjährige Erfahrung mit meteorologischen Forschungsflügen.


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