Drei Filme der Woche

KuBa-Kino global und schräg
Von Redaktion [25.01.2008, 09.03 Uhr]

Ein Paar wie aus dem Märchen: Lissy und ihr wilder Kaiser

Ein Paar wie aus dem Märchen: Lissy und ihr wilder Kaiser

International-global und etwas schräg kommt passend zur Karnevalswoche das Kino im Jülicher Kulturbahnhof daher: Den Anfang machen um 16 Uhr am Montag, 28. Januar, „Lissy und der wilder Kaiser“, die ihre Gäste mit in ihre kitisch-bunte-Majestätenwelt mitnehmen. Endich - Michael "Bully" Herbig sei Dank – wissen die Kinobesucher, mit welchen Neckereien sich das Glamour-Paar den Abend und die Arbeit versüßt hat, dass Missverständnisse nur durch Liebe zu bekämpfen sind und Yetis auch ganz nette Kerle sein können. 85 Minuten lang ist das Spektakel ein optischer, aber auch akustischer Spaß, in dem selbstredend auch die Bully-Paraden-Mitglieder aufmarschieren.

Stiller wird es im Abendprogramm ab 20 Uhr, wenn „Still life“ nach China einlädt. Erzählt wird einerseits die Geschichte des Bergmanns San-ming Han. Er reist in die Stadt Fengjie am Drei-Schluchten-Staudamm des Flusses Yangtze um seine Ehefrau wiederzufinden, die ihn vor 16 Jahren mit ihrem gemeinsamen Kind verlassen hat. Doch die Straße, in der sie wohnte, ist längst im Wasser untergegangen. Zur gleichen Zeit kommt die Krankenschwester Shen-hong Guo in die Stadt. Auch sie sucht ihren Ehepartner. Zwei Jahre ist es her, seit sich Bin Guo das letzte Mal bei ihr gemeldet hat, nun will sie ihren Mann zur Rede stellen.

„Still life“ erzählt am Beispiel zweier Paare, welche Folgen das umstrittene Drei-Schluchten-Staudamm-Projekt am Yangtze für die Menschen hat. Der gigantische Eingriff in die Natur ist eng verwoben mit dem Schicksal einzelner Personen, ihren Empfindungen und Veränderungen. „Still life“ ist ein ebenso kritisches wie poetisches Kinoerlebnis. Die stimmungsvolle Spielhandlung ist mit einer verhaltenen Kritik an der Pekinger Regierung verknüpft, welche die Zukunft des Landes über die Köpfe der Bewohner hinweg plant und gestaltet.

Der chinesische Regisseur Jia Zhang-Ke war mit seinen bisherigen Werken auf allen wichtigen Filmfestivals der Welt vertreten und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. „Still life“ sein jüngstes Werk, gewann den Goldenen Löwen bei den 63. Filmfestspielen in Venedig und ist sein erster Film, der in Deutschland ins Kino gebracht wird.

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Bergidyll und Männerfreundschaft bis in den Tod

Bergidyll und Männerfreundschaft bis in den Tod

„Bis zum Ellenbogen“ in Schwierigkeiten stecken am Dienstag, 29. Januar, die Freunde Jan Josef Liefers, Stefan Kurt und Justus von Dohnányi,. Als Achim, risikofreudiger Jung-Reeder, Sven,friedliebenden Bankangestellten aus Sylt und Willi, erfinderischer Lebenskünstler, stoßen sie im wahrsten Sinne in den Schweizer Alpen aufeinander und enden in einer Berghütte. Richtiger: Sven endet, er scheidet durch einen unglücklichen Zufall in einem glücklichen Moment aus dem Leben. Jetzt haben Achim und Willi ein Problem: Wohin mit der Leiche?

Sven hat vor seinem Tod allerlei erzählt: über seinen Chef bei der Bank und frische Brötchen, eine Menge Schwarzgeld und den Schlüssel dazu. Während sich Deutschland im WM-Fieber befindet, reisen Achim und Willi mit Svens Leiche von den Schweizer Alpen bis zur Nordsee. Auf Sylt soll der Tote seinem Chef noch einmal zuwinken, bevor er wunschgemäß am Ellenbogen eine Seebestattung bekommt. Doch die Sache hat einen Haken: Schwarzgeld stinkt nicht, Sven jedoch schon!

Im Sommer 2006, als ganz Deutschland nur "Fußball" dachte, hatten drei Vollblutschauspieler zufällig Zeit, ihrem filmischen Einfallsreichtum freien Lauf zu lassen. Mit enormer Spielfreude, geringem Budget und viel Improvisationstalent realisierten die drei Freunde Justus von Dohnányi, Stefan Kurt und Jan Josef Liefers in kurzer Zeit eine schräge Deutschlandreise. Mit von der Partie war eine Leiche, die ihre letzte große Aufgabe noch vor sich hatte.


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