Neuer Veranstaltungsort "zog"

Xmas-NoiseLess-Glockenklang im Café Lila
Von Britta Sylvester [17.12.2007, 09.14 Uhr]

Ein Mann und seine Gitarre: Tobi, alias Tobias Borchert, unterhielt sein Publikum mit amüsanten Texten und Melodien zum Mitklatschen.

Ein Mann und seine Gitarre: Tobi, alias Tobias Borchert, unterhielt sein Publikum mit amüsanten Texten und Melodien zum Mitklatschen.

„Süßer die Glocken nie klingen…“ heißt es eigentlich zur Weihnachtszeit. Nicht allerdings, wenn mal wieder das Weihnachts-Noiseless vor der Tür steht: Da wurde der einsame Wellensittich von Angela Merkel besungen, ebenso wie es ein Ständchen an die viel besungene „Leila“ gab. Zum diesjährigen Fest hat das bewährte Veranstalter-Team um Virginia Lisken und Arne Schenk einen neuen Ort für die musikalische Weihnacht gewählt. Wurden bisher alle Konzerte der Noiseless-Reihe – dieses war die 51. Veranstaltung mit diesem Label – im Kulturbahnhof gespielt, gesungen und beklatscht, bot zum ersten Mal das Bonhoeffer-Haus die Bühne.

Den Anheizer machte Tobi, im wahren Leben Tobias Borchert geheißen, mit seiner Gitarre und ein paar höchst amüsanten Liedern im Gepäck. Mit zuschauerfreundlichen deutschen Texten, über die sich herzhaft lachen ließ, und Rhythmen, die zum mitklatschen einluden, machte sich der Sänger eine Menge neuer Freunde beim zahlreich erschienen Noiseless-Publikum. Offenbar mit der Fähigkeit auch mal über sich selbst zu lachen – „Uups, falscher Akkord!“ – und Alleinunterhalterqualitäten ausgestattet, bereitete Tobi bei seinem ersten Solo-Auftritt gekonnt den Boden für den zweiten Act des Abends. Die junge Combo „The last Deadline“ bot mit ungewöhnlichem Punkrock, unplugged nämlich, einen souveränen Auftritt.

Auch Frontfrau JustinE sang größtenteils auf Deutsch. Keinesfalls nur lustige, vielmehr oft sehr ernst gemeinte Töne waren von den Deadlinern zu hören, etwa bei dem, ausnahmsweise englischen, Stück „Pay for Pain“, das den Amoklauf von Virginia zum Thema hat. Dass bei aller textlichen Kritik keine musikalische Schwermut aufkam, dafür sorgten Timo an der Gitarre, Christoph am anderen Sechssaiter und manchmal auch am Keyboard, Georg am Bass, außerdem Miriam und Michael, die sich an den Drums abwechselten.

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Sie kleideten altbekannte Stücke wie „Leila“ in ein neues, ungewöhnliches Gewand – die Jülicher Formation „6aus49“. Foto: Schenk

Sie kleideten altbekannte Stücke wie „Leila“ in ein neues, ungewöhnliches Gewand – die Jülicher Formation „6aus49“. Foto: Schenk

Zu guter Letzt räumten die sechs Jungs und Mädels die Bühne für „6aus49“. Mit deutlich Lärm reduzierter Ausstattung, Cachon statt Double-Bass, Gitarren und Bass in Akustik-Version, bestritten die Musiker um Sänger Rolf Balgheim den letzten Teil des Abends. Altbekannte Stücke wie „Riders on the Storm“ von den Doors kamen in ganz neuem Gewand daher, ebenso wie „Leila“, dem alleine die charakteristische Stimme des Sängers einen ungewohnten Anstrich verleiht. Geradezu weihnachtlich andächtig ,und zwar bis zum letzten Ton, wurde es im gut gefüllten Bonhoeffer-Haus als die Lottoband die Ballade „Mr Big“ von Free anstimmte. Unterstützt wurden Hajo Hintzen, Marcel Kanehl, Michael Höger, Rolf Balgheim und Rolf Sylvester zwischenzeitlich von Mitveranstalter Arne Schenk, der ebenfalls in die Saiten griff, und Guido Müller, auch er an der Gitarre.

Bevor es schließlich hieß, Bühne frei für die „Open Stage“ – bereits seit 51 Konzerten fester Bestandteil der Noiseless-Veranstaltungen – gönnte Sänger Rolf dem andächtig lauschenden Publikum noch ein paar Zugaben, tatkräftig unterstützt Michael Höger und Guido Müller. Schließlich und endlich stürmten ein paar Bereitstehende die Bühnenbretter und stimmten ein, eher österlich anmutendes, Stück an, in dem es irgendwie um gefärbte Eier ging. So betrachtet, eine auch jahreszeitlich rundum gelungene Veranstaltung. Kein Wunder, dass die Veranstalter sichtlich zufrieden mit dem Abend waren. Auch, weil „der Wechsel aus dem Kulturbahnhof ins Bonhoeffer-Haus so kurzfristig und reibungslos geklappt hat,“ so Virginia Lisken.


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