Europäische, Landes- und Bundespolitiker

Hoher Besuch im Jülicher Forschungszentrum
Von Redaktion [21.11.2007, 17.33 Uhr]

Peter Grünberg erzählte begeistert Janez Potocnik, EU-Kommissar (l). und Andreas Pinkwart, NRW-Innovationsminister (r) aus seiner Forschung in der Spintronik.

Peter Grünberg erzählte begeistert Janez Potocnik, EU-Kommissar (l). und Andreas Pinkwart, NRW-Innovationsminister (r) aus seiner Forschung in der Spintronik.

Der EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung, Janez Potocnik, informierte sich in Jülich über einige Forschungsprojekte im Bereich Energie und Umwelt. Zusammen mit NRW-Innovationsminister Andreas Pinkwart besuchte er die Labore, in denen widerstandsfähige Materialien für effiziente Kraftwerke und der Einfluss des Klimawandels auf Pflanzen erforscht werden. Mit dem Nobelpreisträger für Physik, Peter Grünberg, sprach er über die neusten Entwicklungen der Spintronik.

In den Laboren des Jülicher Instituts für Energieforschung besichtigte Kommissar Potocnik die einmalige Infrastruktur zur Prüfung und mikroskopischen Untersuchung von Materialien und Komponenten. Hier werden hochfeste Legierungen für Kessel und Turbinen entwickelt, die effiziente Gas- und Kohlekraftwerke mit einem Wirkungsgrad von weit über 60 Prozent ermöglichen.

Im modernen Gewächshaus des Jülicher Instituts für Chemie und Dynamik der Geosphäre wurden Potocnik und Pinkwart neuste Meßmethoden gezeigt. Ohne die Versuchspflanzen zu verletzen oder gar zu zerstören, können Prozesse und Stoffwechsel im Innern beobachtet werden. Unter kontrollierten Bedingungen lassen sich sogar einige Einflüsse des Klimawandels untersuchen.

Beim Gespräch mit Prof. Grünberg ergab sich die Gelegenheit, über aktuelle und zukünftige Informationstechnologie zu sprechen ‑ etwa über Jülicher Grundlagenforschung zu nicht-flüchtigen Computerspeichern, sogenanntem MRAM, zu denen in Grünbergs Institut eine Basis gelegt wird. Auch das enorme Potenzial des aktuellen Jülicher Supercomputers JUGENE war Thema in der Runde.

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Thomas Rachel (Mdb, r) begleitete Bundestagsabgeordneten Ilse Aigner (l) zum Gespräch mit Prof. Grünwald (M) und Prof. Bachem (hinten) ins Forschungszentrum.

Thomas Rachel (Mdb, r) begleitete Bundestagsabgeordneten Ilse Aigner (l) zum Gespräch mit Prof. Grünwald (M) und Prof. Bachem (hinten) ins Forschungszentrum.

Die Bundestagsabgeordneten Ilse Aigner und Uwe Schummer sprachen mit Jülicher Experten über die neusten Entwicklungen in den Bereichen Umwelt, Gesundheit und JARA. Begleitet wurden die Abgeordneten von Thomas Rachel, dem parlamentarischen Staatssekretär im BMBF.

Mit großem Interesse ließen sich die Besucher die Vorzüge von JARA erläutern, der Jülich Aachen Research Alliance. JARA ist eine modellhafte Partnerschaft zwischen universitärer und außeruniversitärer Forschung, konkret zwischen der RWTH und dem Forschungszentrum Jülich. In dieser Kooperation bringen beide Partner ihre Stärken ein: Jülich die grundlagenstarken Naturwissenschaftler und eine einzigartige Geräteausstattung, die RWTH die anwendungsstarken Ingenieurwissenschaftler und eine renommierte Ausbildung. Der neuste Zweig von JARA ist die Partnerschaft im Bereich Energie. Sie umfasst etwa die Forschung zu Kohlendioxidfiltern und neuen hochfesten Materialien für effiziente Kraftwerke.

Aus dem Bereich der Umweltforschung stellten die Jülicher Experten ihre Arbeit rund um die Atmosphäre vor. Im Sommer etwa flog ein vom Forschungszentrum ausgestatteter Zeppelin über dem Schwarzwald und erfasste wertvolle Daten über chemische und physikalische Prozesse in der unteren Luftschichten. Weitere Kampagnen mit Messflugzeugen in Australien und Afrika zielten auf höhere Luftschichten. Diese Daten bilden wichtige Mosaiksteine für das Verständnis und die Modellierung des Klimas.

Die Wissenschaftler des Bereiches Gesundheit erforschen die Struktur und Funktion des gesunden und kranken Gehirns. Mit einem ausgezeichneten Gerätepark untersuchen sie die Veränderungen des Gehirns bis auf die molekulare Ebene, etwa bei Alzheimer und Parkinson. Zudem erstellen sie auch detaillierte "Gehirnkarten", die wiederum anderen Forschen als Grundlage dienen.


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